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Feinstaub

Überall in der Luft schwirren ultrafeine Staubteilchen herum. Federleicht und winzig klein, sodass kein Auge sie sehen kann. Milliarden Partikelchen in jedem Kubikmeter Luft. Dieser Feinstaub, so haben Wissenschaftler herausgefunden, ist maßgeblich an der stetigen Zunahme von Atemwegserkrankungen beteiligt. Wegen der Feinstaubbelastung verkürzt sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland schon heute um fast ein Jahr.

Aufnahme eines Feinstaub-Russpartikels (ca. 13.000-fache Vergrößerung) (Rechte: ddp)

Feinstaub muss reduziert werden

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Feinstaub ist ein Produkt der Fortschrittsgesellschaft. Dieselmotoren erzeugen durch unvollständige Verbrennung den weitaus größten Teil der Partikel. Sie stoßen im Vergleich zu Benzinmotoren bis zu 1000-mal mehr Feinpartikel aus. Aber auch der Abrieb von Autoreifen, Bremsen und Straßenbelag, Industrieabgase und der Luftverkehr tragen das Ihrige zu der bedenklichen Konzentration ultrafeiner Stäube in der Atemluft bei. Feinstaub kann ganz unterschiedlichen Ursprungs sein. Was ihn charakterisiert ist, dass die Partikel nicht größer als 10 Mikrometer sind, also gerade mal ein Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares. Die für die Lunge gefährlichsten Stäube sind sogar weniger als 2,5 Mikrometer groß.

Arzt betrachtet die Röntgenaufnahme einer Lunge (Rechte: dpa)

Feinstaub dringt bis tief in die Lungenbläschen vor

Die Lunge als Einfallstor für Feinstaub

Feinstaubpartikel sind so klein, dass sie ungehindert bis in die feinsten Verästelungen der Lunge vordringen können: sie gehen dem Reinigungssystem der Lunge einfach durch die Maschen. Größere Partikel werden nämlich schon in der Nase oder in den Bronchien durch feine Härchen und klebrigen Schleim aus der Atemluft herausgefiltert. Feinstaub dringt bis tief in die Lungenbläschen vor und löst dort als Fremdkörper Entzündungen aus. Menschen, die viel mit Feinstaub in Berührung kommen, haben ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Bei Patienten mit Atemwegserkrankungen verschlimmert sich die Atemnot. Feinstaub kann die feine Haut der Lungenbläschen sogar durchdringen, wird vom Blut aufgenommen und in andere Organe hineingespült. Durch Partikel, die sich in den Adern festsetzen, steigt auch das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden.

Saubere Luft für alle

Um die Feinstaubkonzentration in der Luft zum Schutz der Gesundheit einzudämmen, gelten in der Europäischen Union seit Anfang 2005 strengere Grenzwerte. Die Partikelkonzentration darf in 24 Stunden 50 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht überschreiten. Der Jahresgrenzwert liegt sogar bei durchschnittlich nur 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Für die Allgemeinheit zugänglich, stellt das Bundesumweltamt die Tagesmittelwerte für die meisten deutschen Städte ins Netz. Die täglichen Grenzwerte wurden von vielen Städten allerdings schon in den ersten drei Monaten an mehr als 30 Tagen überschritten. Für Deutschland erhofft man sich von den gegenwärtigen politischen Maßnahmen bis zum Jahr 2010 eine um 2,7 Monate verlängerte Lebenserwartung. Da Feinstaub sich grenzüberschreitend ausbreitet, stammt ein Teil der Konzentrationen immer auch aus anderen Ländern. Vom deutschen Feinstaub (<2, 5 mm) ist nur knapp die Hälfte „selbst gemacht“, andererseits tragen deutsche Emissionen ganz wesentlich zur Belastung Dänemarks und Tschechiens bei.

Hans Jürgen von der Burchard, Stand vom 31.01.2006
Sendung: Lunge im Stress - Wenn die Luft weg bleibt, 29.08.2006

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