Baumpilze

Baumpilze

Vielfalt im Wald

Schuppiger Porling

Ein Baumpilz besteht aus einem Fruchtkörper und dem Myzel, dem Pilzgeflecht. Jeder hat es schon einmal gesehen, dieses meist weiß-flaumige Gebilde, das faulende Holzstämme im Wald durchzieht oder unter feuchtem Laub entsteht. Das Myzel ist der eigentliche Pilz! Das, was wir als "Pilz" bezeichnen, ist nur der Fruchtkörper des Baumpilzes. Er verstreut die Sporen und wird ausschließlich zur Fortpflanzung gebildet.

Ein Baumpilz besteht aus einem Fruchtkörper und dem Myzel, dem Pilzgeflecht. Jeder hat es schon einmal gesehen, dieses meist weiß-flaumige Gebilde, das faulende Holzstämme im Wald durchzieht oder unter feuchtem Laub entsteht. Das Myzel ist der eigentliche Pilz! Das, was wir als "Pilz" bezeichnen, ist nur der Fruchtkörper des Baumpilzes. Er verstreut die Sporen und wird ausschließlich zur Fortpflanzung gebildet.

Ein Pilzbefall im Baum kann schon Jahrzehnte andauern, bevor sich erste Pilzfruchtkörper bilden. Ein Baum kann also schon lange, bevor man es ihm ansieht, seine Stabilität verlieren, weil das Myzel das Holz nach und nach von innen zersetzt. Das Foto zeigt einen Dunklen Hallimasch.

Baumpilze haben eine große Bedeutung für die Statik der Bäume. Das Pilzgeflecht wächst oft jahrelang im Verborgenen – von den Wurzeln des Baumes hoch in den Stamm oder vom Ast in den Stamm herunter. Erst wenn dieses Myzel mit Luft in Berührung kommt, etwa durch eine Verletzung der Rinde, entsteht der Fruchtkörper des Pilzes, den wir sehen können.

Ob der Pilzbefall für die Statik des Baumes gefährlich werden kann, hängt von vielen Faktoren ab: von der Pilzart, dem Befalls-Stadium, dem Ort des Auftretens, der Baumart, dem Verhältnis der Windangriffsfläche zur Stammdicke und der Baumform. Aber nicht jeder Pilz im Wald baut Holz ab. Es gibt Pilze am Stammfuß der Bäume, die für seine Statik völlig ungefährlich sind: Trüffel beispielsweise.

Der junge Fruchtkörper des Schwefelporlings hat eine leuchtend-schwefelgelbe Farbe und duftet aromatisch; im Alter färbt er sich braun und verströmt einen urinartigen Geruch. Der aggressive Pilz befällt Eichen und andere Laubbäume und macht aus ihrem Kernholz im Inneren des Stammes schon in relativ kurzer Zeit braune, würfelige Brocken, Braunfäule genannt.

Hallimasche sind gefürchtete Holzzersetzer. Sie wachsen an der Unterseite der Wurzeln und ihr weißes Fächermyzel zerstört die Wachstumsschicht des Holzes direkt unter der Rinde. Im Inneren verursachen die Pilze Weißfäule. Hallimasche bilden wurzelähnliche Gebilde, in denen Nährstoffe transportiert werden. Diese sogenannten Rhizomorphen können bis zu drei Meter pro Jahr wachsen und breiten sich dadurch stark aus. Übrigens: Aus dem einjährigen Hallimasch-Fruchtkörper lassen sich leckere Pilzgerichte kochen, roh sind sie aber giftig.

Baumpilze entziehen dem Holz seine Nährstoffe, indem sie es durch spezifische Enzyme abbauen. Die Auswirkungen sind unterschiedlich: Grob wird zwischen Braunfäule und Weißfäule erzeugenden Pilzen unterschieden.

Pilze, die Braunfäule erzeugen, zersetzen unter anderem die Zellulose und zerstören damit die Faserstrukturen im Holz. Es wird brüchig, trocken und verfärbt sich braun. Zu den Braunfäulepilzen gehören der Birkenporling, Eichen-Wirrling, Schwefelporling, der Rotrandige Baumschwamm und der Zaunblättling.

