Tauchen

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Tauchen

Eintauchen in eine fremde Welt. Bunt, geheimnisvoll, aufregend. Schwerelos durchs Wasser gleiten und die "Welt der Stille", wie Jacques Cousteau es ausdrückte, in sich aufnehmen – das ist die Faszination des Tauchens. Mehr als eine Million Deutsche sind bereits vom Tauch-Virus gepackt. Tendenz steigend. Doch Tauchen will gelernt sein.

Darum geht's:

  • Schon früh tauchten Menschen nach Nahrung und Schätzen.
  • Leonardo da Vinci entwarf die ersten Schwimmflossen.
  • Taucherhelme und Sauerstoffflaschen gab es schon im 19. Jahrhundert.
  • Tauchpioniere riskierten viel, um die Ausrüstung zu verbessern.

Tauchen als Broterwerb

Auf der Suche nach Nahrung wagten sich die ersten Taucher bereits vor einigen Tausend Jahren in die Tiefen des Meeres. Mit zunehmendem Handel bekam Tauchen aber auch eine wirtschaftliche Bedeutung, denn mit Perlen, Schwämmen oder dem Bergen verlorener Fracht ließ sich gutes Geld verdienen.

Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus, so berichtet der Grieche Herodot, soll ein Taucher namens Scyllis für den Perserkönig Xerxes nach versunkenen Schätzen getaucht sein.

In der Frühphase des Tauchens gab es noch keine Hilfsmittel. Die Taucher mussten einfach so lange wie möglich die Luft anhalten. Trainierte Perlen- und Schwammtaucher erreichten schon früher bereits Tiefen bis zu 70 Meter. Heute erreichen die besten Apnoe-Taucher – Taucher ohne Pressluftflasche – Tiefen von mehr als 170 Metern.

Zwei Taucher bereiten sich auf einen Tauchgang im Indischen Ozean vor.

Abtauchen im Urlaub – inzwischen ein Volkssport

Erste technische Hilfen

Schon früh suchten die Menschen nach Möglichkeiten, mit Hilfe eines Luftvorrats länger unter Wasser zu bleiben. Aristoteles beschrieb um 350 vor Christus einen Taucher, der sich zu diesem Zweck einen Topf über den Kopf gestülpt hatte.

Auch Tauchglocken soll es bereits in der Antike gegeben haben, allerdings mit sehr kleiner Luftblase. 1715 wurde die erste Tauchtonne, eine Art Konservendose mit Fenster und Armschläuchen, erfunden. Das Problem dieser Konstruktion war jedoch, dass Körper und Arme unterschiedlichem Wasserdruck ausgesetzt waren, womit nur kurze Tauchgänge möglich waren.

Auch das Allroundgenie Leonardo da Vinci beschäftigte sich mit dem Tauchen. Er entwarf Handflossen, die man als Vorläufer der heutigen Modelle bezeichnen kann. Die ersten modernen Flossen wurden 1933 patentiert. Die erste Taucherbrille fünf Jahre später.

Zeichnung einer Taucherglocke, in der zwei Menschen sitzen.

Taucherglocke von 1714

Tauchglocke und Lungenautomaten

Im 18. Jahrhundert hatte der Wissenschaftler Edmund Halley erstmals eine konkrete Idee, wie man Luft in eine Tauchglocke nachliefern könnte. Mit einem Schlauch von oben versorgte er die Taucher mit Sauerstoff. Bis das System jedoch so weit perfektioniert war, dass man damit tatsächlich lange unter Wasser bleiben konnte, vergingen noch Jahre.

Die erste professionelle Helmtauchausrüstung kam erst 1839 zum Einsatz, um im Hafen von Spithead an Englands Südküste die "Royal George" zu bergen. Noch heute arbeiten Berufstaucher mit einer ähnlichen Standardausrüstung, um Lecks in Kläranlagen und Staumauern zu reparieren oder Gerüsten von Ölbohrinseln zu schweißen.

Doch erst die Entwicklung autonomer Tauchgeräte eröffnete die Möglichkeit sich unter Wasser frei zu bewegen. Ein Quantensprung für die Eroberung der Unterwasserwelt.

Der "Aerophire", Vorläufer des heutigen Lungenautomaten, wurde 1865 von den beiden Franzosen Bonoist Rouquaroi und Auguste Denayrouze entwickelt. Mit einer verbesserten Version des "Aerophire" (größeres Reservoir und 30 bar) konnte man eine halbe Stunde lang bis zu 40 Meter tief tauchen. Ab da verlief die Entwicklung rasant.

Die Zeichnung zeigt einen Taucher mit einem runden Helm, an dem zwei Schläuche befestigt sind, an Bord eines Schiffes. Mehrere Männer stehen um ihn herum.

Helmtaucher von 1862

Tauchpioniere

Aus der Zusammenarbeit des legendären Tauch-Pioniers Jacques Cousteau und dem Ingenieur Emile Gagnan entstand ein Atemregler mit zweistufiger Funktion, der die unterschiedlichen Druckverhältnisse von Flaschendruck und Umgebungsdruck regelt.

Cousteau war auch einer der ersten, der ein Sauerstoff-Kreislaufgerät einsetzte. Sein Versuch endete jedoch beinahe tödlich. Mit Krämpfen und Sehstörungen, den Folgen einer Sauerstoffvergiftung, mussten seine Helfer ihn aus dem Wasser ziehen.

Auch der große österreichische Taucher Hans Hass, der mit seinen Filmen die Faszination der Unterwasserwelt einem großen Publikum nahe brachte, entwickelte und verwendete Sauerstoff-Kreislaufgeräte. Komprimierte Luft wird heute in erster Linie von Hobbytauchern eingesetzt. Doch für größere Tiefen benutzen Profis Mischgase Nitrox, Trimix und Heliox.

Die Konstruktion neuer, verbesserter Tauchgeräte ist vor allem militärischen Interessen zu verdanken. Damit ist Tauchen nicht nur zum Breitensport geworden, dem Menschen ist es auch gelungen den Lebensraum Meer zu erkunden.

Taucher leuchtet ein Korallenriff an, um das viele Fische schwimmen.

Moderne Geräte machten Tauchen zum beliebten Sport

Autorin: Bettina Wiegand

Stand: 26.06.2017, 09:50

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