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Lunge

Die Lunge ist eines der am meisten unterschätzten Organe in unserem Körper. Man atmet automatisch, ohne groß darüber nachzudenken. Verletzungen oder Erkrankungen kündigen sich nicht lange vorher an, die Symptome schwerer Lungenkrankheiten treten oft erst nach Jahren auf. Und dann wird die Behandlung meist schwierig.

Illustration der menschlichen Atemwege (Rechte: dpa)

Wir atmen täglich 15.000 Liter Luft

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Atmen ist Leben

Die Lunge ist eines unserer leistungsstärksten Organe. Ein Leben lang verrichtet sie ganz im Verborgenen ihren unersetzlichen Dienst. 15 000 Liter Luft atmen wir jeden Tag ganz automatisch ein und aus. Wie von selbst wird der Körper so mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt, ohne den das Gehirn keine zwei Minuten überleben würde. In den feinsten Verästelungen der Lunge arbeiten die Lungenbläschen mit Hochdruck an dem lückenlosen Transport der Atemgase. Auf einer Fläche, aufgefaltet so groß wie ein Tennisplatz, wird wie am Fließband Sauerstoff ans Blut abgegeben und Kohlendioxyd aus dem Körper abtransportiert. Jede Minute fließen dabei fünf Liter Blut durch die Lunge.

Ein Arzt hört den Rücken eines Patienten mit einem Stethoskop ab. (Rechte: dpa)

Vorsorge ist wichtig

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Volkskrankheit Lungenleiden

Die Zahl der Menschen mit Lungenerkrankungen nimmt weltweit immer weiter zu. Chronische Bronchitis (COPD), Tuberkulose und Lungenentzündung gehören schon jetzt zu den zehn häufigsten krankheitsbedingten Todesursachen. Mit steigender Tendenz, obwohl die Auslöser meistens bekannt sind und oft vermeidbar wären . Acht von zehn COPD-Patienten sind Raucher. Lungenkrebs hätte ohne Zigaretten Seltenheitswert. Aber auch Asthma erreicht mit 5 Millionen Betroffenen allein in Deutschland die Dimensionen einer Volkskrankheit.

Neues Verkehrsschild 'Feinstaub': Fahrverbot für LKW - Lieferverkehr frei (Rechte: dpa)

Kampf dem Feinstaub

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Gefährlicher Feinstaub

Die Lunge steht in ständigem Kontakt mit der Umwelt und ist deshalb besonders großen Gefahren ausgesetzt. In der Luft schwirren Millionen kleinster Staubteilchen herum, auch wenn man sie nicht sieht. Gerade die allerkleinsten sind auch die gefährlichsten, denn sie gehen dem raffinierten Filtersystem der Lunge einfach durch die Maschen. Größere Partikel werden schon in der Nase herausgefiltert, spätestens bleiben sie jedoch an dem klebrigen Schleim der Bronchien kleben, der den Staub wie eine Fliegenfalle fängt. Feine Härchen, die sich hin und her bewegen wie Ähren im Wind, befördern den Staub samt Schleim einfach wieder heraus. Aber der gefährliche Feinstaub dringt bis tief in die feinsten Verästelungen der Lunge vor und kann nicht entsorgt werden. Schlimmer noch – am Feinstaub haften Chemikalien können schwerste Krankheiten auslösen.

Die Lunge fit halten

In der Atemmuskulatur steckt jede Menge Leistungspotenzial. Wer sie aktiv trainiert, kann ihre Leistung um bis zu 300% steigern. Oft machen Sportler schlapp, weil die Atemmuskulatur aufgegeben hat, obwohl die Beine noch laufen könnten. Denn wenn das am Atmen beteiligte Zwerchfell ermüdet, vermindert ein Reflex des Nervensystems den Blutfluss in den Beinen. Eine eingebaute Notbremse, die vor Sauerstoffmangel schützt. Nur wenn auch die Lunge fit ist, kann man laufen, soweit die Beine tragen.

Sport trotz Luftnot

Asthma und chronisch obstruktive Bronchitis sind noch lange kein Grund bewegungslos zu bleiben. Die Zeiten, in denen asthmakranke Kinder vom Schulsport befreit wurden sind lange vorbei. Heute heißt es, dass nur mit Hilfe von Sport- und Bewegungstherapie körperliche und psychische Folgen chronischer Lungenerkrankungen erfolgreich verbessert werden können. Natürlich sollte man das Ganze nicht übertreiben, aber auch unter den Spitzensportlern gibt es viele Asthmatiker. In der Regel sind Lungensportgruppen hilfreich, in denen das Training speziell auf bestimmte Krankheitsbilder abgestimmt ist. So kann jeder Patient sein eigenes Leistungsniveau finden

Hans Jürgen von der Burchard, Stand vom 31.01.2006
Sendung: Lunge im Stress - Wenn die Luft weg bleibt, 29.08.2006

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