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Kunst in der Eiszeit - die älteste Kunst der Welt

Spektakuläre Funde aus dem Hohlen Fels, einer Höhle bei Ulm, und anderen Höhlen der Schwäbischen Alb gelten als die ältesten Kunstwerke der Menschheit. Die zum Teil über 30.000 Jahre alten Schnitzereien aus Mammutelfenbein zeigen unter anderem einen Pferdekopf, einen Wasservogel und den berühmten Löwenmenschen. Wissenschaftler vermuten, dass es sich dabei um die Darstellung eines Schamanen handelt, möglicherweise ein Hinweis auf schamanistische Praktiken bei den Jägern der Eiszeit.

Kopf und Oberkörper des berühmten Löwenmenschen (Rechte: SWR)

Der berühmte Löwenmensch

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Der Fundort

Der Fundort des Löwenmenschen war möglicherweise ein Versteck oder ein Kultplatz, während der Hohle Fels hauptsächlich zu Wohnzwecken genutzt wurde. Die Interpretation der bisherigen Funde ergab, dass sie vor allem in den Wintermonaten und im Frühjahr von den Eiszeit-Jägern bewohnt wurde. Deren wichtigste Jagdbeute waren Pferde. Der Hohle Fels, zwischen Blaubeuren und Schelklingen gelegen, wird seit dem späten 19. Jahrhundert wissenschaftlich erforscht.

Dunkler Hintergrund auf dem eine helles Röhrchen mit Löchern zu erkennen ist (Rechte: SWR)

Das älteste Musikinstrument der Welt: eine Flöte

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Weitere Funde

Im Geißenklösterle, einer benachbarten Höhle, entdeckte ein Grabungsteam 1979 ein nur 3,8 Millimeter großes elfenbeinernes Relief mit der Darstellung eines Menschen. Hier kamen auch Überreste des ältesten bekannten Musikinstruments der Welt zum Vorschein: eine Flöte aus einem Schwanenknochen. Die Funde sind Zeugen der überraschend reichen Kultur der Eiszeit-Jäger. Die Untersuchungsergebnisse der Funde sprechen dafür, dass moderne Menschen (Homo sapiens sapiens) die Künstler waren, auch wenn diese möglicherweise zeitgleich mit den Neandertalern (Homo sapiens neanderthalensis) die Schwäbische Alb besiedelten.

Höhlenmalerei mit einem Pferd und einem Rind (Rechte: Ernst Waldemar Bauer)

Motiv aus der Höhle von Lascaux

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Höhlenmalereien

Lascaux in Südwestfrankreich und das als erstes unter den ausgemalten Höhlen entdeckte Altamira in Nordspanien gehören zu den großartigsten Zeugnissen prähistorischer Kunst in Europa. Die ungefähr 15.000 Jahre alten Höhlenmalereien zeigen hauptsächlich Tiere, doch gibt es auch einige abstrakte Motive, wie Gruppen von Punkten und Gittermuster. Das am häufigsten dargestellte Tier ist das Wildpferd, gefolgt von Wisent und Wildrind, die zusammen beinahe sechzig Prozent aller Tierbilder ausmachen. Der Rest besteht vor allem aus Rotwild, Mammut und Steinbock, dazu noch Rentier, Antilope, Ziege, Wildschwein, Nashorn und Raubtiere wie Löwe, Hyäne, Fuchs und Wolf. Nur selten dargestellt: Vögel und Fische. Seltsam ist auch, dass es nur ganz wenige Darstellungen von Menschen gibt. Dabei handelt es sich aber fast ausnahmslos um skizzenhafte, fast abstrakte Umrisse und nicht um naturgetreue Porträts, wozu die Eiszeitkünstler durchaus fähig gewesen wären.

Harald Brenner, Stand vom 23.07.2009

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Klima (Rechte: dpa)

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