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Schlafen

Am Abend ins frisch bezogene Bett fallen, den Stress des Tages vergessen, sich nur noch gemütlich ins Kissen kuscheln und dann abtauchen ins Reich der Träume - eine schöne Vorstellung. Schlafen hilft: wenn wir müde oder krank sind, wenn wir Kummer haben. Nicht ohne Grund hat oft schon "eine Nacht drüber schlafen" geholfen.

Unsere Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
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Andreas Korn im Schlaflabor (5'12'')
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Alles im Schlaf: Regeneration und Verarbeitung

Warum schlafen wir? Weil wir müde sind, oder? Das ist im Grunde richtig. Unser Körper signalisiert uns, dass er eine Pause und Erholung braucht. In der Zirbeldrüse unseres Gehirns wird ein Hormon namens Melatonin ausgeschüttet, das die Körperfunktionen auf das Schlafen vorbereitet und uns langsam auf "Sparflamme" setzt. Dabei fällt unsere Körpertemperatur um einige Zehntelgrad ab, Atmung und Puls werden langsamer, der Blutdruck sinkt. Müde werden wir außerdem, wenn Stoffwechselprodukte abgebaut werden müssen, die sich in unserem Körper über den Tag hinweg angehäuft haben.

Schwarzweiß-Aufnahme: Das Gesicht eines schlafenden Babys. (Rechte: Mauritius)

Im Schlaf wird das Gelernte verarbeitet

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Von wegen untätig...

Aber wir sind beim Schlafen nicht untätig und schlaffen keineswegs total ab. Im Gegenteil, im Bett beginnt eine hoch organisierte Abfolge von Ereignissen in Körper und Geist. Das Einschlafen dauert zwischen fünf und etwa 30 Minuten. An den eigentlichen Moment des Einschlafens können wir uns nie erinnern, er trifft uns wie ein Blitz. In Sekundenbruchteilen setzt das Gehirn chemische Substanzen frei, die das Bewusstsein abschalten. Danach wechseln sich Tiefschlaf- und Traumphasen etwa im 90-Minuten-Rhythmus ab. Nur in den Tiefschlafphasen sind unsere Körperfunktionen so ruhig gestellt, dass "uns einer wegtragen könnte". In den Traumphasen läuft das Gehirn auf Hochtouren, der ganze Körper steht praktisch "unter Strom".

Unsere Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
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Schlafphasen (3'04'')
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Schnelle Augenbewegungen

Die Traumphase wird mit dem Begriff "Rapid Eye Movement" (REM, schnelle Augenbewegungen) beschrieben. Schlafforscher haben herausgefunden, dass wir zunächst in den Tiefschlaf fallen. Das ist die sogenannte Non-(Nicht-)REM-Phase, in der die Augen ganz ruhig sind. In dieser Phase findet hauptsächlich die körperliche Regeneration statt. Nach etwa einer Stunde wechseln wir zum ersten Mal in die Traumwelt, die sogenannte REM-Phase, in der die Augen sich unter den Lidern schnell hin und her bewegen. Der Traumschlaf dient hauptsächlich der geistigen Erholung. Anders als im Non-REM-Schlaf kommt es dabei zu einer Aktivierung von Körpervorgängen. Mit dem Beginn einer REM-Schlafepisode wird die Atmung unregelmäßig, und auch Puls und Blutdruck zeigen kurzfristige Schwankungen.

Dann kommt wieder eine Tiefschlafphase, in der das Gehirn sehr entspannt ist. Messinstrumente eines Schlaflabors zeigen nur geringe Aktivitäten, Muskeln können jedoch aktiviert werden. Schlafwandeln ist deshalb nur im Tiefschlaf möglich. Im Tiefschlaf schüttet der Körper außerdem große Mengen von Wachstumshormonen aus, die er für seine Regeneration braucht. Das Immunsystem wird dabei zusätzlich aktiviert, Abwehrzellen fahnden nach unerwünschten Eindringlingen wie Viren und Bakterien und machen sie unschädlich. Eine zweite Traumphase schließt sich an.

In der Traumphase wird der Tag verarbeitet. Wir befinden uns fast im Wachzustand, die Muskeln sind aber lahm gelegt. Unser Gehirn ist jetzt sehr aktiv. In der ersten Nachthälfte verarbeiten wir hierbei Tagesereignisse aus Berufs- und Privatleben. Dadurch werden im Gehirn Speicher geleert, die am Tage wieder benötigt werden. In der zweiten Nachthälfte haben wir oft irreale und bizarre Träume. Im Traumschlaf kann sich die Fantasie ungehindert entfalten. In dieser Phase werden vermutlich Bereiche des Gehirns trainiert, die tagsüber unterfordert sind.

Ein Mann liegt schlafend in einem Bett. Er trägt eine Sauerstoffmaske auf der Nase und mehrere Kabel im Gesicht. (Rechte: ddp)

Testperson im Schlaflabor

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Wie man sich bettet...

Die Vorgänge im Innern des Körpers können wir während des Schlafens kaum steuern. Beeinflussen können wir aber die äußeren Bedingungen für unseren Schlaf, wie zum Beispiel die Beschaffenheit von Bett und Matratze, die Atmosphäre im Schlafzimmer oder unsere Lebensgewohnheiten. Der Körper selbst muss zunächst einmal gut gelagert werden, damit ein erholsamer Schlaf überhaupt eintritt. Die Wahl der Matratze ist hierbei sehr wichtig. Sowohl eine zu harte als auch eine zu weiche Unterlage schadet Schultern, Hüften und Wirbelsäule. Wichtig ist es, dass der Körper von der Matratze an den entscheidenden Stellen unterstützt wird, deshalb sollte sie punktelastisch sein, also punktgenau dort nachgeben beziehungsweise stützen, wo es nötig ist.

Nicht nur das gute Gewissen ist das ideale Ruhekissen...

Zum richtigen und gesunden Schlafen gehört auch das ideale Kissen. Und hier hat das rechteckige längliche Kissen, wie es schon in vielen europäischen Ländern Standard ist, absoluten Vorrang vor dem großen, quadratischen und dicken "Plumeau". Wichtig ist nämlich, dass die Schultern auf der Matratze ruhen und nur der Kopf auf dem Kissen liegt, sodass der Nacken gerade und entspannt ist.

Wie viel Schlaf ist gesund?

Über die Frage, wie viel Schlaf gesund ist, streiten sich die Wissenschaftler. Einige Schlafforscher glauben, sechs bis acht Stunden Schlaf pro Tag seien ausreichend. Andere Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass es mindestens zehn Stunden sein sollten. Es gibt auch Mediziner, die der Auffassung sind, dass das Schlafbedürfnis individuell sehr verschieden ist. Der eine kommt mit sechs Stunden aus, der andere braucht mindestens acht bis zehn Stunden nächtliche Ruhe, um leistungsfähig und konzentriert zu sein. Unumstritten ist jedoch die vitale Bedeutung des Schlafs, der uns fit machen soll für den nächsten Tag.

Martina Peters, Stand vom 24.02.2010
Sendung: Schlafen und Träumen - Eine Reise durch die Nacht, 24.02.2010

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Bildcollage zum Thema Schlaf und Träume (Rechte: dpa)

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