Tipps zum Fahrradkauf

Geschichte des Fahrrads

Tipps zum Fahrradkauf

Der alte Drahtesel hat seinen Geist aufgegeben und ein neues Rad muss her. Aber was müssen Sie beim Kauf eigentlich beachten? Einiges! Das neue Fahrrad soll schließlich sicher und verkehrstauglich und perfekt auf Ihre Ansprüche angepasst sein.
Zunächst müssen Sie sich also darüber klar werden, für welchen Zweck Sie das Fahrrad nutzen wollen. Je nachdem, ob es für sportliches Fahren vorgesehen ist, für Reisen oder aber für den Alltag, muss es unterschiedliche Kriterien erfüllen.

Gangschaltung

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten der Gangschaltung: die Nabenschaltung mit bis zu 14 Gängen und die Kettenschaltung, die 27 und mehr Gänge haben kann.

Eine Kettenschaltung mit vielen Gängen bietet sich an, wenn Sie mit dem Rad viel bergauf fahren wollen. Diese Schaltungen können sehr fein abgestuft werden und haben außerdem in den niedrigen Gängen nur einen sehr geringen Widerstand beim Treten.

Die Nabenschaltung dagegen ist generell wartungsfrei und wetterbeständig, da sie gegen Wasser und Schmutz abgedichtet ist. Zudem bietet sie auch die Möglichkeit einer Rücktrittbremse.

Bremsen

Auch bei den Bremsen müssen Sie sich als Käufer darüber im Klaren sein, wofür Sie ihr neues Gefährt überhaupt nutzen wollen. Nabenbremsen etwa eignen sich gut für den Alltag. Allerdings kann es zu Bremsproblemen kommen, wenn Sie das Rad schwer beladen, zum Beispiel wenn Sie häufiger ein Kind im Kindersitz mitnehmen oder schwere Einkäufe transportieren wollen.

Felgenbremsen sind bei Trockenheit extrem zuverlässig, können bei Nässe jedoch problematisch sein. Hinzu kommt, dass der Verschleiß der Bremsbeläge und der Felgen recht hoch ist. Auch bei den Scheibenbremsen nutzen sich die Bremsbeläge recht schnell ab, die Felgen bleiben aber verschont.

Felgenbremsen finden sich an Alltagsrädern, aber auch an Leistungssporträdern. Scheibenbremsen sind vor allem etwas für Reiseradfahrer, weil man mit ihnen besonders schnell stoppen kann.

Die Felgenbremse eines Fahrrads

Felgenbremse

Felgen

Meistens werden Fahrräder mit Alufelgen angeboten. Diese sind leicht und stabil. Vor allem bei günstigeren Fahrrädern, zum Beispiel in Bau- und Verbrauchermärkten, werden auch noch Stahlfelgen verwendet, die aber sehr schwer und deshalb nicht empfehlenswert sind. Zudem können Felgenbremsen bei Nässe in Verbindung mit Stahlfelgen versagen.

Reifen

Sollten Sie vorhaben, mit Ihrem Fahrrad Rennen zu fahren, dann bieten sich schmale Reifen mit wenig Profil an. Für das Gelände und für Mountainbiker hingegen sind breite Reifen mit einem groben Profil am besten. Für den Straßenverkehr reichen weniger profilierte Reifen aus.

Generell sollten Sie aber darauf achten, dass Sie genug Luftdruck auf den Reifen haben. So fährt es sich leichter und Sie sind besser gegen mögliche Pannen abgesichert. Den maximal erlaubten Druck für den jeweiligen Reifen können Sie auf den Reifenflanken ablesen.

Sollten Sie die Reifen nicht mit einer herkömmlichen Luftpumpe aufpumpen können, bietet sich die Tankstelle an. Dort können Sie an den Luftdruckkompressoren genau einstellen, wie hoch der Druck auf den Fahrradreifen sein soll.

Beleuchtung

Wenn Sie Ihr neues Fahrrad im Alltag nutzen wollen, dann kaufen Sie eines mit einer Dynamo-gestützten Beleuchtung. So ist das Licht immer betriebsbereit, da Sie es ja mit eigener Muskelkraft erzeugen.

Eine Akkuleuchte kann zwar angenehm sein, weil sie das Fahren nicht erschwert, ist allerdings auch nach zwei bis zweieinhalb Stunden leer. Außerdem müssen Sie die Akkuleuchten nach dem Fahren immer wieder abnehmen, da sie sonst möglicherweise geklaut werden.

Sie sollten beim Kauf des Rades darauf achten, dass der Dynamo besonders leicht läuft, damit sich die zusätzliche Anstrengung beim Treten in Grenzen hält.

Die vordere Fahrradlampe sollte eine Halogenleuchte sein, da diese mehr Licht gibt als eine herkömmliche Glühlampe. Leuchtdioden (LEDs) sorgen hinten für das perfekte Licht und brennen nicht durch. Ihr Fahrrad muss neben den Lampen auch Reflektoren haben, sonst ist es nicht verkehrssicher.

Vordere Fahrradlampe mit LED-Leuchtsystem und Reflektor

Vordere Fahrradlampe mit LED-Leuchtsystem und Reflektor

Sitzhöhe

Im Idealfall ermittelt der Händler die Sitzhöhe für Sie. Wenn Sie bei ausgestrecktem Bein das untenstehende Pedal mit der Ferse erreichen können, ist die Sitzhöhe gut. Es kann sein, dass Sie den Boden so nur noch mit ausgestrecktem Fuß erreichen können.

Achten Sie trotzdem darauf, dass Sie sicheren Halt im Stand haben. Ein guter Händler wird Ihnen eine Probefahrt ermöglichen, so dass Sie ausprobieren können, ob Sie sich mit dem Rad wohlfühlen.

Fahrradschloss

Ganz oben auf Ihrer Einkaufsliste sollte ein gutes Fahrradschloss stehen. Das Schloss sollte handlich sein, da Sie es ja beim Fahren am Rad transportieren werden.

Allerdings ist es auch wichtig, dass das Schloss so angelegt ist, dass Sie das Rad nicht nur abschließen können, sondern an einen festen Gegenstand, etwa eine Laterne, anschließen können.

Autorin: Anna Seidel

Stand: 16.07.2018, 11:00

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