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Feinstaub

Überall in der Luft schwirren ultrafeine Staubteilchen herum. Federleicht und winzig klein. Milliarden Partikel in jedem Kubikmeter Luft. Dieser Feinstaub ist maßgeblich an der stetigen Zunahme von Atemwegserkrankungen beteiligt. Wegen der Feinstaubbelastung verkürzt sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland schon heute um circa ein Jahr.

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Feinstaub – Unsichtbare Gefahr (3'41'')
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Selbstgemachter Dreck

Feinstaub ist ein Produkt der Fortschrittsgesellschaft. Dieselmotoren erzeugen durch unvollständige Verbrennung den weitaus größten Teil der Partikel. Sie stoßen im Vergleich zu Benzinmotoren bis zu 1000-mal mehr Feinpartikel aus. Aber auch der Abrieb von Autoreifen, Bremsen und Straßenbelag sowie Industrieabgase und der Luftverkehr tragen ihren Anteil zur bedenklichen Konzentration ultrafeiner Stäube in der Atemluft bei. Feinstaub kann ganz unterschiedlichen Ursprungs sein. Was ihn charakterisiert ist, dass die Partikel nicht größer als zehn Mikrometer sind, also gerade mal ein Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares. Die für die Lunge gefährlichsten Stäube sind sogar weniger als 2,5 Mikrometer groß.

Arzt betrachtet die Röntgenaufnahme einer Lunge (Rechte: dpa)

Feinstaub dringt bis tief in die Lungenbläschen vor

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Die Lunge als Einfallstor für Feinstaub

Feinstaubpartikel sind so klein, dass sie ungehindert bis in die feinsten Verästelungen der Lunge vordringen können - sie gehen dem Reinigungssystem der Lunge einfach durch die Maschen. Größere Partikel werden schon in der Nase oder in den Bronchien durch feine Härchen und klebrigen Schleim aus der Atemluft herausgefiltert. Feinstaub dringt bis tief in die Lungenbläschen vor und löst dort als Fremdkörper Entzündungen aus. Menschen, die viel mit Feinstaub in Berührung kommen, haben ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Bei Patienten mit Atemwegserkrankungen verschlimmert sich die Atemnot. Feinstaub kann die feine Haut der Lungenbläschen sogar durchdringen, wird vom Blut aufgenommen und in andere Organe hineingespült. Durch Partikel, die sich in den Adern festsetzen, steigt auch das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Verkehrsschild mit der Aufschrift Umweltzone. (Rechte: ddp)

Umweltzonen werden in immer mehr Städten eingeführt

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Saubere Luft für alle

Um die Feinstaubkonzentration in der Luft zum Schutz der Gesundheit einzudämmen, gelten in der Europäischen Union seit Anfang 2005 strengere Grenzwerte. Die Partikelkonzentration darf im Tagesmittelwert 50 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht überschreiten. Der Jahresmittelwert liegt sogar bei nur 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Überschritten werden diese Werte hauptsächlich an stark befahrenen Straßen in den Großstädten. 35 Grenzwertüberschreitungen pro Jahr sind zulässig. Werden diese überschritten, muss die jeweilige Stadt einen verpflichtenden Luftreinhalteplan erstellen. Dieser Plan beinhaltet zukünftige Maßnahmen, um die Feinstaubkonzentration zu verringern. Viele Städte führten in diesem Zuge sogenannte Umweltzonen ein, in die nur Autos fahren dürfen, die einen geringen Feinstaubausstoß haben. Andere Städte sperren bei Überschreitung der Grenzwerte ganze Straßen für den Lastverkehr. Zur weiteren Verminderung der Feinstaubbelastung werden zudem Partikelfilter in Dieselfahrzeugen steuerlich gefördert. LKW mit derartigen Filtern müssen weniger Mautgebühren auf deutschen Autobahnen bezahlen.

Ursprünglich wollte die Europäische Union die Tages- und Jahresgrenzwerte bis 2010 weiter runtersetzen. Da sich aber 2008 noch kein wesentlicher Erfolg bei der Reduzierung der Feinstaubbelastung erkennen ließ, blieben die Grenzwerte auf dem Niveau von 2005. Das Bundesumweltamt stellt frei zugänglich die Tagesmittelwerte für  viele deutsche Städte ins Netz, sodass sich jeder Bürger über die aktuelle Belastung in seiner Gemeinde informieren kann.

Hans Jürgen von der Burchard/Tobias Aufmkolk, Stand vom 04.11.2011
Sendung: Su­per­lun­ge, sen­si­ble Lunge - Vom Atmen und Luft an­hal­ten, 05.12.2011

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