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Teutoburger Wald

Östlich von Münster, in Niedersachsen und Westfalen, zwischen Osnabrück und Paderborn, erhebt sich der Teutoburger Wald. Berühmt wurde das deutsche Mittelgebirge durch die Varusschlacht im Jahre 9 nach Christus, in der der Cheruskerfürst Hermann das römische Besatzungsheer vernichtend geschlagen hat. Sein Denkmal bei Detmold ist noch heute DAS Wahrzeichen des Teutoburger Waldes. Doch gibt es in der beliebten Ferienregion noch viele andere Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel die dreiflügelige Wewelsburg.

In einem Waldgebiet erhebt sich das Hermannsdenkmal. Auf einer Kuppel, die von Säulen getragen wird, steht die große Hermannsstatue. Der rechte Arm ist nach oben gestreckt, in der Hand ein Schwert. (Rechte: Lippe Tourismus & Marketing AG)

Das Hermannsdenkmal bei Detmold

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Drei Bergrücken, zwei Nationalparks

Drei parallel laufende Höhenrücken - bis zu 150 Kilometer lang - bilden den Gebirgszug, der ursprünglich einmal Osning hieß. Viel bekannter ist das Mittelgebirge aber unter seinem neuen Namen Teutoburger Wald, der ihm zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegeben wurde. Teutoburg: Das heißt wahrscheinlich so viel wie "Volksburg". Das Gebiet des Teutoburger Waldes teilt sich heute in zwei große Naturparks: zum einen das "Eggegebirge - südlicher Teutoburger Wald" und das " Wiehengebirge - nördlicher Teutoburger Wald". Die höchste Erhebung des Gebirges ist der 446 Meter hohe Barnacken im äußersten Südosten. "Mein Herz ist grün vor Wald", schrieb einst ein Heimatdichter über die Region - völlig zu Recht, denn die dichten hohen Wälder auf dem Bergkamm wechseln mit freieren Perspektiven des Ravensberger Landes mit seiner typisch ostwestfälischen Parklandschaft.

Zwei parallel senkrecht stehende Felsen der Externsteine, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind. (Rechte: Lippe Tourismus & Marketing AG)

Geheimnisvoll: die Externsteine

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Ausflugsziele: Geschichte und Geheimnisse

Das Hermannsdenkmal in der Nähe von Detmold ist sicherlich der beliebteste Anlaufpunkt der Region. Doch ob hier wirklich die Varusschlacht stattgefunden hat, ist eher fraglich. Viel eher wird der Schauplatz im etwas weiter nördlich gelegenen Wiehengebirge vermutet. Ein weiterer Höhepunkt sind die beeindruckenden Externsteine bei Horn-Bad Meinberg. Die Sandsteinformation und ihre von Menschenhand geschaffenen Anlagen geben den Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf. Waren die Externsteine ein vorchristlicher Kultort oder nicht? Diese Frage ist bis heute sehr umstritten. Zur Sommersonnenwende am 21. Juni versammeln sich hier jedes Jahr bis zu 50.000 Menschen und feiern. Weniger Rummel findet der Besucher auf einer der vielen sehenswerten Burgen und Schlösser, allen voran dem Schloss in Detmold, der Residenz der Fürsten zur Lippe. Empfehlenswert ist außerdem ein Besuch des Schlosses Brake bei Lemgo und der dreiflügeligen Wewelsburg bei Paderborn. Wer sich mehr für neuere Geschichte interessiert, wird in der Glashütte Gernheim fündig, die zum westfälischen Industriemuseum gehört.

Das Bild zeigt ein weißes Bürgerhaus mit kunstvoll verzierter Fassade und Dachgiebel. (Rechte: Mauritius)

Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo

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Wohlstand und Wohlsein

800 Jahre Selbstständigkeit in Lippe haben Spuren hinterlassen. Genauso die Grafschaften und Fürstentümer, die sich hier ansiedelten. Noch heute zieren prachtvolle, im Stil der Weserrenaissance verzierte Bauten aus dem 16. Jahrhundert und unzählige Fachwerkhäuschen die historischen Stadtkerne von Bad Salzuflen, Blomberg, Detmold, Horn, Lüdge und Schwalenberg. In Bad Salzuflen ist der Wohlstand, den der Salzhandel im 16. Jahrhundert in die Stadt brachte, nahezu an jeder Ecke spürbar. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Handel mit dem "weißen Gold" die wichtigste Einnahmequelle. Und noch heute sprudeln die Thermalsolequellen - sehr zur Freude der Wellnessurlauber. Zu den städtebaulichen Höhepunkten - nicht nur der Region, sondern ganz Deutschlands - zählt sicherlich die alte Hansestadt Lemgo. Renaissance kann man hier nicht nur anschauen, sondern auch kosten: Im Schlosshotel Stadtpalais wird für Gruppen sogar ein Menü nach historischen Rezepten angeboten.

Das Bild zeigt die Lippische Felsengruppe Velmerstot, Endpunkt des 156 Kilometer langen Hermannsweges. Der Wanderweg gilt als einer der schönsten Deutschlands und führt auf dem Kamm über den gesamten Teutoburger Wald. (Rechte: Lippe Tourismus & Marketing AG)

Velmerstot - hier endet der Hermannsweg

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Wandern und schlemmen

Wer sich gerne in der Natur aufhält und bewegt, findet im Teutoburger Wald ein Ziel mit einem sehr gut ausgebauten Wandernetz. Vor allem der 156 Kilometer lange Hermannsweg gilt als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands. Er beginnt in Rheine und führt bis zur Felsgruppe des Lippischen Velmerstot - immer auf dem Kamm des Teutoburger Waldes. Am Stück ist der Weg nicht zu schaffen, aber man kann ihn natürlich auch in vielen kleinen Teilstücken begehen.

Auch Radfahrer und Mountainbiker kommen in der Region voll auf ihre Kosten. Sportliche Bewegung und Geschichte - das lässt sich in kaum einer anderen Ferienregion so gut vereinen. Dank der günstigen Berglage findet sich in Oerlinghausen der größte Segelflugplatz Europas. Hier finden jedes Jahr nationale und internationale Wettbewerbe statt - ein Muss für jeden Flieger. Sole, Moor, Schwefel sowie kalte und warme Heilwasser lassen zudem die Herzen aller Wellnessfans höher schlagen. Für das leibliche Wohl sorgt die gut ausgebaute örtliche Gastronomie. Zum Beispiel in Lippe, das für seine schmackhafte, aber deftige Küche bekannt ist. Spezialitäten sind unter anderem der Lippische Pickert (ein Kartoffelpfannkuchen mit verschiedenen Zutaten), die Lippische Kartoffelsuppe oder die Lippische Palme (Grünkohl) mit Kohlwurst.

Kerstin Dreher, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Magische Orte - Planet Wissen bei den Externsteinen, 25.08.2006

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Bildcollage zum Thema Mittelgebirge (Rechte: SWR)

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