Geschichte der Olympischen Spiele

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Geschichte der Olympischen Spiele

Heute übertrifft die Größe der Olympischen Spiele jedes andere Sportereignis. Das jeweilige Gastgeberland scheut keine Kosten und Mühen, die Eröffnung und den Abschluss groß in Szene zu setzen. Die ganze Welt schaut zu, wenn die besten Sportler aus mehr als 200 Nationen gegeneinander antreten. Ursprünglich waren die Olympischen Spiele jedoch ein kleiner, sportlicher Wettbewerb zu Ehren der Götter im antiken Griechenland. Erst im 20. Jahrhundert wurden die Spiele zu dem Spektakel, das sie heute sind.

Die Antike

Ihren Ursprung haben die Olympischen Spiele in Griechenland. Genau genommen im Ort Olympia auf der Halbinsel Peloponnes. Der Mythos besagt, dass der Halbgott Herakles die Spiele zu Ehren seines Vaters Zeus, des höchsten Gottes der griechischen Götterwelt, begründet hat. Historische Aufzeichnungen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus datieren die ersten Spiele auf 776 vor Christus. Zumindest gibt es bis zu diesem Zeitpunkt zurückgehende Siegerlisten.

Olympische Ringe am Stadion in Berlin.

Das Olympia-Stadion in Berlin

Die Spiele von Olympia waren ursprünglich kultische Riten zu Ehren der griechischen Götterwelt. Bis in das Jahr 724 vor Christus bestanden sie nur aus einem Stadionlauf. Stadion ist eine altgriechische Maßeinheit, die etwa 192,28 Metern entspricht. Mit den Jahren kamen mehr Sportarten hinzu. Zunächst weitere Laufwettbewerbe, dann diverse Faust- und Ringkämpfe sowie der Pentathlon. Dieser antike Fünfkampf bestand aus Diskuswurf, Weitsprung, Speerwerfen, Laufen und Ringen. Ab 680 vor Christus wurden dann nach und nach verschiedene Pferdesportwettbewerbe eingeführt.

An den ersten Olympischen Spielen durften nur junge Athener griechischer Abstammung teilnehmen. Diese Regel wurde mit der Zeit gelockert und die Spiele waren für alle Sportler aus der Region zugänglich. Diese mussten allerdings Vollbürger eines griechischen Stadtstaates sein, durften kein Verbrechen begangen haben und nicht unehelich geboren sein. Alle Sportler mussten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Beginn der Spiele in Olympia eintreffen. Wer zu spät kam, wurde disqualifiziert. Da die Sportler nun in mehreren Disziplinen gegeneinander antraten, fanden die Spiele traditionell sechs Tage lang statt und hatten einen bestimmten Ablauf, in dem auch Feste und Opfergaben für die Götter enthalten waren.

Das Ende der Spiele von Olympia

Mit der Zeit stand weniger der Kult und mehr der Sport im Mittelpunkt. Die Kampfrichter beobachteten die Teilnehmer vor den Spielen. Wer nicht fit genug war, wurde nicht für den Wettbewerb zugelassen. Die Wettkämpfer wurden mehr und mehr von Amateuren zu Berufssportlern, die sich jahrelang auf die Wettkämpfe vorbereiteten. Ein Normalbürger konnte sich das nicht leisten, und somit war die Teilnahme meist nur noch Sportlern aus gut betuchten Familien möglich.

Medaille, auf der Kaiser Nero abgebildet ist.

Kaiser Nero gewann die Spiele durch Betrug

Die Sieger mussten keine Steuern mehr zahlen und wurden ihr restliches Leben auf Staatskosten verpflegt. Zudem wurde ihnen zu Ehren tagelang nach den Spielen gefeiert. Ein Sieg bedeutete Ruhm. Dieser reizte die Sportler, sodass immer mehr von ihnen bei den Wettkämpfen betrogen. Im Jahre 67 nach Christus nahm Kaiser Nero an den Spielen teil und gewann durch Bestechung in sechs Disziplinen - auch im Wagenrennen, obwohl er während der Fahrt vom Wagen gefallen war. Die Spiele verloren an Wert. Zudem nahm in dieser Zeit der Glaube an die griechische Götterwelt ab. Der christliche Glaube wurde populär und 380 nach Christus schließlich zur römischen Staatsreligion. Schlussendlich verbot der christliche Kaiser Theodosius die Olympischen Spiele im Jahre 394 nach Christus. Sie waren seiner Meinung nach ein heidnischer Kult.

