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Sicherheit im Straßenverkehr

Seit es Autos gibt, geschehen Verkehrsunfälle. Mal bleibt es beim Blechschaden, doch oft genug gibt es auch Verletzte und Tote. Darum tüfteln die Entwickler an Systemen, die Unfälle verhindern oder zumindest die Autoinsassen vor den Folgen möglichst gut schützen sollen. Solche Systeme, die dafür sorgen, dass Fahrer und Beifahrer bei einem Unfall möglichst gut geschützt sind, werden als passive Sicherheit bezeichnet.

Ein Auto mit zerstörtem Vorderteil steht quer zur Fahrbahn. (Rechte: dpa)

Wie kann man Unfälle vermeiden?

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Vorsicht und Rücksicht: Unfallvermeidung

Der sicherste Unfall ist immer der verhinderte. Die Fahrerinnen und Fahrer sollten sich ausgeschlafen ans Steuer setzen und vorher möglichst nur eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen. Das Handy gehört den Bestimmungen entsprechend in die fest installierte Freisprechanlage des Wagens, damit beide Hände das Steuer halten können. Durch umsichtiges Fahren kann ein guter Autofahrer auf die Fehler anderer Verkehrsteilnehmer reagieren. Achten Sie also immer auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand und halten Sie ihre Augen offen.

Folgen mildern

Fahrer moderner Autos sind durch eine "Knautschzone", eine "Sicherheitsfahrgastzelle", "Airbags" und Gurte bei Unfällen geschützt. Und sie verfügen über elektronische Hilfen, die selbstständig aktiv werden, wenn es kritisch wird. Doch der wichtigste Teil der Sicherheitsausstattung sitzt vorne links: der Fahrer! Nur vorausschauendes und angepasstes Fahren hilft wirklich Unfälle zu vermeiden. Wenn es dennoch passiert, hilft moderne Technik die Folgen zu mindern. Die "Knautschzone" nimmt einen Teil der Aufprallenergie auf, die "Sicherheitsfahrgastzelle" verhindert, dass die Passagiere eingeklemmt werden. "Airbags" und natürlich die Sicherheitsgurte vermeiden Kollisionen der Insassen mit Lenkrad und Windschutzscheibe.

Foto einer lebensgroßen Puppe, die auf dem Beifahrersitz eines PKW sitzt. (Rechte: dpa)

Mit Crashtest-Dummies werden Unfälle simuliert

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Crashtests: Sicherheit auf dem Prüfstand

Mitte der 20er Jahre haben die ersten Autohersteller in den USA begonnen, ihre Fahrzeuge auf Sicherheit zu prüfen. Damals wurden die Autos Abhänge heruntergerollt oder zwischen Loks und Eisenbahnwagen eingeklemmt. Bis moderne Autos in den Handel kommen, werden nicht selten 50 verschiedene Crashtests durchgeführt. Dabei wird das Fahrzeug auf Zehntelkilometer genau beschleunigt und millimetergenau auf spezielle Hindernisse gezogen. Spezielle Puppen - sogenannte "Dummies" (sprich: "Dammies", auf Deutsch: Attrappen) - nehmen dabei den Platz der Passagiere ein. Sensoren messen die Belastungen, die an ihren "Körperteilen" auftreten.

Der Standard–Dummy ist dem durchschnittlichen männlichen US-Amerikaner der 60er und 70er Jahre nachgebildet. Es ist der "50-Prozent-Dummy", das heißt 50 Prozent der Menschen sind kleiner und leichter und 50 Prozent sind größer und schwerer. Für die unterschiedlichen Aufprallarten (Frontal-, Seiten- und Heckaufprall) gibt es entsprechend unterschiedliche Dummytypen. Zur Bewertung von "Kinderrückhaltesystemen" – Kindersitze – wurden Baby- und Kinderdummies entwickelt. Trotz dauernder Kollisionen halten sie sehr sehr lange, sind aber auch sehr teuer.

