• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Bronzezeit

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Politik & Geschichte
  • Urzeit
  • Bronzezeit

Bronzezeit

Sie waren Meister ihres Handwerks und in der Gesellschaft hoch angesehen: die Bronzegießer. Sie mischten Kupfer mit Zinn und bekamen ein Metall, das sie nach Belieben formen konnten. Zu Waffen, Werkzeugen und Schmuck. Um an die wertvollen Rohstoffe zu gelangen, betrieben die Menschen Handel über Tausende von Kilometern hinweg. Bronze bedeutete Reichtum, Ansehen und Macht. Dieses Material war für die Menschen damals so wichtig, dass es einer ganzen Epoche ihren Namen gegeben hat: der Bronzezeit.

Mehr zum Artikel

Bronzezeit
Kultur und Gräberkult
Prof. Bertemes
Prähistoriker

Aufbruch in ein neues Zeitalter

Rückblickend betrachtet erscheint es geradezu als Revolution, dass die Menschen zum Ende des 3. Jahrtausends vor Christus damit begannen, Bronze herzustellen und zu verarbeiten. Eine Technologie, die fortan das Leben in allen Bereichen entscheidend veränderte und prägte. Doch es war kein plötzlicher Übergang, keine "Revolution" sondern eine Evolution, also ein kontinuierlicher Prozess.

Die Wurzeln der Bronzezeit liegen in der Kupferzeit. Genau genommen handelt es sich bei der Kupferzeit um die jüngsten Zeitabschnitte der Jungsteinzeit. Die Kupferzeit bildet den Übergang von der Jungsteinzeit zur frühen Bronzezeit. Damals entstanden die grundlegenden Techniken der Metallgewinnung und Verarbeitung. Allerdings beschränkten sie sich damals noch auf elementar vorkommende Metalle wie Gold, Silber und vor allem Kupfer.

Felszeichnungen aus der Bronzezeit. (Rechte: Mauritius)

Felszeichnungen aus der Bronzezeit

Vergrößern

Möglicherweise gab es zu Beginn der Bronzezeit Lagerstätten, in denen es mehr unfreiwillig zu einer Mischung von Metallen kam, die dann auch gemeinsam verarbeitet wurden. An manchen Funden lässt sich feststellen, dass das Material eine andere Zusammensetzung hat, eben nicht nur reines Kupfer ist. Wann der Mensch willentlich erstmals eine Zinnlegierung vorgenommen hat, ist schwer zu bestimmen. Das Hauptproblem ist, dass Zinn archäologisch nicht nachzuweisen ist, weil es schnell oxidiert und damit für Untersuchungen der Archäologie nicht genutzt werden kann. Es sind daher kaum reine Zinnbarren zu finden, die darauf hindeuten, wie dieses Metall in der Bronzezeit genau behandelt wurde, damit die Menschen es für ihre Zwecke benutzen konnten.

Nur selten hat die Wissenschaft das Glück eines solchen Zinnfundes. Das spätbronzezeitliche Handelsschiff von Uluburun, ein Segelschiff, das vor der Südwestküste der Türkei gesunken ist, ist ein solcher Glücksfall. Aus dem Inneren des Schiffswracks konnten die Archäologen rund eine Tonne Zinnbarren bergen. Das Metall hatte hier unter Luftabschluss die Jahrtausende überdauert. Neben zahlreichen anderen Schätzen, die den Handel der damaligen Zeit belegen, fanden sich auch fast 500 Kupferbarren an Bord. Es stellte sich heraus, dass die beiden Metalle in einem Verhältnis von zehn Teilen Kupfer zu einem Teil Zinn auf dem Schiff transportiert wurden. Interessanterweise ist das genau das Mischungsverhältnis, das für die Herstellung von Bronze gebraucht wird.

Zwei Gottheiten mit Hörnerkrone. Relief aus Basalt aus der mittleren Bronzezeit, 17. Jahrhundert vor Christus. (Rechte: AKG)

Relief aus der mittleren Bronzezeit

Vergrößern

Wirtschaft im Wandel - die Metallurgiekette

Frühe komplexe Gesellschaftsformen entstanden immer in Verbindung mit Metall. Metall bedeutete eine leistungsfähigere Wirtschaft. Wirtschaft bedeutete Veränderung in der Gesellschaft. Landwirtschaft gab es seit der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend vor Christus. Von da an bis zur Kupferzeit ab zirka 3900 Jahren vor Christus. lebten die Menschen in Mitteleuropa ohne hierarchische Strukturen. Einen Staat oder eine zentrale Herrschaft gab es nicht. Sie waren Bodenbauer und Tierhalter, die innerhalb ihrer Abstammungsgruppen lebten. Die oberen Instanzen innerhalb der Gesellschaft waren die Ritualexperten oder Priester. Das änderte sich im Zuge der Metallgewinnung und -verarbeitung zunehmend, beginnend bereits in der Kupferzeit, im 4. und 3. Jahrtausend vor Christus. Schon in dieser Zeit ist die materielle und gesellschaftliche Grundstruktur vorgegeben, die in der Bronzezeit zur Reife kommt.

