Tierfilme

Tierfilme

Meilensteine des Genres

Meilensteine des Tierfilms

Das US-amerikanische Ehepaar Osa und Martin Johnson drehte in den 1930er Jahren die Dokumentation "Congorilla – Adventures among the Big Apes and Little People in Central Africa" (Congorilla – Abenteuer inmitten der großen Affen und der kleinen Leute in Zentralafrika). Der Film kam 1932 in die Kinos und war der erste Tonfilm, der komplett in Afrika gedreht wurde. Neben wilden Tieren wie Flamingos, Zebras, Krokodilen und Flusspferden widmet sich der Film auch dem Leben der Mbuti – einem Pygmäen-Volk im Regenwald Kongos.

Das US-amerikanische Ehepaar Osa und Martin Johnson drehte in den 1930er Jahren die Dokumentation "Congorilla – Adventures among the Big Apes and Little People in Central Africa" (Congorilla – Abenteuer inmitten der großen Affen und der kleinen Leute in Zentralafrika). Der Film kam 1932 in die Kinos und war der erste Tonfilm, der komplett in Afrika gedreht wurde. Neben wilden Tieren wie Flamingos, Zebras, Krokodilen und Flusspferden widmet sich der Film auch dem Leben der Mbuti – einem Pygmäen-Volk im Regenwald Kongos.

Der schwarzweiße, 1928 veröffentlichte Stummfilm "Simba: King of the Beasts" (Simba: König der Raubtiere) stammt von einer vierjährigen Expedition, die Martin und Osa Johnson 1924 bis 1927 durch das damalige Britisch-Ostafrika (heute größtenteils Kenia) unternahmen. Der Film war sehr erfolgreich – nicht zuletzt, weil er dem Publikum Einblicke in bis dahin weitgehend unerforschte Lebensräume von Tieren und von indigenen Völkern bot.

Der Dokumentarfilm "Serengeti darf nicht sterben" von Bernhard Grzimek und seinem Sohn Michael erhielt 1960 einen Oscar. Michael Grzimek (rechts) färbt hier das weiße Fell eines Zebras gelb ein, damit das Tier bei den Luftaufnahmen aus dem Flugzeug heraus wiederzuerkennen ist. Er kommt kurz danach während der Dreharbeiten bei einem Flugzeugabsturz ums Leben – am 10. Januar 1959.

Eine Weltkugel, ein Tisch, ein Tier und Tierfilm-Einspieler: So moderierte Prof. Dr. Bernhard Grzimek von 1956 bis 1980 die erfolgreiche Serie "Ein Platz für Tiere". Die Studio-Aufnahmen wurden live ausgestrahlt und trugen ihren Teil zur Unterhaltung bei, weil der Moderator oft einen Affen oder Geparden auf dem Arm hielt, eine Schlange um den Hals trug oder, wie hier, ein Faultier vorstellte.

Unterwegs auf einer zweijährigen Expedition mit dem Forschungsschiff "Calypso": Die Filmcrew um Jacques-Yves Cousteau und Louis Malle erschuf mit ausgeklügelter Kameratechnik und umfangreicher Ausstattung – wie einem Haifischkäfig und einer Druckluftkammer für die Taucher – mehr als 30.000 Meter Filmmaterial. Daraus entstand der Film "Die schweigende Welt" (1956), der neben spektakulären und farbenprächtigen Unterwasseraufnahmen auch den Alltag an Bord zeigt und 1957 einen Oscar als bester Dokumentarfilm gewann.

In bester französischer (Cousteau-)Tradition: Mit "Unsere Ozeane" (2009) liefern die Regisseure Jacques Perrin und Jacques Cluzaud spektakuläre Einblicke in die auch heute noch weitestgehend unerforschten Gebiete der Weltmeere. Der Film zeigt in faszinierenden Aufnahmen die Vielfalt und Schönheit dieses Lebensraums, aber auch die Gefahren, welche Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel mit sich bringen.

"Die Reise der Pinguine" (2005) von Luc Jacquet zeigt in eindrucksvollen Bildern die Wanderung der Kaiserpinguine in der Antarktis. Für Kritik sorgte der für einen Dokumentarfilm ungewöhnliche Einsatz von verschiedenen Sprecherstimmen, die den Eindruck erwecken, als würden sie die Gedanken der Tiere aussprechen. Inzwischen gibt es auch eine Filmversion mit einer einzigen Sprecherstimme, die auf den Effekt der Vermenschlichung verzichtet. Der 2006 mit einem Oscar ausgezeichnete Film ist einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme weltweit.

Dabei sein und mitfliegen: In "Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel" (2001) gelangen den Regisseuren Jacques Perrin, Jacques Cluzaud und Michel Debats ungewöhnliche Aufnahmen vom Flug der Zugvögel, die den Eindruck erwecken, als sei der Zuschauer ein Teil der Vogelschwärme. Um dies zu ermöglichen, wurde ein Ultraleichtflugzeug mit Kamera eingesetzt. Dabei mussten die Vögel von Klein auf auf die Kameraleute geprägt und an das Equipment gewöhnt werden – ein enormer wissenschaftlicher und technischer Aufwand.

Zoo-Doku-Soaps sind erfolgreiche TV-Dauerbrenner. Ob bei den Dreharbeiten zu "Pinguin, Löwe und Co." die Lemuren tatsächlich neugierig die Kamera belagern oder nicht doch eher von den Leckerbissen auf der Kamera angezogen werden? Die Inszenierung ist jedenfalls ein wesentlicher Aspekt dieses Formats: Zoo-Doku-Soaps leben von einer guten Handlung und davon, dass es ordentlich menschelt.

Stand: 31.08.2016, 10:28 Uhr

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