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Maria Montessori

Maria Montessori gehört zu den berühmtesten Pädagogen unserer Zeit. Ihr Montessori-Kinderhaus (Casa dei bambini) hat die frühkindliche Erziehung bis heute stark geprägt. Montessori-Schulen und -Kindergärten als Stätten der Selbsterfahrung und des selbsttätigen Lernens sind nach wie vor aktuell und gut besucht.

Schwarzweiß-Foto von Maria Montessori. (Rechte: dpa)

Frauenrechtlerin Maria Montessori

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Erste Ärztin Italiens

Geboren wird die Italienerin Maria Montessori 1870 in Chiaravalle bei Ancona. Schnell entwickelt das begabte Mädchen vielseitige Interessen, insbesondere die Naturwissenschaften haben es ihr angetan. Sie besucht eine technisch-naturwissenschaftliche Schule, damals ein Novum, da Frauen - wenn überhaupt - geistestwissenschaftlich orientiert sind. Aber Montessori lässt sich nicht beirren. Sie studiert Biologie und Mathematik, schließlich Medizin und wird 1896 als erste Frau in Italien zur Ärztin promoviert, was im Land für erheblichen Aufruhr sorgt.

Montessori setzt sich konsequent für die Rechte der Frauen ein und widmet sich - anfangs nur mäßig an pädagogischen Fragestellungen interessiert - der Arbeit mit geistig behinderten Kindern. Während der Arbeit in der römischen Psychiatrie verlagert sich Montessoris Schwerpunkt nach und nach auf die Entwicklung pädagogischer Methoden zur Förderung der behinderten Kinder. Diese Methoden wird sie später verfeinern und auch auf gesunde Kinder übertragen. Kern ihrer Arbeit ist die Idee, das Eigeninteresse der Kinder als Instrument zur Entwicklung einzusetzen.

Das Montessori-Phänomen

Zum Schlüsselerlebnis für Maria Montessori wird eines Tages die Beobachtung eines dreijährigen Mädchens, das einen wie ein Puzzleteil geformten Holzklotz passgenau in einen Behälter einführen will. Das Mädchen "arbeitet" an diesem Experiment völlig unbeirrt und hochkonzentriert, obwohl zahlreiche Kinder und Lärm für starke Ablenkung sorgen. Die von Montessori beobachtete hohe Konzentrationsfähigkeit des Kindes, das im Moment intensivsten Lernens die Welt um sich herum vergisst, geht als "Montessori-Phänomen" in die Geschichte ein. Zur Förderung dieser Lernsituation entwickelt Montessori eigene Lernmaterialien, die zum unverwechselbaren Kennzeichen der Montessori-Pädagogik werden. Die Bereitstellung von Materialien zur Verwirklichung kindlicher Vorhaben führt zum tätigen Umgang mit den Dingen. Lernen durch Spielen, durch Beschäftigung mit scheinbar spielerischen Materialien soll Eigeninitiative und die Ausbildung der Sinne sowie der körperlichen und geistigen Fertigkeiten fördern.

Foto: Maria Montessori mit anderen Frauen. (Rechte: dpa)

Mit einfachen Mitteln zum Erfolg

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Gründung der Montessori-Pädagogik

Montessoris Erfolge bestätigen ihre Theorien. Einige der von ihr betreuten behinderten Kinder werden so optimal gefördert, dass sie bei Vergleichstests besser abschneiden als gesunde Gleichaltrige. Montessori entwickelt und verfeinert fortwährend ihre Methoden und entscheidet sich, fortan die Erziehung gesunder Kinder zu erforschen und zu verbessern.

Schnell verbreitet sich die Kunde im ganzen Land, dass Montessori mit einfachen Mitteln bei scheinbar verwahrlosten und vernachlässigten Kindern große Lernerfolge erzielt. Weitere Kinderhäuser werden gegründet und Montessori beginnt mit der Ausbildung von Lehrern. Sie wird international berühmt, Schulen und Kinderbetreuungen, die mit ihrer Methode arbeiten, werden noch zu ihren Lebzeiten in der Schweiz, in Frankreich, Amerika, England und Argentinien gegründet. Hochbetagt stirbt die berühmte Pädagogin und Frauenrechtlerin 1952 in den Niederlanden.

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 01.06.2009

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