Thomas Alva Edison

Edison in seinem Labor

Elektrizität

Thomas Alva Edison

Lange galt Thomas Edison als "Erfinder der Glühbirne" – ein Titel, den man ihm inzwischen abgesprochen hat. Seinem Platz in den Geschichtsbüchern schadete das nichts, denn den Ruhm der Erfindung der Glühbirne hatte Edison eigentlich gar nicht nötig.

Erfinder der Superlative

Der 1847 geborene Erfinder und Geschäftsmann hat auch so jede Menge vorzuweisen, denn an Geschäftstüchtigkeit und Produktivität konnte es kaum einer mit ihm aufnehmen. Für über tausend seiner noch viel zahlreicheren Erfindungen meldete er im Laufe seines Lebens Patente an. Aus diesem Grund wird bis heute der Erfindertag – der "National Inventors Day" – in den USA an Edisons Geburtstag, dem 11. Februar, gefeiert.

Edisons erste finanziell erfolgreiche Erfindung war 1868 die Erfindung eines Börsenkursanzeigers. Und als wissenschaftlicher Leiter des "Menlo Park Laboratoriums" entwickelte er 1876 den Phonographen, der ihn schlagartig weltberühmt machte. Als erstem Menschen war es ihm gelungen, Stimmen aufzunehmen und wieder abzuspielen.

Diese Sprechmaschine entwickelte er aus einer heute Edison-Walze genannten Trommel, auf die Staniol gewickelt war. Eine Schreibspitze drückte darauf Vertiefungen ein. Beim Abspielen wurde die Trommel von Hand gedreht, wobei die Spitze eine Membran bewegte, die gesprochene Texte oder Musik wiedergab.

Negative eines 35-mm-Films

Edison legte auch den Grundstein für die 35-mm-Filmtechnik

Die Liste von Edisons Erfindungen ist lang: Er bereitete mit dem Kohlekörnermikrofon den Weg für das Telefon, war an der Entwicklung der Schreibmaschine beteiligt und wir haben ihm die 35-Millimeter-Filmtechnik zu verdanken, mit der bis heute Kinofilme gedreht und auf die Leinwand gezaubert werden. Edison war ein Tausendsassa, vielseitig interessiert hat er sich im Laufe des Lebens mit fast jedem Bereich befasst.

Wie alles anfing

Thomas Alva Edison wurde 1847 als letztes von sieben Kindern in Milan, in Ohio, geboren. Vermutlich aus ökonomischen Gründen nahmen ihn seine Eltern schon sehr früh von der Schule. Seine energische und gebildete Mutter Nancy unterrichtete ihn fortan selbst und entfachte dabei seine Leidenschaft für Bücher. Schon als Zwölfjähriger stieg Edison ins Geschäftsleben ein: Er verkaufte als “Trainboy“ Zeitungen und Süßigkeiten an Zugreisende.

Trickreich schaffte er es sofort, andere für sich arbeiten zu lassen, so dass er lesend im Gepäckwagen sitzen konnte. Er errichtete sich dort sogar ein kleines Laboratorium, in dem er das Gelesene durch erste Experimente in die Praxis umzusetzen konnte.

Auch brachte er eine eigene Zeitung heraus, die er ebenfalls im Zug verkaufte. Nachdem er die Chance auf eine Ausbildung bekommen hatte, reiste er schließlich schon mit 16 Jahren als ausgebildeter Telegraph durch die USA. Und mit 21 begann seine Erfinderkarriere.

1868 meldete Edison seine erste Erfindung zum Patent an: einen elektrochemischen Stimmenzähler zur Beschleunigung von Abstimmungen. Dieser kam jedoch niemals zum Einsatz, da es keine entsprechende Nachfrage gab. Ein Schicksal, das ihm eine Lehre für sein weiteres Geschäftsleben war.

Findiger Geschäftsmann

Bis heute gelingt es vielen technisch exzellenten Erfindern nicht, ihre Innovationen auf den Markt abzustimmen und erfolgreich zu verkaufen. Doch Thomas Edison machte sich schon damals Gedanken zu diesem Thema.

