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Rabenvögel

Rabenvögel gehören zu den Singvögeln, was man bei dem wenig melodiösen Gekrächze der Tiere nicht unbedingt vermuten würde. Die ältesten in Europa gefundenen Fossilien dieser Vogelfamilie sind zwölf Millionen Jahre alt. Sie umfasst zahlreiche Gattungen und Arten: Häher, Elstern, Krähen und Raben. Schon seit Urzeiten haben Rabenvögel die Phantasie der Menschen in der ganzen Welt geradezu beflügelt: Je nach Kultur wurden und werden sie verehrt oder gefürchtet.

Rabe auf einem Ast. (Rechte: Mauritius)

Verehrt oder gefürchtet

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Abstammung

Rabenvögel gehören zur Ordnung der Sperlingsvögel. Man geht davon aus, dass deren Vertreter schon vor 70 Millionen Jahren auf der Erde weit verbreitet waren. Eine Unterordnung der Sperlingsvögel sind die Singvögel, die sich aber viel später, erst etwa vor etwa 20 Millionen Jahren, entwickelt haben. Zu dieser Unterordnung zählen auch die Rabenvögel. Das Erfolgsrezept der Singvögel, die fast die Hälfte aller heute lebenden Vogelarten ausmachen, liegt in ihrer enormen Anpassungsfähigkeit an das sich verändernde Nahrungsangebot und die zum Teil drastischen Klimaschwankungen. Die Fähigkeit zum "Singen" verdanken die Tiere der ausgeprägten Entwicklung des unteren Kehlkopfes. Auch wenn Rabenvögel statt eines anmutigen Gezwitschers nur krächzende und krähende Laute von sich geben, so besitzen auch sie dieses Körpermerkmal und gehören deshalb eindeutig zu den Singvögeln.

Eichelhäher mit Jungvogel (Rechte: Mauritius)

Eichelhäher gehören auch zur Familie der Rabenvögel

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Gattungen und Arten

Denkt man an Rabenvögel, hat man meist große, pechschwarze Gesellen vor Augen. Umso überraschender ist es, dass zu dieser Familie auch Vertreter gehören, die rein äußerlich so gar nicht zu diesem stereotypen Bild passen. Dazu zählt aus der Gattungsgruppe der Häher (insgesamt 40 Arten) zum Beispiel der Eichelhäher. Er besitzt ein rötliches Gefieder, schwarz-blaue Flügel und ist relativ klein. Oder die schwarz-weiße Elster, die in weiten Teilen der Welt zu Hause ist. Neben Hähern und Elstern (20 Arten) gibt es noch die Raben und Krähen (30 Arten), zu denen auch die Dohlen gehören. Alle Gattungsgruppen umfassen etliche Arten mit unterschiedlichem Aussehen. Rabenvögel sind überall auf der Welt heimisch. In Europa findet man elf Arten: Aaskrähe, Kolkrabe, Saatkrähe, Dohle, Alpenkrähe, Alpendohle, Eichelhäher, Tannenhäher, Unglückshäher, Elster und Blauelster. Was die Rabenvögel von anderen Singvögeln deutlich unterscheidet, ist ihre Größe und ihr Gewicht. Selbst der relativ kleine Eichelhäher ist fast doppelt so groß und mit etwa 180 Gramm dreimal so schwer wie eine Singdrossel. Den Spitzenplatz hat der Kolkrabe inne: Mit rund 1,5 Kilogramm Körpergewicht ist er der unangefochtene Superstar der Familie - der größte Singvogel der Welt mit einer Spannweite von 1,20 Meter kann es kräftemäßig durchaus mit einem mittelgroßen Greifvogel aufnehmen.

Eine neukaledonische Krähe holt mit Hilfe eines Stöckchens Futter aus einem Hohlraum (Rechte: dpa)

Die Krone der Vogel-Schöpfung

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Gemeinsame Merkmale

Trotz der zum Teil erheblichen Unterschiede in Aussehen und Größe haben die Rabenvögel einige charakteristische Merkmale gemeinsam. Sie kommen mit jeder Art von Nahrung gut zurecht, zählen zu den Allesfressern, ernähren sich aber vorzugsweise von Aas. Sie besitzen einen starken Schnabel und kräftige Füße zum Festhalten und Greifen von Beute. Alle Mitglieder dieser Vogelfamilie sind deutlich größer und schwerer als andere Singvögel, manche um das 30-fache und mehr. Herausragend sind ihre kognitiven Fähigkeiten. Sie besitzen ein im Vergleich zur Körpergröße großes Gehirn und gelten, was die Intelligenz angeht, als Krone der Vogel-Schöpfung. Neueste Untersuchungen und Versuche zeigen, dass die Tiere vorausschauend planen und handeln können - eine Strategie, mit der sich selbst Primaten manchmal schwer tun. So legen sie zum Beispiel Scheinverstecke an, um Artgenossen über den wahren Verbleib ihrer Nahrungsreserven zu täuschen. Legendär sind ihr Spieltrieb und ihre Neugier. Rabenvögel leben meist monogam und verfügen über ein ausgeprägtes und hoch entwickeltes Sozialverhalten, das schon den Verhaltensbiologen Konrad Lorenz begeistert hat und Grundlage seiner Forschungen war.

Harald Brenner, Stand vom 01.06.2009

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Bildcollage zum Thema Vögel (Rechte: dpa)

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