Deutscher Sklavenhandel

Kupferstich einer Festung an der Küste mit Schiffen davor.

Sklaverei

Deutscher Sklavenhandel

Wie waren Deutsche nach der Entdeckung Amerikas am internationalen Sklavenhandel beteiligt?

Auch die Deutschen waren an dem transatlantischen Sklavenhandel beteiligt, für kurze Zeit waren sie als Sklavenhändler sogar sehr erfolgreich. Damals hatte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen es sich auf die Fahnen geschrieben, im Reigen der großen europäischen Seemächte mitzumischen.

Der Kurfürst schuf zu diesem Zweck im Jahr 1682 die Afrikanische Compagnie, um an der Westküste Afrikas eine brandenburgische Kolonie zu gründen und mit einer kleinen Flotte in das einträgliche Sklavengeschäft einzusteigen.

Tatsächlich gelang es den Brandenburgern Ende des 17. Jahrhunderts, an der Küste des heutigen Ghana Fuß zu fassen und eine eigene Festung zu errichten, die dort heute noch steht: die Festung Groß Friedrichsburg.

Sie war die Drehscheibe für den deutschen Sklavenhandel, der unter den gleichen unmenschlichen Bedingungen ablief wie bei den europäischen Nachbarn. Eigens gebaute Sklavenschiffe wie die "Friedrich III." konnten bis zu 800 Sklaven fassen, die über den Atlantik verschachert wurden.

Sklaven – das war die lukrativste "Kolonialware" der Brandenburger, die auch mit Gold, Elfenbein, Kautschuk und Salz handelten. Bis zu 30.000 Sklaven sollen in weniger als einem halben Jahrhundert von deutschen Kaufleuten verschleppt und verkauft worden sein. Die Nachfahren dieser Sklaven leben heute unter anderem in Rio de Janeiro, auf Barbados und in New York.

Autor: Gregor Delvaux de Fenffe

Stand: 14.08.2018, 09:06

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