Asteroiden
"Schmutzige Schneebälle"
Kometen bestehen hauptsächlich aus Wassereis, aber auch aus gefrorenen Gasen, Staub und kohlenstoffhaltigen Verbindungen. Diese "Verunreinigungen" haben ihnen den Spitznamen "Schmutzige Schneebälle" eingebracht. Kometen entstanden im äußeren Sonnensystem, in einer Zone zwischen den Planeten Uranus und Neptun. Dort haben sich die heißen Gase auf ihrem Weg an den Rand des Sonnensystems abgekühlt, bis sie zu festen Körpern aus Eis wurden. Gegen Ende der Entstehung des Sonnensystems katapultierten die Anziehungskräfte größerer Planeten die Kometen aus dieser Zone heraus. Heute halten sie sich am äußersten Rand des Sonnensystems, in der sogenannten "Oortschen Wolke" auf. Dort bewegen sich, so vermutet man, auf nahezu kreisförmigen Bahnen um die Sonne. Ihre Entfernung von unserem Zentralgestirn: 20.000 bis 45.000 Astronomische Einheiten. Eine Astronomische Einheit entspricht der Entfernung von der Erde zur Sonne oder 149,6 Millionen Kilometern.
Gelegentlich kommt es vor, dass Kometen von ihrer Kreisbahn auf eine elliptische Bahn umgelenkt werden, die sie näher an die Sonne und auch an die Erde heranführen. Der Grund dafür kann eine Kollision mit einem anderen Kometen oder die Anziehungskraft eines vorbeiziehenden Planeten sein. Durch die Annäherung an die Sonne verdampft ein Teil des Eises. Es bildet sich eine riesige Gas- und Staubwolke um den Kern des Kometen, die sogenannte Koma. Der Sonnenwind, ein Strom von Teilchen, der ständig von der Sonne ins All gepustet wird, reisst Materie aus der Koma mit sich. So bildet sich der Kometenschweif, der bis zu 300 Millionen Kilometer lang sein kann. Er reflektiert das Sonnenlicht besonders stark und ist deshalb für uns gut sichtbar.
Die bisher beobachteten Kometenkerne sind meistens einige Kilometer groß. Kometen unter 100 Meter Durchmesser gibt es kaum. Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen, sind selten größer als 10 bis 15 Kilometer. Dagegen war der Komet Hale Bopp mit 40 Kilometer Durchmesser schon ein Riese. Kometen haben im Gegensatz zu Asteroiden nur eine geringe Festigkeit und können, besonders in Sonnennähe, leicht auseinanderbrechen. Auch beim Vorbeiflug an einem Planeten können Gezeitenkräfte Kometen auseinanderreißen. Dieses Schicksal ereilte 1992 den Kometen Shoemaker-Levy beim Vorbeiflug an Jupiter. 1994 stürzten die Trümmer auf Jupiter und verursachten dort gewaltige Explosionen.
Asteroiden
Asteroiden (auch "Planetoide" oder "Meteoroide") zählen neben den Kometen zu den kleinen Körpern im Sonnensystem. Asteroiden unterscheiden sich deutlich von Kometen: Sie bestehen hauptsächlich aus Gestein mit Beimischungen aus verschiedenen Metallen und Kohlenstoffverbindungen. Es gibt auch Asteroiden die nur aus Metall bestehen (zum Beispiel Eisen und Nickel). Die meisten fliegen auf fast kreisförmigen Bahnen in der gleichen Ebene wie die Planeten um die Sonne. Da sie relativ klein sind, aber keinen Schweif haben, sind sie für das bloße Auge nicht sichtbar. Ihr häufigster Aufenthaltsort: der "Asteroiden-Hauptgürtel" zwischen Mars und Jupiter. Man schätzt die Zahl dieser Gesteinsbrocken auf mehr als 10 Millionen.
Durch die Verkettung zweier Effekte können Asteroiden ebenfalls in Erdnähe auftauchen. Kollisionen untereinander verändern die Umlaufbahn leicht und die Schwerkraft von Jupiter besorgt den Rest: der Asteroid wird aus dem Hauptgürtel gedrängt und kreuzt dann die Bahnen anderer Planeten, auch die der Erde. Das kann auch zum Zusammenstoß führen, wie es in der Erdgeschichte schon oft der Fall war. Eindrucksvolles Beispiel ist der Barringer Krater in Arizona, USA. Dort hat ein nur 30 Meter großer Eisen-Nickel-Asteroid ein Loch mit 1200 Meter Durchmesser und 170 Meter Tiefe hinterlassen. Mann kann sich leicht vorstellen, dass ein Asteroid mit "nur" 300 Meter Durchmesser eine Katastrophe verursachen würde. Auch die vielen Mondkrater sind Zeugen solcher "Begegnungen".
Erdnahe Asteroiden (NEAs = Near Earth Asteroids) gelten als gefährlich, wenn sie unserem Planeten näher als 7,5 Millionen Kilometer kommen und größer als 150 Meter sind. Einschläge auf der Erde gibt es allerdings täglich, ohne dass wir etwas davon mitbekommen. Die Brocken sind aber so klein, dass sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen und als feines Pulver auf die Erde rieseln. Man schätzt, aber auch, dass weltweit pro Jahr 10.000 bis 50.000 kleinere Bruchstücke nicht verglühen und als Meteoriten zu Boden fallen.
Nutzungsmöglichkeiten
Neben der potentiellen Bedrohung durch Asteroiden und Kometen sind eine ganze Reihe von Nutzungsmöglichkeiten denkbar. Metalle und andere Materialien, z. B. Silizium, könnten als Baustoffe für künftige Raumstationen verwendet werden. Auch Treibstoff für Raumfahrtmissionen ließe sich eventuell aus Kometenmaterial gewinnen. Ein Transport von Rohstoffen zur Erde würde sich aber wegen der hohen Kosten nur bei Edelmetallen wie Gold und Platin lohnen. Der Abbau könnte einfacher und rentabler sein wenn es gelingen würde, Asteroiden "einzufangen" und in eine Erdumlaufbahn zu bringen. Ein solches Unterfangen darf aber für die nächsten Jahrzehnte getrost ausgeschlossen werden, weil eine solche Aktion extrem kompliziert und gefährlich wäre.
Harald Brenner, Stand vom 09.04.2013
Sendung: Asteroiden und Kometen im Anflug!, 20.06.2013
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