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Weltraumschrott

Als die Menschheit begann, den Weltraum zu erobern, machte sich niemand Gedanken darüber, dass jede gestartete Rakete Müll im All hinterlässt. Inzwischen ist der Weltraumschrott, der die Erde umkreist, ein großes Problem sowohl für die Raumfahrt als auch für Wetter- und Fernmeldesatelliten.

Eine Weltraumsonde vor der Mondoberfläche. (Rechte: dpa)

Nicht alle Sonden und Satelliten kehren zur Erde zurück

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Kollisionen sind unvermeidbar

Alte Satelliten, abgesprengte Raketenstufen und sogar Werkzeuge rasen in ihren Umlaufbahnen um die Erde herum. So groß das All sein mag, der Mensch, seine Raketen und Satelliten sind nur in einem sehr begrenztem Radius um unseren Planeten unterwegs. Und hier sammelt sich der Müll an, der wegen der Anziehungskraft der Erde seine Umlaufbahn nicht verlassen kann. Mehr als 10.000 Objekte mit einer Größe von mehr als zehn Zentimetern sind von den Weltraumbehörden erfasst und werden mit Teleskopen beobachtet. Das soll verhindern, dass Raketen, Raumschiffe oder Satelliten mit diesem Weltraumschrott kollidieren. Kleinere Teilchen allerdings können nicht geortet werden. Schätzungen zufolge sind es bis zu 150.000 Objekte unter zehn Zentimetern, die um die Erde rotieren. Zusammenstöße sind unvermeidlich. Die erste Kollision geschah im Juli 1996: Der französische Aufklärungssatellit "Cerise" wurde von einem Trümmerstück einer Ariane-Rakete beschädigt.

Rakete an einem Weltraumbahnhof kurz vor dem Start. (Rechte: dpa/Wagner)

Abgesprengte Raketenstufen werden zu Weltraumschrott

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Woher stammt der Weltraumschrott?

Der Weltraumschrott, der von Fachleuten "Space Debris" (Weltraum-Schutt) genannt wird, stammt größtenteils von Explosionen. Wenn abgesprengte Raketenstufen, in denen sich noch Reste von Treibstoff befinden, mit anderen Teilchen zusammenstoßen, explodiert der Müll im All. Neue, kleinere Teilchen entstehen, die ebenfalls um die Erde kreisen, jedoch aufgrund ihrer geringen Größe nicht mehr geortet werden können. Dazu kommen ausgediente Satelliten oder Kleinteile, die sich beim Transport der Satelliten an ihren Bestimmungsort gelöst haben: Bolzen, Schrauben und andere Teile fliegen durchs All.

Bis zu einem gewissen Grad kann sich der Weltraum selbst reinigen, denn nach und nach verlieren die Teilchen ihre Höhe und stürzen ab: Sobald sie in die Erdatmosphäre eindringen, verglühen sie. Nur ein Bruchteil der Gegenstände fällt auf die Erde, wo sie aber kaum größeren Schaden anrichten können. Allerdings nimmt der Schrott im Weltraum kontinuierlich zu- und das schnell.

Satellit im Weltraum mit Blick auf einen Teil der Erde. (Rechte: dpa)

Satelliten sind durch Weltraumschrott stets gefährdet

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Umweltschutzmaßnahmen für das All

Der Weltraumschrott ließe sich theoretisch beseitigen. Wer die Umlaufbahn aufräumen will, müsste den Müll "nur" zurück zur Erde bringen. Die dafür erforderlichen Summen wären allerdings astronomisch hoch. Die einzige und beste Möglichkeit, das All sauber zu halten, ist also - wie auf der Erde auch - die Müllvermeidung.

Zum einen müsste dafür gesorgt werden, dass es nicht mehr zu Explosionen im All kommt. Deswegen müsste man den restlichen Brennstoff ablassen, bevor man die Raketenstufen beim Starten absprengt. Anderer Schrott, wie ausgediente Satelliten, könnte auf den sogenannten "Weltraumfriedhof" befördert werden. Dieser beginnt in Flughöhen von mehr als 36.000 Kilometern, die von der Raumfahrt nicht benutzt werden. Was dort herumsaust, könnte neue Missionen nicht gefährden. Erdnähere Objekte müssten mit einem Antrieb ausgerüstet werden, der den "kontrollierten Rücksturz" ermöglicht, also den Absturz in die Erdatmosphäre, in der die Teile verglühen.

Da es aber keine übergeordnete, internationale Weltraumbehörde gibt, beruhen alle Maßnahmen lediglich auf Zusagen der Raumfahrtnationen, nicht auf gesetzlichen Vorschriften. Und Zusagen werden bekanntlich gerne gebrochen, vor allem, wenn sie viel Geld kosten.

Melanie Wieland, Stand vom 05.10.2011

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Müll (Rechte: dpa)

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