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Die Swingin' Sixties

In den 60er Jahren rebellierten Jugendliche weltweit gegen eine eingeengte und konservative Gesellschaftsstruktur. Die Friedensbewegung feierte große Erfolge, und neben dem Protest und Aufstand gegen politische Ereignisse weitete sich auch der Kampf für Freiheit in Kunst und Kultur aus - ein Kampf gegen Spießertum und vorgegebene Verhaltensmuster. Noch heute gelten die "Wilden 60er" als Inbegriff der schrillen Jugendkultur, die in London ihren Ursprung hatte: Drogen und Rockmusik, lange Haare auch bei Männern, ausgefallene Kleidung, der Drang nach politischer und kultureller Freiheit waren angesagt. In London eroberten Beatmusik, Rockbands und der Minirock die Herzen der Jugendlichen.

Auf dem Schwarzweißbild springen vier, im schicken 60er-Jahre-Look gekleidete, junge Männer in die Luft. (Rechte: dpa)

Pink Floyd 1967 in London

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Die Carnaby Street – das Mekka der Modewelt

Das "Time Magazine" prägte den Begriff "Swingin' Sixties", der bis heute als die treffende Bezeichnung des Jahrzehnts mit dem beschwingten Lebensgefühl gilt. Dieses Lebensgefühl wurde nirgends so intensiv gefeiert wie in der Carnaby Street: Die kleine Straße in Londons Szeneviertel Soho entwickelte sich in den 60er Jahren zum Mekka der Mode- und Musikwelt. Londons Vorzeigestraße bot die angesagtesten Mode- und Musikläden der Welt. Hier reihte sich eine extravagante Boutique an die andere. Hier entstanden Trends.

Junge Frau mit schickem Pony-Kurzhaarschnitt im Minikleid hält leger einen Mantel über ihrer Schulter. Sie trägt weiße Stiefel und guckt freundlich in die Kamera. (Rechte: dpa)

Mary Quant erfand den Minirock

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Die passende Kleidung zu diesem Jahrzehnt im Aufbruch schuf Modedesignerin Mary Quant. 1965 erfand sie den Minirock, der mit allen bisherigen Modekonventionen brach. Die skandalträchtige und haarscharf bemessene Rocklänge wurde heiß diskutiert und in provokativen Aktionen dargeboten. Der Minirock wurde zum Politikum, er galt als Zeichen der rebellierenden Jugendlichen und war Auslöser vieler Demonstrationen und Kundgebungen. Doch schon bald wurde er zum absoluten Modetrend der 60er Jahre. Schnell kam keine Modezeitschrift mehr ohne ihn aus. Twiggy, das dürre Model, war in den 60ern Ausdruck und Vorbild einer ganzen Generation und Modewelle. In einem revolutionären Modeumschwung löste die coole Mode der 60er Jahre den biederen Hausfrauenlook der 50er ab. Die Frisuren wurden kurz und peppig, die Mode cool und ausgeflippt. Erlaubt war, was gefiel.

Schwarzweißbild der Beatles: Die vier jungen Männer in schwarzen Anzügen und mit Krawatten sind halbnah im Bild und zeigen jeweils eine Auszeichnung in die Kamera. (Rechte: AKG)

Verleihung "Member of the British Empire" an die Beatles

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Swingin' London und seine Musik

Auch in der Musik sprengte London in den 60er Jahren alle Grenzen. In London befanden sich die angesagten Clubs, hier fanden die besten Partys statt, hier bestand das Leben aus Exzessen, aus Partys und Drogenrausch. Aufgrund des vorangegangenen Babybooms gab es in den 60ern eine nie da gewesene Zahl an partywilligen Jugendlichen. Entsprechend brodelte und swingte eine ganze Generation voller Musik- und Modefans. Exzentrische Partys, wilde Konzerte und poppig-schrille Fans im Musikrausch machten das Leben in London zur großen Party.

Bands wie die Sex Pistols, Jimi Hendrix und The Clash, die unter anderem mit "London Callin'" einen großen Hit landeten, gehören seither zu London wie seine wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die Beatles, Pink Floyd oder die Rollings Stones feierten hier ihren Durchbruch und schrieben Musikgeschichte. Der Zebrastreifen, den die Beatles auf ihrem Plattencover der nach der Abbey Road benannten Langspielplatte überquerten, ist noch heute eine Touristenattraktion. Und auch Konzertsäle wie der "Wag Club" oder "The Club", in denen einst Pink Floyd oder Soft Machine spielten, ziehen noch immer Musikbegeisterte an. Auch in der Gegenwart besticht London durch eine beeindruckende Musikszene. Doch die 60er Jahre bleiben einzigartig. Damals wanderten von London aus Bands und Stücke in die Welt hinaus, die Generationen bis heute begeistern.

Andrea Schultens, Stand vom 01.06.2009
Sendung: London - Neues von der Themse, 15.09.2008

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Bildcollage zum Thema Großbritannien (Rechte: dpa)

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