Arbeiten und Leben an Bord
In der Regel befinden sich auf einem konventionellen U-Boot der Klasse 212A insgesamt 23 bis 28 Mann Besatzung an Bord. Die Mannschaft ist in zwei Wachsysteme eingeteilt, in die Steuerbordwache und die Backbordwache. Jede Wache besteht aus Wachoffizieren und Schiffstechnikern. Erstere sind für die Umsetzung militärischer und taktischer Operationen zuständig. Ihre Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass ein militärischer Auftrag auch erfüllt wird. Die Schiffstechniker, zu denen auch das Sonarpersonal gehört, sind dafür verantwortlich, dass das U-Boot ohne Probleme ab- und auftauchen kann und ohne Zwischenfälle unter Wasser von einem Ort zum anderen gelangt. Die Sonartechniker sind sozusagen die Augen und Ohren eines U-Bootes. In der Regel wird jede Wache alle vier Stunden abgelöst. Das heißt, die Mannschaft arbeitet vier Stunden, danach hat sie wieder vier Stunden Pause. In der freien Zeit wird die Wache übergeben, gekocht, gegessen und gespült. Für den Schlaf stehen dann höchstens noch zwei Stunden zur Verfügung. Pro Tag muss jede Wache drei Wechsel durchlaufen.
An Bord ist es sehr eng
Zu dem wenigen, was man über U-Boote weiß, gehört, dass es dort sehr eng ist. Und in der Tat steht der kleinste Raum auf einem U-Boot der Mannschaft zur Verfügung. Fast zwei Drittel eines 56 Meter langen Bootes ist der Technik, der Operationszentrale, den Antriebs- und Tauchsystemen vorbehalten. Auf nur 22 Quadratmetern müssen bis zu 28 Männer und Frauen miteinander zurechtkommen. Früher war es durchaus üblich, dass sich zwei Seeleute ein Bett teilten, nach dem Prinzip "der warmen Kajüte". Heute ist es schon ein Fortschritt, wenn Ess- und Schlafbereich voneinander getrennt sind. Jedem Einzelnen steht nur ein ganz kleiner Stauraum zur Verfügung. Und jeder Platz wird genutzt, um zum Beispiel Frischobst aufzuhängen. Allein der Kommandant eines U-Bootes hat eine eigene Kajüte, die drei Quadratmeter groß ist. An Bord gibt es nur zwei Toiletten und eine Dusche. Kein Wunder, dass es bei einem fünf Monate dauernden Einsatz im Mittelmeer kaum Privatsphäre gibt. U-Boot-Fahrer bezeichnen sich selbst oft als eine eingeschworene Gemeinschaft, als eine große Familie.
Sabine Kaufmann, Stand vom 25.09.2009
Sendung: Die Geschichte der U-Boote - Vom Seemannsleben unter Wasser, 25.09.2009





