Frauen im Dienst der Marine

zwei junge Frauen in Kommandantenuniform mit weißer Mütze stehen lächelnd vor einer Fregatte

Schifffahrt

Frauen im Dienst der Marine

Mehr als 21.000 Frauen gibt es in der Bundeswehr. Soldatsein ist kein reiner Männerberuf mehr. Frauen üben den Dienst an der Waffe aus und arbeiten in Führungspositionen. Wie zwei Kommandantinnen in der Marine zeigen: Kapitänleutnant Inka von Puttkamer und Kapitänleutnant Helena Linder-Jeß übernehmen 2013 die Verantwortung für zwei Minenjagdboote und dessen Besatzung.

Lebensläufe zweier Kommandantinnen

Die beiden jungen Marineoffiziere "der ersten Stunde" haben eine klassische Karriere durchlaufen. Inka von Puttkammer und Helena Linder-Jeß traten beide 2001 als Offiziersanwärterinnen in die Marine ein.

Der allgemeinen militärischen Ausbildung und dem Studium folgte 2007 die rund dreijährige Tätigkeit als Wachoffizier auf Minenjagdbooten und Hohlstablenkbooten. Letztere sind Minenabwehreinheiten, die mehrere Minenräumdrohnen ferngesteuert führen.

Prüfung in der Tasche

Zu dieser Lernphase gehören zahlreichen Teilnahmen an internationalen Manövern und am Auslandseinsatz UNIFIL, dem seit 1978 andauernden Einsatz der Bundeswehr vor der Küste des Libanon. Im Anschluss an die Jahre als Wachoffizier legten beide ihre Kommandantenprüfung ab. Aber um diese Qualifikation erwerben zu können, mussten sie vom jeweiligen Kommandanten zur Prüfung vorgeschlagen werden.

Die Gorch-Fock unter vollen Segeln auf hoher See

Die berühmte Gorch Fock - das Segelschulschiff der Deuschen Marine

Warten auf ein freies Boot

Einen weiteren Baustein bildet die Tätigkeit als Adjutant: Kapitänleutnant von Puttkamer absolvierte ihre Aufgaben beim Befehlshaber der Flotte in Glücksburg und Kapitänleutnant Linder-Jeß beim Chef des Internationalen Militärstabes der NATO.

Diese Art Zwischenstation als Adjutant in einem Stab oder in der Ausbildung schließt sich in der Regel der erfolgreich abgelegten Kommandantenprüfung an. Um einen Kommandatenposten zu besetzen, muss allerdings auch ein Boot frei sein.

Lohn nach anstrengenden Lehrjahren

Im Sommer 2013 war es dann so weit: Der Lohn ihrer Mühen, ihrer individuellen Leistungen und Qualifikation ist die weiße Mütze und der goldene Stern vorne auf der Uniform – beides Erkennungsmerkmale eines Marine-Kommandanten.

Kapitänleutnant Inka von Puttkamer übernahm das Kommando über das Minenjagdboot "Homburg" und startete zuletzt im August 2014 zu einem NATO-Einsatz im Mittelmeer. Auf dem Schwesterboot "Datteln" hat Kapitänleutnant Helena Linder-Jeß die Führung.

Die Fregatte KARLSRUHE auf hoher See

Die Fregatte KARLSRUHE auf Heimatkurs

Meilenstein gesetzt

Nach einer Phase des Eingewöhnens und Trainierens mit den Besatzungen reihten sich die ersten beiden Kommandantinnen der Deutschen Marine in den Einsatzpool der Flotte ein und bestritten Manöver und Auslandseinsätze.

"Neben meiner eigenen Herausforderung sehe ich aber auch für die Besatzung eine neue Herausforderung darin, dass plötzlich eine Frau das Kommando inne hat", sagte Kapitänleutnant von Inka von Puttkamer damals in einem Interview nach der feierlichen Zeremonie.

Zwei Marineoffiziere an Deck eines Einsatzschiffes suchen ihre Umgebung ab, einer hält ein Fernglas vor die Augen

Beruf mit Weitblick: Marinesoldaten auf See

Beide sind vom Einsatz zurück

Kurz vor Weihnachten 2014 meldete Kommandantin Puttkammer Boot und Besatzung zurück. Das Wetter über dem Mittelmeer spielte nicht mit. Fast hätten sie und die 37-köpfige Besatzung Weihnachten in Spanien verbringen müssen. Aber dann fand sie einen Weg durch die Tiefdruckgebeite. Die vier Monate im Einsatz hat sie sehr genossen.

"Die Zeit als Kommandantin ist natürlich der Höhepunkt für einen Marineoffizier" sagte sie der Kieler Woche. Helena Linder-Jeß kehrte ebenfalls im Dezember nach Kiel zurück. Sie wurde wenige Tage vor dem Einlaufen zum Dienstgrad Korvettenkapitän befördert. Karriere in der Marine – keine reine Männersache. Diese beiden Frauen zeigen wie das geht.

Autorin: Andrea Wieland

Stand: 29.01.2015, 09:00

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