Asiatische Kampfkunst

Asiatische Kampfkunst

Von Aikido bis Sumoringen

Ein Judokampf

Weil er wegen seiner geringen Größe im Ju-Jutsu (jap. für "sanfte Kunst") nicht so recht weiterkam, entwickelte Jigoro Kano ein neues System: das Judo (jap. für "sanfter Weg"). Es basiert auf Ju-Jutsu. Die Judoka nutzen bestimmte Hebeltechniken, die es ihnen ermöglichen, auch größere Gegner auf den Boden zu befördern.

Weil er wegen seiner geringen Größe im Ju-Jutsu (jap. für "sanfte Kunst") nicht so recht weiterkam, entwickelte Jigoro Kano ein neues System: das Judo (jap. für "sanfter Weg"). Es basiert auf Ju-Jutsu. Die Judoka nutzen bestimmte Hebeltechniken, die es ihnen ermöglichen, auch größere Gegner auf den Boden zu befördern.

Der russische Präsident Wladimir Putin ist ein Judoka. Ursprünglich trainierte er ein russisches Selbstverteidigungssystem, bis er auf Judo umstieg und zahlreiche Wettkämpfe in seiner Heimatstadt Sankt Petersburg gewann.

Kendo heißt der "Weg des Schwertes". Es hat seinen Ursprung auf den Schlachtfeldern Japans und verbindet philosophische mit sportlichen Elementen. Die Fechtkunst baut auf die Zen-Philosophie des leeren Geistes auf, die instinktives Handeln ermöglichen soll. Die Kendoka kämpfen mit einem Bambusschwert, dem Shinai, das je nach Altersklasse unterschiedlich lang und schwer ist.

Seit dem 18. Jahrhundert tragen die Kendoka während des Kampfes eine Rüstung und eine Maske. Der Kopfschutz heißt Men und besteht in der Regel aus dicker, gesteppter Baumwolle und einem Stahlgitter.

Karate (jap. für "leere Hand") ist eine waffenlose Kampfkunst. Erlaubt sind Faust- und Fußstöße. Der Tritt aus dem Sprung, den viele als erstes mit Karate assoziieren, diente ursprünglich dazu, gegnerische Reiter vom Pferd zu stoßen. In Japan sind verschiedene Stile verbreitet, der populärste darunter ist Shotokan. Die Karateka haben hierbei einen tiefen Stand und halten den Gegner während des Kampfes auf Distanz.

Nur wer ein langes Abhärtungstraining absolviert hat, kann den Bruchtest bestehen. Dieser gehört im Karate allerdings weder zu offiziellen Prüfungen noch zu Wettbewerben. Viele Karate-Kämpfer empören sich darüber, wenn Laien ihre Kampfkunst aufs Zerschlagen von Brettern reduzieren.

Ein Aikidoka richtet die Energie und den Schwung des Gegners mit Hebel- und Wurftechniken gegen ihn. Das ist das Prinzip des Aikido, dem "Weg der Harmonie". Die Moral ist in dieser Kampfkunst ebenso wichtig wie die Technik. Der Begründer Morihei Ueshiba gehörte einer Religion an, deren Leitmotive die ideale Gesellschaft und das Verständnis für andere sind.

Der US-Schauspieler Steven Seagal wurde durch Kampfszenen in Action-Filmen wie "Alarmstufe: Rot" bekannt. Der Aikidoka scheint es mit dem "Weg der Harmonie" nicht so genau zu nehmen. Viele  Aikido-Anhänger kritisieren Seagal wegen seiner Filme, die den Grundprinzipien der Kampfkunst widersprechen.

Die Sumoringer (jap. Rikishi) genießen in Japan ein hohes Ansehen. Ursprünglich betrieben die Japaner diesen Sport, um die Shinto-Götter bei Laune zu halten, also als religiöses Ritual. Zuschauer durften nicht dabei sein. Ein Ringer entscheidet den Sumokampf für sich, indem er den Gegner aus dem Gleichgewicht bringt. Dieser verliert, sobald er den Boden mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen berührt oder aus dem Ring geschoben wird.

Zwei Sumoringer begrüßen das neue Jahr im Meiji-Jingu-Schrein von Tokio mit rituellen Bewegungsabläufen. Rituale spielen im Sumo eine wichtige Rolle. Die Rikishi stampfen auf den Boden, um Dämonen zu vertreiben. Sie werfen Salz in den Ring, um ihn zu reinigen. Zudem trinken sie Wasser, das ihnen der Gewinner des letzten Kampfes aus einer Schöpfkelle reicht. So soll dessen Kraft und Glück auf sie übergehen.

Im Ju-Jutsu ging es anfänglich darum, dass ein Krieger nach Verlust seiner Waffe weiterkämpfen konnte, um sich zu verteidigen. Der Angreifer soll durch verschiedene Techniken unter Kontrolle gebracht werden, etwa durch Schläge, Tritte und Hebel. Die Ju-Jutsu-Kämpfer leiten die Kraft des Angreifers gegen ihn selbst. Japanische Polizisten lernen eine Form des Ju-Jutsu, das Taiho-Jutsu, das sich wegen der speziellen Griffe für Festnahmen eignet.

Stand: 19.06.2018, 16:12 Uhr

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