Die Olympischen Spiele der Neuzeit

Mehr als 1500 Jahre später, am 23. Juni 1894, wurde die Wiedereinführung der Olympischen Spiele beschlossen. Die Idee dazu hatte Pierre de Coubertin, ein französischer Student, der sich mit Pädagogik beschäftigte. Er lernte auf Studienreisen durch England die englische Internatserziehung kennen. Im Sportunterricht wurden Ehrgeiz und Teamfähigkeit vermittelt und die Schüler nahmen dies mit Begeisterung auf. Coubertin erkannte, dass Sport das ideale Mittel sein müsse, um junge Menschen aus aller Welt zusammenzubringen.

Fast zeitgleich fand der deutsche Archäologe Ernst Curtis Reste der antiken Spielstätten von Olympia. Von diesen Funden fasziniert, kam Coubertin auf die Idee, diese Spiele wieder zu beleben - in einer modernen Version für alle Nationen. Sportinteressierte Vertreter aus aller Welt trafen zusammen und bildeten das erste Internationale Olympische Komitee (IOC). Sie wählten die Sportarten aus, die olympische Disziplinen werden sollten und stellten die ersten Regeln auf. Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden im April 1896 in Athen statt. Es traten jedoch in erster Linie Griechen an. Teilnehmer aus anderen Nationen sollen unter anderem nur zufällig anwesende Touristen oder Botschaftsangestellte, die in Athen arbeiteten, gewesen sein. Die Spiele waren zu unbekannt oder der Weg nach Athen für die Sportler zu weit.

Schild des Internationalen Olympischen Komitees

Im 19. Jahrhundert wurde die Wiedereinführung beschlossen

Bei diesen ersten Spielen waren nur männliche Amateursportler erlaubt. Frauen durften jedoch schon bei den Spielen in den Jahren danach teilnehmen, zuerst in den Disziplinen Golf und Tennis. Nach und nach kamen die weitere Wettbewerbe dazu. Der Amateurparagraph im Regelwerk der Olympischen Spiele wurde erst 1981 gestrichen. Dieser besagte, dass die Teilnehmer kein Geld mit Sport verdienen dürfen.

Sport und Politik

Statue von Pierre de Coubertin.

Wiederbegründer der Olympischen Spiele

Coubertin wollte, dass die Olympischen Spiele unpolitisch und für jede Nation frei zugänglich sind. Um sich von der Politik abzusetzen, erdachte er Zeremonien. Viele davon sind heute noch gültig. Das offizielle Symbol der Olympischen Spiele - die fünf miteinander verbundenen Ringe - wurde 1913 von Coubertin entworfen. Die Ringe sollen die fünf Kontinente symbolisieren. Obwohl sie unpolitisch sein sollten, wurden die Olympischen Spiele in der Vergangenheit immer wieder für politische Zwecke benutzt. So auch 1936, als die Sommerspiele in Berlin stattfanden. Die Nationalsozialisten nutzten diese Gelegenheit, um ihr Regime in der internationalen Öffentlichkeit in ein besseres Licht zu rücken und inszenierten einen scheinbar toleranten Wettbewerb.

Die Spiele 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles fielen in die Zeit des Kalten Krieges. In Moskau nahmen insgesamt 64 Staaten aus der islamischen und westlichen Welt nicht teil, darunter auch die USA und die Bundesrepublik. Vier Jahre später folgte die Retourkutsche. Die Spiele in Los Angeles boykottierten 18 sozialistische Staaten, darunter die Sojwetunion und die DDR.

Die Unterteilung in Sommer- und Winterspiele ist seit 1924 offiziell. Seit dieser Zeit haben sich vor allem die Sommerspiele von einer kleinen Sportveranstaltung für Hobbysportler zum größten Sportereignis entwickelt, bei dem alle vier Jahre die ganze Welt zuschaut.

Autor/in: Nina Wiechers, Tobias Aufmkolk

Stand: 30.08.2011, 13:00

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