Thomas Alva Edison mit seiner ersten Glühbirne

Edison besaß das Patent für die Glühbirne

Er gilt seitdem nicht nur als erfolgreicher Erfinder, sondern vor allem auch als findiger Geschäftsmann, dem es gelang, seine Innovationen zu Geld zu machen. Bereits ein knappes Jahr nach dem Misserfolg des ungenutzten Stimmenzählers entwickelte er einen telegrafischen Börsenticker, den er sofort verkaufen konnte.

Edison gelang es fortan ohne Probleme, die Nützlichkeit und Marktlage von Erfindungen zu erkennen. Außerdem hatte er Managerqualitäten: Es gelang ihm stets, finanzkräftige Investoren für seine zahlreichen Projekte zu finden und diese von den wirtschaftlichen Perspektiven seiner Ideen zu überzeugen.

Sein ausgeprägter Geschäftssinn war es vermutlich auch, der ihm den Ruhm als Erfinder der Glühlampe einbrachte. Edison ließ die Glühlampe 1880 in den USA patentieren. Er hat sie zwar ausgearbeitet und perfektioniert – doch erfunden hat sie ein anderer. Zu einer Zeit, zu der noch kein Stromnetz vorhanden war, experimentierten viele Tüftler mit der Glühlampe, doch keiner der Tüftler wusste seine Erkenntnisse zu vermarkten.

Edison produzierte als schlauer Selbstvermarkter nicht nur Glühlampen, sondern investierte zusätzlich in die Schaffung von Stromnetz, Kraftwerken, Schaltern und Kabeln. So war es zunächst ihm allein vorbehalten, Ruhm und Ehre auch für die Arbeit anderer einzustecken.

Wer der wahre Erfinder der Glühlampe ist, darüber kann man nur spekulieren. Zuletzt galt der in New York ansässige deutsche Uhrmacher Heinrich Goebel als ihr wahrer Erfinder. Er habe schon 30 Jahre vor Edison mit Kohlefaden-Glühlampen experimentiert, so das Gerücht.

Eine leuchtende Glühbirne

Wer sie erfunden hat, ist nicht endgültig geklärt

Doch 2006 kamen neue Studien zu dem Schluss, dass auch er nicht der Richtige sei. Das Rätsel um den wahren Erfinder der guten alten Glühbirne, in deren Inneren seit 1910 Wolfram statt Kohle brennt, bleibt bestehen.

Urheberstreit und Stromkrieg

Der geschäftstüchtige Edison beeindruckte und überzeugte auf vielen Ebenen. Sein Firmenimperium machte ihn zu einem der reichsten Männer seiner Zeit. Doch sein Glanz war umstritten, denn er wusste sich so gut zu verkaufen, dass er dabei andere Menschen oft überging.

Schon seit seiner ersten Firmengründung kam es immer wieder zu Streitigkeiten und Gerichtsverfahren. Edison führte zahlreiche Urheberrechtsprozesse gegen andere Unternehmen, geriet aber genauso oft selbst in Verdacht, gegen Urheberrechte verstoßen zu haben.

Er gilt als skrupelloser Vermarkter seiner Ideen, der Konkurrenten mit fragwürdigen Methoden in den Hintergrund drängte – oder dies zumindest versuchte. Hier bleibt besonders der "Stromkrieg" bei der Elektrifizierung in Erinnerung, der sich zwischen ihm und seinen Konkurrenten George Westinghouse und Nikola Tesla abspielte. Edison favorisierte Gleichstrom und tat alles, um den von Westinghouse propagierten Wechselstrom zunichte zu machen.

So experimentierte er unter anderem mit Hunden und Katzen, die er in öffentlichen Vorführungen durch Wechselstrom verenden ließ. Seine Vorführungen gipfelten im Töten eines Elefanten, der den endgültigen Beweis für die Gefährlichkeit des Wechselstroms bringen sollte.

Sein Ziel erreichte der Geschäftsmann nicht: Westinghouses Wechselstrom setzte sich bei der Elektrifizierung durch. Edisons Tierexperimente hingegen gipfelten 1888 in der Erfindung des elektrischen Stuhls. Thomas Alva Edison starb 1931 84-jährig in New Jersey.

Autorin: Andrea Schultens

Weiterführende Infos

Stand: 16.08.2012, 13:00

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