Die Bronzezeit umfasst eine sehr lange Periode: vom Ende des 3. bis zu Beginn des 1. Jahrtausends vor Christus. Nach und nach differenzierten sich die gesellschaftlichen Strukturen weiter aus. Die Entwicklung von Hilfsmitteln aus Metall erleichterte und veränderte das Leben der Menschen. Zum Beispiel war es möglich, mit landwirtschaftlichen Geräten wie dem Pflug die Felder effektiver zu bewirtschaften. Das wiederum erlaubte es, größere Äcker anzulegen. Im Zuge der Metallverarbeitung benötigten die Menschen Nachschub an natürlichen Rohstoffen, die nun systematisch ausgebeutet wurden: Feuerstein, Sole, Buntmetall. Die Produkte, die sie daraus schufen, machen ihnen das Leben angenehmer. Mit der Bronze, einer Legierung aus zirka 90 Prozent Kupfer und zirka 10 Prozent Zinn, stand unseren Vorfahren ein Material zur Verfügung, das sie nach Belieben bearbeiten und formen konnten. Zu Werkzeugen, Waffen, Haushaltsgeräten und Schmuck. Bronze wurde wertvoll, hauptsächlich deshalb, weil die nötigen Rohstoffe nicht überall in der Landschaft vorkamen. Je nachdem, in welcher Region die Menschen lebten, musste es über weite Strecken, oft bis zu 2000 Kilometer hinweg, besorgt werden. Vor allem Zinn war rar und in der Regel erwarben es die Menschen über weite Handelswege im Austausch gegen andere Waren.

So kam ein Teil des Materials aus den Alpen, wie reines Kupfer aus dem Bergbau in Mitterberg. Zinn gab es unter anderem im englischen Cornwall. Salz war in unseren mitteleuropäischen Regionen eine wichtige und wertvolle Handelsware. Es diente dazu, Speisen haltbar zu machen und war daher sehr begehrt. Salz machte den Reichtum einer Region aus. Mancherorts wurde es industriel abgebaut. Das Salzbergwerk von Hallstadt in Österreich ist einer der ältesten Belege aus der Bronzezeit. Den systematischen Salzabbau belegen dort noch heute Gräberfelder und Reste alter Halteseile in den Bergwerken. Eine der wesentlichen bronzezeitlichen Erfindungen ist sicherlich der "prämonetäre" Warenwert. Ab dem Zeitpunkt des Handels mussten die Menschen in der Lage sein, den Dingen Werte zuzuordnen. Somit war eine bestimmte Ware mehr wert als eine andere, von der man dafür dann entsprechend mehr bekam.

Wie reichhaltig diese Warenschätze waren, belegen die Funde untergegangener Schiffe. Mit Hilfe solcher archäologischer Schätze ist es auch möglich, Handelswege in der Bronzezeit nachzuvollziehen. Aber nicht nur zu Wasser haben die Menschen damals weite Strecken zurück gelegt – sie müssen ganz offenkundig hervorragende Schiffsbauer gewesen sein – auch zu Land gab es ein breites Netzwerk von Handelswegen. Interessanterweise gingen in Deutschland die Haupthandelswege durch die Region Halle. Das entspricht der heutigen Bundesstraße 9. Zwar gab es auch schon in der Steinzeit Handelswege, aber die waren bei weitem nicht so ausgefeilt und durchstrukturiert wie in der Bronzezeit. Die Menschen der Bronzezeit entwickelten eine echte Metallurgiekette.