Fünfspurige, überfüllte Autobahn. (Rechte: dpa)

Überfüllte Autobahnen bilden ein hohes Gefahrenpotential

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Vorsicht auf der Autobahn

Die Autobahnen zählen statistisch gesehen zu den sichersten Straßen. Doch aufgrund der hohen Geschwindigkeiten sind Unfälle hier oft besonders folgenschwer.
Am gefährlichsten sind die Orte, wo schneller und langsamer Verkehr zusammenkommen: also Auf- und Abfahrten, stärkere Steigungen und natürlich Stauenden. Hier ist besondere Vorsicht angeraten. Experten empfehlen: Wenn Sie sich einem Stau nähern, schalten Sie die Warnblinkanlage ein, reduzieren Sie - bei entsprechender Entfernung zum Stauende - langsam und kontinuierlich die Geschwindigkeit und versuchen Sie, mindestens drei bis vier Fahrzeuglängen Abstand zum Vordermann zu halten, solange Sie sich am Stauende befinden. Sollte dann ein Fahrzeug auf Sie auffahren, bleibt noch ein Zwischenraum, bis Sie auf das nächste Auto geschoben werden.
Bilden Sie eine Gasse für Rettungsfahrzeuge. Bei zweispurigen Fahrbahnen zwischen den Fahrspuren, bei dreispurigem Ausbau zwischen der linken und der mittleren Spur.

Ein Mann hockt in einem Stapel von neuen Reifen und überprüft das Profil eines Reifen. (Rechte: dpa)

Gute Reifen mindern das Unfallrisiko

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Das A und O: Die Verkehrstauglichkeit

Überprüfen Sie ihr Fahrzeug regelmäßig auf seine Verkehrssicherheit. Ein kaputter Scheinwerfer fällt unter Umständen lange nicht auf, wenn Sie im Auto sitzen, ein kaputter Blinker erst recht nicht. Überprüfen Sie das Licht regelmäßig, zum Beispiel beim Tanken.

Wichtig sind auch die Reifen: Die Fläche, mit der ein Reifen den Boden berührt, ist nicht größer als die einer Postkarte - alle vier zusammen also nicht mehr als ein DIN A4-Blatt! Egal, welche Leistung Ihr Auto hat oder wie kräftig die Bremsen sind: Alle Kräfte werden über diese winzige Fläche übertragen.
Prüfen Sie entsprechend regelmäßig auch den Reifenzustand. Und: Im Winter sollten auch Fahrer in schneearmen Gebieten auf Winterreifen wechseln.

Elektronische Hilfen

Fast alle modernen Autos bieten diverse elektronische Hilfen an, die den Fahrer bei schwierigen Manövern im Straßenverkehr unterstützen sollen:

Das bekannteste unter ihnen ist das "Antiblockiersystem" (ABS). Das ABS lässt bei Vollbremsungen die Räder immer wieder kurz drehen. Damit blockieren die Räder nicht, der Wagen bleibt noch lenkbar und hält auch in Kurven die Spur. Außerdem verkürzt sich der Bremsweg in den meisten Situationen durch das optimierte Bremsverhalten. Das gilt vor allem für nasse Fahrbahnen. Diese elektronische Hilfe gehört mittlerweile bei jedem Auto zur Serienausstattung.

Die "Antischlupfregelung" (ASR) ist das Pendant zum ABS beim Anfahren. Wenn der Fahrer auf losem Untergrund zu viel Gas gibt, regelt die ASR die Leistung automatisch herunter. So wird das Durchdrehen der Räder verhindert, das Auto bleibt lenkbar.

Spätestens seit den legendären "Elch-Tests" kennt auch jeder das "Elektronische Stabilitäts-Programm" (ESP). Es stabilisiert das Auto im Falle einer zu schnellen Kurvenfahrt, indem es gezielt einzelne Räder abbremst. Damit wird das Ausbrechen oder im schlimmsten Fall das Umkippen des Fahrzeugs verhindert.

Eine weitere elektronische Hilfe ist das System "Adaptive Cruise Control" (ACC). Dieser intelligente Fahrgeschwindigkeitsregler beobachtet den Verkehr und passt die Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss an. Damit hält der Wagen automatisch einen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Sobald sich im Messbereich kein Fahrzeug mehr befindet, beschleunigt ACC den Wagen wieder auf die voreingestellte Geschwindigkeit.

Lars Tepel, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Verkehr der Zukunft - Neue Ideen für Strasse, Schiene und Luft , 15.07.2008

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Straßenverkehr (Rechte: frei)

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