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Müllentsorgung

Müll gibt es, seit es Menschen auf der Erde gibt. Reste von Kleidung und vor allem Nahrung wurden jahrtausendelang einfach weggeworfen. Daran hat sich bis auf den heutigen Tag nicht viel geändert. Immer noch wird - oft gedankenlos - weggeworfen, was nicht mehr gebraucht wird. Müll wird zwar inzwischen professionell entsorgt. Doch je moderner der Mensch wird, desto problematischer wird sein Müll. Synthetische Stoffe wie zum Beispiel Plastik verrotten entweder gar nicht oder viel langsamer als organisches Material.

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Till als Mülldetektiv (4'07'')
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Die Pest und der Müll

Im Mittelalter schütteten die Menschen ihren Müll einfach auf die Straße oder sie benutzten einen Misthaufen auf dem eigenen Grundstück. Dadurch stanken die Gassen zwar erbärmlich - da der Unrat aber größtenteils aus organischen Stoffen bestand, verrottete er langsam von selbst. Nach dem Ausbruch der Pest im späten Mittelalter kam man auf die Idee, dass die tödliche Krankheit und die hygienischen Zustände zusammenhingen. Viele Städte regelten die Reinigungen daraufhin neu. Potsdam zum Beispiel machte 1660 die Straßenreinigung zur Staatsangelegenheit, allerdings auch, weil Kurfürst Friedrich Wilhelm die Stadt zur zweiten Residenz machte. Nun fuhr ein Gassenmeister mit einem Karren durch die Stadt, auf den die Bürger ihren Dreck laden mussten.

Vor ungefähr 120 Jahren begann man zumindest in den großen Städten mit der systematischen Entsorgung. Der Abfall privater Haushalte wurde entweder auf Deponien geschüttet oder unter freiem Himmel verbrannt. Die erste richtige Müllverbrennungsanlage (MVA) wurde 1896 in Hamburg in Betrieb genommen, als der Platz für große Deponien allmählich knapp wurde.

Auf einer Deponie wird Müll verbrannt. Man sieht einen kleineren brennenden Haufen Müll und eine Menge schwarzen Rauch, der fast das ganze Bild einnimmt. (Rechte: dpa)

Ungesunder Rauch steigt in die Atmosphäre

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Giftige Stoffe beim Verbrennen

Moderne Müllverbrennungsanlagen stehen im Ruf, für ihre Betreiber nicht nur Goldgruben zu sein, sondern den Müll schadstoffarm einfach verschwinden zu lassen. Eine von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Auftrag gegebene Studie kam 2001 allerdings zum Schluss, dass nach wie vor aus den Schloten der MVAs zahlreiche giftige Stoffe in die Atmosphäre gelangen, vor allem Treibhausgase und krebserzeugende Dioxine. Auch verschwindet der Müll nicht einfach, denn was bei der Verbrennung nicht durch den Schornstein ausgestoßen wird, bleibt als Schlacke und Asche zurück. Diese sind laut Greenpeace-Studie ebenfalls stark kontaminiert und somit gesundheitsgefährdend.

Wird Müll nicht verbrannt, wird er auf Deponien gelagert. Im ersten Abfallbeseitigungsgesetz von 1972 wurde die Schließung der so genannten wilden Deponien beschlossen, auf die jedes kleine Dorf seinen Abfall kippte. Große, zentrale Deponien wurden eingerichtet, die für heutige Verhältnisse laxen Umweltbestimmungen unterworfen waren. Das Problem dieser Kippen lag vor allem darin, dass die Böden unter den Müllbergen nicht ausreichend versiegelt waren. Durchsickernder Regen wusch giftige Schadstoffe aus, die anschließend in den Erdboden gelangten und das Grundwasser verseuchten.

Ehemalige Deponien als Bauland

In modernen Anlagen wird viel Aufwand betrieben, um den Boden so gut wie möglich - zum Beispiel mit Plastikfolien - abzudichten. Das belastete Sickerwasser kann dadurch nicht mehr in den Boden eindringen, sondern wird aufgefangen und in Kläranlagen geleitet. Bis 2005 waren in Deutschland mehr als die Hälfte der Mülldeponien so genannte Altdeponien, die noch nicht nach neueren Standards abgedichtet waren. Am 1. September 2005 trat eine neue Verordnung in Kraft: Bis 2009 müssen die alten Anlagen - mit einigen Ausnahmen in den neuen Bundesländern - stillgelegt werden. So lange sickern also immer noch Schadstoffe in den Boden.

Fraglich ist auch, was mit den Müllkippen passieren soll, wenn sie geschlossenen werden. Das Umweltbundesamt rät davon ab, die Kippen von oben zu versiegeln und zu begrünen. Die "Renaturalisierung" wird als Umweltrisiko angesehen. Häufig genug gab es Fälle, in denen versiegelte, ehemalige Deponien als Bauland ausgeschrieben wurden. Jahre später musste dieses Land dann als erheblich belastet und somit gesundheitsgefährdend eingestuft werden - zum Schaden der Anwohner.

Das Bild zeigt eine größere Flasche mit rotem Nagellack, die neben einer kleineren Flasche mit weißem Nagellack steht. (Rechte: WDR/MEV)

Nagellack enthält Chemikalien

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Was nicht in den Hausmüll darf

Gut 40 Prozent des Mülls, der in privaten Haushalten anfällt, besteht aus Speiseresten, Küchen- und Gartenabfällen; rund ein Viertel ist Papier. Doch nicht alles, was nicht mehr gebraucht wird, kann einfach in eine Tonne geworfen werden: So genannter Sondermüll, wie beispielsweise Batterien, darf nicht mit dem normalen Hausmüll entsorgt werden. Chemikalien, giftige oder explosive Stoffe könnten auf den Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen großen Schaden anrichten.

Doch oft ist gar nicht klar, was schon Sonderabfall ist. Leere Nagellack-Flaschen gehören eigentlich nicht in den Hausmüll, denn Nagellack enthält Chemikalien. Die einzelne kleine Flasche schadet der Umwelt natürlich nicht, es kommt wie so oft auf die Menge an: Auf einer einzigen Müllkippe können sehr schnell mehrere Hunderttausend Nagellack-Fläschchen zusammenkommen.

Auch in Putz- und Desinfektionsmitteln sind schädliche chemische Stoffe enthalten. Werden die Flaschen nicht völlig entleert, sollte man sie lieber gesondert entsorgen. In jeder größeren Stadt gibt es spezielle Sammelstellen für Sondermüll. Kühlschränke, Motoröl, alte Computer oder Haus- und Hobbychemikalien können dort - oft gegen eine geringe Gebühr - abgegeben werden. Im Hausmüll haben diese Dinge nichts verloren.

Melanie Wieland, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Wohin mit dem Müll? - Von Lumpensammlern, Deponien und Geschäftemachern, 15.10.2007

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Müll (Rechte: dpa)

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