Katastrophen der bemannten Raumfahrt

Logo der Apollo 1.

Astronaut

Katastrophen der bemannten Raumfahrt

Seit Beginn der bemannten Raumfahrt haben viele Astronauten ihr Leben riskiert. Oft kam es bei Starts und Landungen zu Katastrophen, die der Welt vor Augen führten, wie gefährlich Weltraummissionen sind.


Tod am Boden

1967 wird zu einem schwarzen Jahr für die bemannte Raumfahrt. Am 27. Januar, wenige Wochen vor dem geplanten ersten bemannten Start eines Apollo-Raumschiffes, verbrennen die NASA-Astronauten Chaffee, Grissom und White  während eines Testlaufes des Kommandomoduls von Apollo 1 am Boden.

Sie kannten die Risiken. "Gus" Grissom, ein 39 Jahre alter Testpilot, hat bereits zwei Raumflüge hinter sich. 1961 wäre er bei der Landung seiner "Mercury"-Kapsel fast ertrunken. "Ed" White absolviert 1965 an Bord von Gemini 4 den ersten Außenbordeinsatz der NASA.

Der Unfall von Apollo 1 führt zwar zu einer Verzögerung des NASA-Mondprogramms, sorgt aber für mehr Sicherheits- und Brandschutztechnik in NASA-Raumschiffen. Kein weiterer Astronaut verliert danach im Rahmen des Apollo-Programms sein Leben.

Raumkapsel, Schriftzug "United States", Brandfleck

Drei Astronauten kamen bei einem Brand der Apollo-Kapsel noch vor dem Start am 27.01.1967 ums Leben

Tod bei der Landung

Am 24. April des gleichen Jahres bekommt der 40-jährige sowjetische Kosmonaut Wladimir Komarow Probleme an Bord seines neuartigen Sojus 1-Raumschiffes. Bereits während des Fluges gibt es mehrere technische Probleme, sodass man die vorzeitige Landung beschließt. 

Bei der letzten Erdumrundung gerät das Raumschiff dann heftig ins Schlingern. In letzter Sekunde gelingt es Komarow, die Kapsel per Handsteuerung auf Landekurs zu bringen. Doch die Fallschirmleinen geraten bei diesem Manöver durcheinander und Komarow stürzt ungebremst zur Erde.

Komarow ist der erste Astronaut, der bei einer Mission im All ums Leben kommt. Auch die NASA-Astronauten schicken Beileidstelegramme. 

Komarow und Gagarin im Gespräch.

Kosmonauten unter sich: Komarow (rechts) im Gespräch mit Gagarin

Explosion vor den Augen der Welt

1986, fast auf den Tag 19 Jahre nach dem Brand bei Apollo 1, startet das Space Shuttle "Challenger".  Challenger ist in drei Jahren bereits neun Mal erfolgreich in die Erdumlaufbahn geflogen.

Im Oktober 1985 hatte das Shuttle noch das Spacelab D1 an Bord, ein hauptsächlich von der Bundesrepublik finanziertes Forschungslabor. Die beiden DLR-Astronauten Furrer und Messerschmid führten während dieses Fluges zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch.

Dann kommt der nächste Start am 28. Januar 1986. 73 Sekunden nach dem Start von Flug STS-51-L kommt es durch verschiedene technische Defekte an den äußeren Feststoffantriebsraketen zu einer Explosion, bei der auch das Shuttle mit sieben Astronauten an Bord zerstört wird. Unter den Toten ist auch Christa McAuliff, eine 37-jährige Lehrerin, die während der Mission eine Live-Unterrichtsstunde von Bord des Space Shuttle halten sollte.

Die Challenger explodiert als Feuerball. Glühende Teile ziehen Rauchwolken hinterher.

28. Januar 1986: Die Explosion der Challenger

Die Challenger-Katastrophe führt zu einem zweijährigen Stopp aller Shuttle-Flüge. Doch die Probleme häufen sich. Die Wartung der Shuttles wird immer aufwändiger und schwieriger. 2003 sterben dann weitere sieben Astronauten bei der Landung von Space Shuttle Columbia. 2011 geht dann nichts mehr – das Shuttle-Programm wird eingestellt.  

Autor: Dr. Michael Hänel

Stand: 04.06.2018, 10:48

Darstellung: