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Der Samadhi-Tank

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Zugegeben, es ist ein bisschen gemogelt: Was sich hinter dem sogenannten Samadhi-Tank verbirgt, hat mit freiem Fall und Gravitation wenig zu tun. Trotzdem fühlen sich die Nutzer des ovalen Ein-Personen-Beckens schwerelos: Der etwa 2,50 Meter lange Tank ist mit einer körperwarmen Salzlösung gefüllt. Die Mischung entspricht der Zusammensetzung des Toten Meeres, das für seine Schwebebäder bekannt ist. "Floating" heißt der neue Trend - entspanntes Dümpeln im Salzwasser.

Im Innern des Tanks ist die eigene Schwere nicht mehr zu spüren. Wie ein Korken bleibt der Körper an der Wasseroberfläche. Per Knopfdruck schließt sich der Deckel über der schwebenden Person. Das ist für viele am Anfang ein mulmiges Gefühl - als ob man im eigenen Sarg läge. Weder Ton noch Licht dringen von außen herein. In unserer reizüberfluteten Welt soll diese absolute Stille und Dunkelheit für Entspannung und innere Sammlung sorgen: "Samadhi" heißt im indischen Sanskrit soviel wie "Konzentration des Geistes".

Frau im stark salzhaltigen Wasser des Toten Meers, eine Zeitschrift lesend (Rechte: dpa)

Ein schwereloses Gefühl hat man auch beim Baden im Toten Meer

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Erfindung mit positiven Nebenwirkungen

Erfunden wurde der Salztank schon 1954. Der Neuropsychologe John C. Lilly entwickelte ihn in Zusammenarbeit mit der NASA ursprünglich, um die elektrische Aktivität des Gehirns abgeschirmt von sämtlichen Außenreizen zu untersuchen. Beim Ausprobieren des Tanks entdeckten die Forscher ungeahnte Möglichkeiten. Erfinder John C. Lilly: "Frei von äußeren Reizen und Austausch mit der Umwelt hat das isolierte Selbst Zugang zu inneren Quellen neuer Information."

Ganz entspannt im Hier und Jetzt

Kein Wunder, dass der Salztank im Zuge der Selbsterfahrungswelle der 70er Jahre außerordentlich beliebt wurde. John Lennon machte seinerzeit das Floating in den USA populär. Man berichtete von erstaunlichen Wirkungen des Salzwasser-Schwebens: Es sollte von chronischen Schmerzen befreien, bei Prüfungsvorbereitungen helfen und Entziehungskuren unterstützen.

In Deutschland fristete der Tank in einer esoterischen Ecke ein eher unbeachtetes Dasein. Erst jetzt hält der Trend bei uns Einzug. Viele Wellness-Center in größeren Städten halten "Samadhi"-Tanks bereit. Die Fans schwärmen: "Regelmäßiges Floaten macht glücklich!" Beim Verlassen des Bottichs haben die Nutzer angeblich ein verzücktes Lächeln auf den Lippen - wie ein soeben auf der Erde gelandeter Astronaut.

Julia Ucsnay, Stand vom 01.06.2009

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Mond (Rechte: dpa)

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