Figur der Freyja aus der Bronzezeit. (Rechte: AKG)

Die Göttin Freya in Bronze gegossen

Vergrößern

Entwicklung einer gesellschaftlichen Hierarchie

Die Metallurgiekette mit ihrem blühenden Handel bedingte noch weitere gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen. Die Menschen wurden sesshaft, vornehmlich an den Knotenpunkten des Metallhandels. Sie bauten Siedlungen, bestellten Felder und züchteten Nutztiere. Diese Zentren waren stabilisierende Eckpunkte eines dauerhaften Netzwerkes, das auf dem überregionalen Austausch von Rohstoffen und Prestigegütern beruhte, wie Kupfer, Zinn, Gold, Bernstein und Salz. Am wichtigsten und wertvollsten war aber das Metall. Es gibt Hinweise, dass die Menschen wegen der knappen Vorräte sogar irgendwann mit Recycling begannen.

Ein blühender Handel setzt strategisches Arbeiten voraus. Dazu gehört eine gute Organisation, Arbeitsteilung und Spezialisierung. Für die Arbeiten rund um die Metallgewinnung und -verarbeitung waren besondere Fähigkeiten und spezielles Wissen von zentraler Bedeutung. So entwickelte sich eine berufliche Spezialisierung, die charakteristisch war für die Bronzezeit. Da gab es zum Beispiel Bergleute, Handwerker, Händler, Korbflechter, Glasperlenmacher und vor allem die Metallurgen - die Bronzegießer.

Und genauso entwickelten sich die Arbeitsteilung und das Konzept des Eigentums. Letzteres führte zu einem dafür typischen Phänomen: Es gab auf einmal Arm und Reich. Eigentum war ungleich verteilt. Erstmals entwickelten sich Dynastien. Die bronzezeitliche Gesellschaft war in Hierarchien aufgebaut mit Herrschern, Fürsten, Untertanen. Wissen ist Macht. So standen zu Beginn der Bronzezeit die Metallverarbeiter, die Bronzegießer, an der Spitze der Gesellschaft. Die "Staatsoberhäupter" hatten gesellschaftliche Vorteile, sie waren wirtschaftlich besser gestellt und besaßen sehr wahrscheinlich auch religiöse Autorität.

Ausgrabungen aus der Bronzezeit in dem Ort Su Nuraxi auf Sardinien. (Rechte: Mauritius)

Im Mittelmeerraum finden sich viele Zeugnisse

Vergrößern

Geographische Entwicklung

Für die Wissenschaftler spielte sich die Bronzezeit mit ihren Handelsnetzwerken im Mittelmeerraum und im Vorderen Orient ab. Nach dem heutigen Kenntnisstand hat sich die Bronzezeit in unterschiedlichen Zentren entwickelt. Als Ausgangspunkt, von dem aus sowohl das Material als auch das nötige Wissen der europäischen Bronzetechnologie exportiert wurde, gilt Vorderasien. Basierend auf den Funden, die bis heute entdeckt wurden, haben die Menschen in Palästina bereits um 3300 vor Christus Bronze herstellen können, in Ägypten um 2700 vor Christus. Danach folgen Mitteleuropa (zirka 2200 vor Christus) und Nordeuropa (zirka 1800 vor Christus).

Durch diese unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Bronzezeit ergaben sich viele verschiedene und regional geprägte archäologische Kulturen, wie zum Beispiel die Glockenbecherleute in Süd-, West- und Mitteleuropa. Ihre Kultur dauerte von 2600 bis 2200 vor Christus. Ihr Ursprung liegt in Spanien. Nahezu zeitgleich gab es aber auch die Schnurkeramiker, 2800 bis 2200 vor Christus, die nach der charakteristischen Art der Gefäßverzierungen benannt sind - mit Schnüren eingedrückte Keramikverzierungen. Beide Kulturen hatten ihre eigenen Trachten und Traditionen. In anderen Länder beziehungsweise Erdteilen gab es eine andere Entwicklung. In Afrika gab es in dem Sinne keine Bronzezeit. Hier fängt die Metallgesellschaft unmittelbar mit dem Eisen an. Auch die geschichtliche Entwicklung in Asien und Amerika sind nicht mit der bronzezeitlichen vergleichbar.

Andrea Wengel, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Bronzezeit - Von Fürsten, Kriegern und Händlern, 09.11.2007

Mehr zum Thema

Collage aus Bildmotiven zum Thema Urzeit (Rechte: dpa)

Urzeit


  • Lebende Urtiere
  • Neandertaler
  • Dinosaurier
  • Afrika - Wiege der Menschheit
  • Deutschland in der Urzeit

Wissen interaktiv

Rekonstruktion eines Neandertalers vor einem Wald (Rechte: dpa/WDR)

Neandertaler


  • Himmelsscheibe von Nebra

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/urzeit/bronzezeit/index.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.