Schwäbische Alb
Geologie der Schwäbischen Alb
Erdgeschichtlich zählt die Schwäbische Alb zu den wichtigsten Regionen Europas. Sie ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse: Ein weit vernetztes Höhlensystem durchzieht in der höhlenreichsten Landschaft Deutschlands das Karstgebirge. Viele Höhlen sind zu besichtigen, ebenso wie die Krater uralter Meteoriteneinschläge: das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken. Vor Millionen von Jahren schuf ein Meer die typischen Jura-Zeugenberge - auf einem steht Burg Hohenzollern. Saurierfunde sowie die weltweit ältesten bekannten Musikinstrumente und Kunstwerke machen die Schwäbische Alb zu einem einzigen kulturellen und erdgeschichtlichen Erlebnispark. Deshalb ist sie auch Mitglied im Netzwerk nationaler, internationaler und Unesco-Geoparks. Auf Lehr- und Erlebnispfaden lassen sich die Besonderheiten am besten entdecken.
Die Geschichte der Schwäbischen Alb
Die Schwäbische Alb ist ein Landstrich voller Gegensätze: Unzählige Schlösser und Burgen findet man inmitten karger und weitläufiger Landschaften. Besonders im Mittelalter errichteten viele Rittergeschlechter und Adelsfamilien Burgen als Machtzentren. Ob Römer, Alemannen, Staufer oder Hohenzollern - sie alle hinterließen Spuren. Die Entwicklung der Alb lässt sich bis in die frühe Besiedlung in der Zeit um 35.000 Jahre vor Christus zurückverfolgen.
Auf der "rauen Alb" machten es Klima, Boden, Wasser und Wind den Menschen immer schon schwer, die Landschaft zu bewirtschaften. Die Erträge waren gering, die Landbewohner blieben zeitlebens Kleinbauern mit einem entbehrungsreichen Leben. Mit der aufkommenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert boten sich Erwerbschancen für die Bevölkerung. Vor allem die Textilfabriken wie "Triumph" und andere entstanden. Viele weitere Tüftler und Erfindungen stammen von der Schwäbischen Alb. Ihrer frühen Spezialisierung verdanken Firmen wie "Steiff", "Märklin", "Voith" et cetera ihren weltweiten Erfolg.
Zukünftiges "Biosphärengebiet Schwäbische Alb"
Zum Schutz typischer Landschaften weist die Unesco weltweit Biosphärenreservate aus. Auch die Fläche auf der Mittleren Schwäbischen Alb geht von einer Auszeichnung bis 2009 aus. Bisher muss sie aber noch "zukünftig" im Namen tragen. Bis 2005 war die Stadt Münsingen auf der Mittleren Schwäbischen Alb Garnisonsstadt und hatte einen großen Truppenübungsplatz. Nach dem Abzug der Bundeswehr gehört sie heute zum zukünftigen "Biosphärengebiet Schwäbische Alb". Außerdem gehören Bad Urach und Reutlingen, die Gemeinden Gomadingen, St. Johann, Zwiefalten, Hayingen, Heroldstatt, Dettingen und Neuffen dazu. Die zusammenhängende Fläche von etwa 6700 Hektar diente über hundert Jahre so gut wie ausschließlich der militärischen Nutzung. Die Landwirtschaft beschränkte sich auf durchziehende Schafherden. Das Ergebnis dieser Naturbelassenheit schuf eine in Deutschland nahezu einmalige Unberührtheit von Flora und Fauna. Auf dem Albtrauf und der Albhochfläche findet man noch Streuobstwiesen und Buchenwälder, Wacholderheiden und Heckenlandschaften, dazu eine Vielfalt an seltenen Tierarten, die hier ungestört leben dürfen. Heute geht es im zukünftigen "Biosphärengebiet Schwäbische Alb" beispielhaft um eine nachhaltige Entwicklung. Erfolgreicher Umweltschutz und traditionelle Landnutzungsformen mit neuen schonenden Wirtschaftsweisen sollen die typischen Landschaften sichern. Dies führt zu einem Biotop- und Artenschutz, der mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der im Gebiet lebenden Menschen verknüpft wird. Es gilt die Lebensgrundlage der Menschen mit ressourcenschonender Wirtschaftsweise zu sichern.
Almut Röhrl, Stand vom 18.10.2012
Sendung: Schwäbische Alb - Von Burgen, Höhlen und Sauriergräbern, 23.10.2012







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