Alpine Disziplinen

Rennfahrer umfährt Tor.

Ski alpin

Alpine Disziplinen

Von Claudia Kynast

1924 wird Wintersport olympisch: Im französischen Chamonix gibt es die ersten Winterspiele. Bis in die 1990er Jahre werden die Olympischen Winter- und Sommerspiele im selben Jahr ausgetragen. Seit 1994 wechseln sich beide alle zwei Jahre ab. Zu den olympischen Winterspiel-Disziplinen zählen unter anderem Slalom, Abfahrtslauf, Riesenslalom und Super-G. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Länge der Strecke, der Anzahl der Tore und im Streckenverlauf.

Slalom

Slalom wird auch Torlauf genannt und ist der älteste Wettbewerb im alpinen Skisport. Im Vordergrund steht vor allem das technische Können des Sportlers. Die Fahrstrecke ist mit Stangen markiert – sogenannten Toren –, durch die der Fahrer in eine vorgegebene Richtung hindurchfahren muss – schnelle Richtungswechsel sind gefragt.

Die Höhenunterschiede der Strecken variieren zwischen 140 und 220 Metern, abhängig davon, ob Männer oder Frauen am Wettkampf teilnehmen. Für Männer können die Höhenunterschiede größer sein.

Der Wettkampf besteht aus zwei Durchgängen. Im zweiten Durchgang dürfen nur noch die schnellsten 30 Fahrer des ersten Laufs antreten. Es beginnt der Letztplatzierte aus dem ersten Durchgang. Für das Endergebnis werden die Zeiten beider Läufe addiert.

Bis hinein in die 1980er Jahren waren die Slalomstangen noch starr am Boden verankert. Die Rennläufer mussten größere Kurven fahren, um nicht mit den Stangen zu kollidieren. Die heutigen Kippstangen biegen sich bei einer Berührung. So können die Läufer dichter an den Stangen vorbeifahren und verkürzen damit ihre Strecken.

Eine Slalomfahrerin auf der Piste.

Slalom – die älteste alpine Disziplin

Abfahrtslauf

Die Abfahrt gilt als die Königsdisziplin der alpinen Wettbewerbe. Nach dem Slalom ist der Abfahrtslauf die zweitälteste Skidisziplin, und der längste und schnellste alpine Wettbewerb. Wenige Richtungswechsel verlangsamen das Tempo kaum.

Mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern in der Stunde geht es die Piste hinab, oft über vereiste Strecken, durch scharfe Kurven und über steile Abschnitte.

Um die Geschwindigkeit zu kontrollieren und die Fahrtrichtung anzuzeigen werden mehrere Slalomstangen mit Flaggen auf der Strecke aufgestellt. Bodenkanten erhöhen den Schwierigkeitsgrad einer Abfahrtsstrecke. Sie müssen per Geländesprung überwunden werden.

Der Höhenunterschied einer Strecke variiert zwischen 500 und 1000 Metern. Bei schlechten Sicht- und Witterungsbedingungen im oberen Streckenteil kann die Jury den Wettkampf auf eine sogenannte Sprintabfahrt im unteren Teil der Strecke festlegen. Der Höhenunterschied ist dann meistens 450 Meter. Abfahrtsläufe werden in nur einem Lauf ausgetragen, Sprintabfahrten in zwei Läufen.

Ein Abfahrer bei der Super-Kombination der Herren in Chamonix, Frankreich. Vor alpiner Kulisse befindet sich der Skifahrer im Sprung

Rasante Königsdisziplin

Alpine Kombination

Sie verbindet den Abfahrtslauf mit dem Slalom. Fahrerische Vielseitigkeit ist gefragt. In die Wertung gehen ein Abfahrtslauf und zwei Slalomdurchgänge ein. Im Skiweltcup ist die Alpine Kombination in der Regel kein eigener Wettbewerb, sondern nur die Summenwertung aus einem Abfahrts- und einem Slalomrennen.

Die Anzahl der Kombinationswertungen je Skiweltcup-Saison variiert. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen sind die Alpinen Kombinationen hingegen seit 1985 ein eigenständiger Wettbewerb.

Riesenslalom

Beim Riesenslalom, auch Riesentorlauf genannt, sind die Abstände der Tore größer und es gibt generell weniger Tore als beim Slalom. Dadurch kommt es zu höheren Geschwindigkeiten, da der Fahrer weniger Richtungswechsel vornehmen muss. Die Strecken sind mit Höhenunterschieden von 250 bis 450 Metern viel länger als die Slalomstrecken.

Ein Skiläufer fährt während eines Riesenslamloms ganz eng an einem Slalomtor vorbei.

Schwungvoll den Hang hinab

Super-G

Dieser Super-Riesenslalom ist eine Kombination aus Riesenslalom und Abfahrtslauf. Nach der Abfahrt ist Super-G die zweitschnellste Disziplin. Die Strecke ist im Vergleich zwar kürzer, allerdings auch anspruchsvoller. Die Tore sind so auf der Strecke aufgestellt, dass sich große und mittlere Schwünge abwechseln.

Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, haben die Pisten meist eine oder zwei Bodenkanten, über die der Läufer springen muss. Mindestens 30 bis 35 Tore sind aufgestellt.

In den 1980er Jahren hat der Internationale Ski-Verband (FIS) Super-G als weitere Geschwindigkeits-Disziplin entwickelt, um den Riesenslalom-Läufern durch engere Torverläufe wieder mehr technisches Können abzuverlangen.

Rennfahrer im Super-G

Der Super-G ist die zweitschnellste Disziplin

Parallelrennen

Parallelrennen sind nicht olympisch. Zwei oder mehrere Wettkämpfer starten gleichzeitig auf zwei identischen, nebeneinander liegenden (Riesen-)Slalom-Strecken. 20 bis 30 Tore sind bei einem Höhenunterschied von 80 bis 100 Metern zu passieren. Parallelrennen sind beim Publikum sehr beliebt.

Parallelrennen

Parallelrennen erfreuen sich wachsender Beliebheit

Stand: 03.06.2019, 11:46

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