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Survival of the Fittest - die Hauptthesen der Evolutionstheorie

"Mir ist, als gestehe ich einen Mord", beginnt Charles Robert Darwin sein wohl bekanntestes Werk. Und in der Tat revolutionierte er mit seiner Evolutionstheorie nicht nur die Naturwissenschaften. Zudem erschütterte er das damalige Weltbild.

Ölgemälde (John Collier 1883) zeigt Charles Darwin (Rechte: picture-alliance/ dpa)

Am 12. Februar 1809 im englischen Shrewsbury geboren

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Gott als allmächtiger Schöpfer

Mitte des 19. Jahrhunderts glaubten die meisten Menschen, dass Gott die Erde im Jahr 4004 vor Christus geschaffen hat, zusammen mit allen Tieren und Pflanzen. Deren Schönheit, Vielfalt und perfekte Anpassung an die Natur galten als Belege für die Macht des Schöpfers. Seit der Geburt unseres Planeten, so die Überzeugung, war keine Art verschwunden oder dazugekommen.

Erste Seite des Original Drucks von 1859. (Rechte: picture-alliance/ dpa)

Am ersten Tag schon ausverkauft

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Darwins Theorie war ein Bestseller

Charles Robert Darwin verfolgte eine andere Idee zur Entstehung irdischen Lebens. In seinem Buch mit dem opulenten Titel "On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life" (auf Deutsch "Von der Entstehung der Arten mit Hilfe der natürlichen Zuchtwahl oder Die Erhaltung von bevorzugten Rassen im Lebenskampf“) veröffentlichte er sie am 24. November 1859 zum ersten Mal. Die Auflage von 1250 Exemplaren war bereits am ersten Tag vergriffen. Das Buch und zahlreiche weitere Exponate sind im Londoner Naturhistorischen Museum ausgestellt.

1. Hauptthese

Der Begriff "Evolution" kommt in dieser ersten Auflage nicht vor. Dennoch steckt hinter Darwins erster Hauptthese genau das. Sie besagt, dass sich die Natur allmählich entwickelt hat und nicht auf einen Schlag von Gott geschaffen wurde. Diese Überlegung untermauerte Darwin mit detaillierten wissenschaftlichen Belegen, die er während seiner Schiffsreise mit der HMS Beagle sowie nach seiner Rückkehr nach England gesammelt hatte.

2., 3. und 4. Hauptthese

In seiner Theorie zur Entstehung der Arten behauptet Darwin außerdem, dass sich alles Leben auf der Erde aus verschiedenen Urformen entwickelt hat. In diesem Zusammenhang stellt der Naturforscher zwei weitere Hauptthesen auf: Erstens verändern sich die Arten ständig, und zweitens ist diese Veränderung ein Ergebnis der sogenannten natürlichen Auslese, die Darwin "struggle for existence" nennt, also "Kampf ums Dasein".

Entwicklung geschieht durch natürliche Auslese

Darwins Idee hinter der natürlichen Auslese ist einfach. Alles Leben strebt danach, sich zu vermehren, doch da es in jedem Lebensraum nur begrenzte Ressourcen gibt, können es nicht alle Organismen schaffen. Um die Wahrscheinlichkeit des Überlebens zu erhöhen, produzieren die einzelnen Arten viele Nachkommen - mehr als nötig. Diese Nachkommen sind nach dem Zufallsprinzip alle mit etwas unterschiedlichen Merkmalen ausgestattet. Einige Individuen sind dadurch besser an ihre Umwelt angepasst als andere, sie überleben und können sich vermehren. So setzen sich ganz automatisch die vorteilhaften Merkmale durch. Darwin nennt dies "Survival of the Fittest". Damit meint er "der am besten Angepasste überlebt" und nicht etwa "der Stärkste".

Drei Riesenschildkröten fressen große grüne Blätter in der Charles-Darwin-Station auf der Galapagos-Insel (Rechte: picture-alliance/ dpa)

Die berühmten Galapagos-Schildkröten

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5. Hauptthese

Die Anpassungen an die jeweiligen Lebensumstände können innerhalb einer Art unterschiedlich sein. Auf den Galapagosinseln hatte Darwin beobachtet, dass einzelne Gruppen einer Art, sogenannte Populationen, sich unabhängig voneinander entwickeln, wenn sie beispielsweise weit voneinander entfernt leben. Bestimmte Finken- und Schildkrötenarten etwa hatten sich auf jeder Insel individuell an die Gegebenheiten angepasst und charakteristische Schnabel- beziehungsweise Panzerformen entwickelt. Während eines solchen Anpassungsprozesses kann es passieren, dass sich die Populationen einer Art derart weit auseinanderentwickeln, dass sie schließlich zu unterschiedlichen Arten werden, sich also nicht mehr miteinander fortpflanzen können. Auch dafür fand Darwin Beispiele auf den Galapagosinseln.

Die Veröffentlichung der Theorie gestaltet sich schwierig

Trotz der erdrückenden Beweise für seine Evolutionstheorie, die er im Laufe seines Forscherlebens sammelte, war Darwin lange unsicher, ob er seine Forschungsergebnisse tatsächlich veröffentlichen sollte. Mehr als 20 Jahre nach seiner Rückkehr von der Beagle-Reise wagte er es schließlich doch. Einige feierten Darwin nach der Lektüre als Revolutionär der Naturwissenschaft. Wie bereits vorab von Darwin selbst vorhergesagt, schimpften ihn die meisten jedoch einen Ketzer und Atheisten.

Darwins Theorie als Grundlage der modernen Biowissenschaften

Tatsächlich lag Darwin nicht mit allen seinen Überlegungen richtig. Die Entstehung des Lebens auf Erden etwa war ihm nicht klar und so kam die sogenannte Ursuppe in seiner Theorie nicht vor. Außerdem führte er das gesamte Leben auf Erden nicht auf einen Ursprung zurück, sondern glaubte, dass jede große Tiergruppe ihren eigenen Ausgangspunkt hatte, es also zahlreiche Urformen gegeben hatte. Zudem ist seine Vererbungslehre aus heutiger Sicht nicht haltbar. Dennoch zweifelt kein ernstzunehmender Forscher die Grundsätze seines Werks an. Charles Robert Darwins Theorie zur Entstehung der Arten ist längst zur Grundlage der modernen Biowissenschaften geworden.

Lena Ganschow, Stand vom 11.05.2011
Sendung: Charles Darwin und die Artenvielfalt – Vom Rätsel zur Revolution, 13.05.2011

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