Wie brühe ich den perfekten Kaffee?

Kaffee

Wie brühe ich den perfekten Kaffee?

Jeder wahre Kaffeekenner hat seine eigenen kleinen Geheimnisse, um möglichst viel Aroma aus den braunen Bohnen zu pressen. Glaubt man Berichten von ambitionierten Kaffeetrinkern, so nimmt der Kaffee-Kult teilweise recht bizarre Formen an. So berechnen angeblich einige Kaffeetrinker vor dem Brühen die Höhe des Ortes über dem Meeresspiegel, da sich pro 100 Höhenmetern der Siedepunkt des Wassers um ein halbes Grad Celsius reduziert und das Kaffeepulver nicht mit siedendem Wasser in Berührung kommen soll.

Mit der Maschine oder per Hand?

Vor dem Aufbrühen steht der Kaffeetrinker vor einer Grundsatzentscheidung: Kaffeemaschine oder Press-Stempelkanne? Die Kaffeemaschine ist sicher die bequemere Lösung, und in 90 Prozent aller deutschen Haushalte steht so eine Maschine.

Doch den besseren Kaffee bekommt man angeblich durch die Filterung mit der Hand – etwa durch die Press-Stempelkanne, die den Kaffee durch ein Metallgitter filtert, das auch für die Kaffeeöle durchlässig ist.

Ein Porzellanfilter mit Tüte und Kaffeepulver

Handgemachter Kaffee schmeckt besser

Die Qualität des Wassers

Wasser ist mit einem Anteil von 98 Prozent der wichtigste Inhaltsstoff des fertigen Kaffees. Hartes und kalkhaltiges Wasser oder Wasser mit sehr viel Chlor verhindert, dass sich der Kaffee genügend lösen kann. Am Besten verwendet man mineralreiches und sauerstoffhaltiges Wasser, das man möglichst schnell erhitzen sollte, damit so wenig Sauerstoff wie möglich verloren geht.

Die ideale Temperatur für das Kaffeewasser liegt zwischen 90 und 96 Grad. Ist das Wasser nicht heiß genug, lösen sich nicht genug Geschmackspartikel, ist die Temperatur zu hoch, verflüchtigen sich die Aromastoffe zu schnell.

Sprudelndes Wasser, das aus einem Wasserhahn gelaufen ist.

Die Wasserqualität ist wichtig

Der Mahlgrad

Besonders, wenn man seinen Kaffee mit einer Kaffeemaschine zubereitet, sollte man auf den richtigen Mahlgrad achten. Ist der Mahlgrad niedrig, also die Körnung sehr grob, kann das Wasser die Körner oft nicht ausreichend durchdringen, um die Aromastoffe herauszuspülen. Das Ergebnis ist dann ein fader, wässriger Kaffee.

Eine zu feine Körnung kann den gegenteiligen Effekt haben: Dann werden zu viele Stoffe aus dem Pulver ausgespült – der Kaffee schmeckt sauer. Den richtigen Mahlgrad für seine Kaffeemaschine sollte man der Bedienungsanleitung entnehmen oder beim Hersteller erfragen.

Dosierung und Aufbewahrung

Hierbei kann man nicht viel falsch machen. Je nach Geschmack nimmt man für eine Tasse Kaffee (100 Milliliter) zwischen sechs und acht Gramm Kaffee. Dies entspricht rund zwei Gramm löslichen Kaffees.

Den frisch aufgebrühten Kaffee sollte man nicht länger als 15 Minuten auf der Heizplatte der Kaffeemaschine oder auf einem Stövchen stehen lassen, sonst verliert er deutlich an Geschmack. Wenn man ihn in einer Thermoskanne aufbewahrt, sollte er eine Temperatur von unter 80 Grad erreicht haben, da sich bei einer etwas niedrigeren Temperatur das Aroma länger hält.

Kaffeepulver oder -bohnen sollten übrigens im Kühlschrank gelagert werden, damit die darin enthaltenen Öle nicht ranzig werden. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Pulver nicht offen im Kühlschrank steht. Denn Kaffee gilt als "Aromamagnet", der die Gerüche im Kühlschrank aufnimmt.

Autor: Götz Bolten

Stand: 20.09.2018, 11:00

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