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Flügelsignale bei Windmühlen

In Norddeutschland und den Niederlanden dienten die weithin sichtbaren Flügel der zahlreichen Windmühlen in früheren Zeiten einer einfachen, aber praktischen Form der Nachrichtenübermittlung. So konnte der Müller seine Kunden weithin sichtbar über den aktuellen Arbeitsstand auf der Mühle informieren. Dabei war es für die Signalübermittlung von Bedeutung, ob die Mühlenflügel mit Tuch bespannt waren, oder nicht. Flügelsignale waren immer eine regional codierte Form der Nachrichtenübermittlung. In den unterschiedlichen Ländern und Regionen wichen die einzelnen Signalvereinbarungen und Flügelzeichen stark voneinander ab.

Zeichnung einer Mühle mit Flügeln in senkrechter Stellung (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Freudenschere

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Freudenschere

Gab es einen besonders festlichen Anlass, wurden die Mühlenflügel in die Freudenschere gestellt, etwa bei Bekanntgabe einer Hochzeit, Geburt oder anderer großer Feste. In Friesland bedeutete dieses Flügelzeichen hingegen einen Trauerfall auf der Mühle.

Zeichnung einer Mühle mit Flügeln in 45 Grad Stellung (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Schere im 45°-Winkel

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Schere im im Andreaskreuz (45°-Winkel)

Die Windmühlenflügel wurden ohne Segel in die Schere gestellt, wenn die Mühle kurzfristig außer Betrieb war. Darüber hinaus hatte die Flügelstellung bei einem heraufziehenden Gewitter den praktischen Zweck die Gefahr von Blitzeinschlägen zu minimieren. Waren die Segel in der 45°-Schere bespannt, drohte Feuergefahr.

Zeichnung einer Mühle mit Freudenschere (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Feierabend

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Feierabend

In senkrechte Stellung gebracht, bedeutet das Flügelkreuz bei unbespannten Segeln eine lange Arbeitspause, etwa infolge von Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten der Mühle, oder auch das Ende der Tagesarbeit. Waren die Segel in der senkrechten Stellung hingegen mit Tuch bespannt, signalisierte der Müller fehlendes Mahlgut, ein potentieller Kunde konnte also sofort bedient werden.

Zeichnung einer Mühle mit Trauerschere (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Trauerschere

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Trauerschere

Wie heute noch Fahnen bei traurigen Anlässen auf Halbmast gezogen werden, so hatte die Windmühle bei einem Trauerfall eine eigene Flügelstellung, die Trauerschere. Dabei wurden die Windmühlenflügel wenig seitlich vom vertikalen Stand befestigt. Fehlte auf den Mühlenflügeln das Segel, signalisierte der Müller, dass kein Getreide angeliefert werden durfte, weil die Mühlsteine geschärft wurden

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 01.06.2009

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