Baumpilze, die Weißfäule erzeugen, bauen neben anderen Stoffen auch den Holzklebstoff Lignin ab. Das Holz färbt sich weiß und zerfasert. Übrig bleibt die Zellulose. Der Echte Zunderschwamm ist einer der Pilze, die Weißfäule im Holz verursachen.

Wie Schmetterlinge beim Sonnenbad wachsen die rosettenförmigen Fruchtkörper der Schmetterlingstramete auf dem Stamm. Die Zonen, in denen der Pilz wächst, sind weiß. Der Hutrand ist flatterig-wellig geformt und etwas eingekerbt. Die Schmetterlingstramete liebt Laubbäume, verschmäht aber auch Nadelbäume nicht.

Der Hut des Echten Zunderschwamms kann bis zu 50 Zentimetern groß werden. Damit hat dieser Baumpilz nicht nur einen der größten Pilzfruchtkörper, er ist auch einer der häufigsten Holzzersetzer im Wald. Besonders oft wächst der Echte Zunderschwamm in Buchenwäldern. Je nach Nahrungsangebot bildet er große, breite oder dünne Zuwachsringe aus, die das Alter des Pilzfruchtkörpers zeigen. Die Zuwachsringe sind aber keine Jahresringe, da innerhalb eines Jahres mehrere Wachstumsphasen auftreten können. Dünne Ringe an einem älteren Pilz bedeuten, dass er nicht mehr viel Nahrung findet, weil er schon viel Holz zersetzt hat.

Der Echte Zunderschwamm hatte in früheren Zeiten eine große wirtschaftliche Bedeutung. Vor der Erfindung von Streichhölzern und Feuerzeugen war es recht aufwendig, Feuer zu machen. Das größte Problem dabei war, mit einem erzeugten Funken ein geeignetes Material zu entzünden. Seit der Steinzeit verwendeten Menschen dazu das wildlederartige, zähe Fruchtfleisch des "Zunder"-Schwamms. Eine Nutzung, die ihm seinen Namen gab.

Der Eichen-Feuerschwamm bildet das ganze Jahr über mehrjährige Fruchtkörper aus, die als holzig-harte, muschelförmige Scheiben aus der Rinde des befallenen Baumes ragen. Ihre Oberseite ist von einer dunklen, oft rissigen Kruste bedeckt. Der Pilz erzeugt Weißfäule und tötet befallene Bäume sehr langsam im Laufe von Jahrzehnten ab.

Der Rotrandige Baumschwamm kommt oft zusammen mit dem Zunderschwamm auf demselben Baum vor. Das macht die Unterscheidung manchmal schwierig. Aber ein Test kann helfen: Wird der Fruchtkörper erhitzt, klebt der Rotrandige Baumschwamm und schmilzt, der Zunderschwamm hingegen nicht. Außerdem ist der Rotrandige Baumschwamm der farbenfrohere Pilz von beiden Arten: Die Färbung seines Fruchtkörpers reicht von dunkelbraun-orange bis weiß.

Befällt ein Riesenporling einen Baum, ist dies anfangs schwer zu erkennen. Denn der Pilz siedelt sich gerne an den Unterseiten der Wurzeln an. Der Riesenporling verursacht Weiß- und Moderfäule im Holz. Sein Fruchtkörper wächst chaotisch neben- und übereinander in Büscheln.

Der Wulstige Lackporling ist an seinen dicken weißen Wülsten an der Unterseite der Fruchtkörper gut zu erkennen. Diese weißen Poren bilden sich aber nur, wenn der Pilz viel Holz zersetzen kann und dadurch gut genährt ist. Weil der Pilz den Holzklebstoff Lignin abbaut, wird das Holz weich und faserig – Weißfäule entsteht. Der Baum kann dann am Stammfuß oder an den Wurzeln brechen. Der Wulstige Lackporling kommt in Deutschland vor allem an warmen, sonnigen Standorten in Parks, auf Friedhöfen und an Straßenbäumen vor.

Stand: 19.10.2018, 10:00 Uhr

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