Aus Wasser wird Strom – Talsperren weltweit

Aus Wasser wird Strom – Talsperren weltweit

Von Claudia Füßler

Talsperren auf der ganzen Welt

Drei-Schluchten-Talsperre in China

Die Drei-Schluchten-Talsperre im chinesischen Fluss Jangtsekiang ist mit einer Generatorleistung von 22,5 Gigawatt das größte Wasserkraftwerk der Erde. Zu der Stauanlage gehören auch eine Doppel-Schleusenanlage und ein Schiffshebewerk. Hinter der Staumauer erstreckt sich der Stausee durch die namensgebenden Drei Schluchten 663 Kilometer lang. Insgesamt 9100 Kilometer Hochspannungsleitungen liefern den gewonnenen Strom in umliegende Provinzen.

Die Drei-Schluchten-Talsperre im chinesischen Fluss Jangtsekiang ist mit einer Generatorleistung von 22,5 Gigawatt das größte Wasserkraftwerk der Erde. Zu der Stauanlage gehören auch eine Doppel-Schleusenanlage und ein Schiffshebewerk. Hinter der Staumauer erstreckt sich der Stausee durch die namensgebenden Drei Schluchten 663 Kilometer lang. Insgesamt 9100 Kilometer Hochspannungsleitungen liefern den gewonnenen Strom in umliegende Provinzen.

Der Möhnesee gehört zu den größten Stauseen in Nordrhein-Westfalen und wird mit einer 40 Meter hohen und 650 Meter langen Staumauer aufgestaut. Die im Juli 1913 eingeweihte Möhnetalsperre besteht aus einer Hauptsperre und drei Vorsperren. Sie erlangte traurige Berühmtheit, als sie 1943 im Zweiten Weltkrieg bei einem britischen Bombenangriff beschädigt wurde. Die Staumauer brach auf 77 Metern Breite auf und eine gewaltige Flutwelle ergoss sich bis ins Ruhrgebiet. Mehr als 1200 Menschen kamen ums Leben.

Es soll die höchste Talsperre der Erde werden: Wenn der Rogun-Staudamm in Tadschikistan fertig ist, soll das Absperrbauwerk eine Höhe von 335 Meter haben. In Kategorien wie Stauinhalt oder Bauwerksvolumen sind ihm jedoch andere Talsperren überlegen. Unklar ist, ob und wann der Rogun-Staudamm fertig wird. Die Planungen laufen seit Mitte der 1970er, politische Konflikte in der Region verzögerten das Projekt jedoch immer wieder.

Rund 300.000 Kubikmeter Bruchsteinmauerwerk aus dem Naturstein "Hessische Grauwacke" wurden zwischen 1908 und 1914 für die gekrümmte Gewichtsstaumauer der Edertalsperre verarbeitet. Die 400 Meter lange, oben sechs und unten 36 Meter breite Sperrmauer gehört zu den mächtigsten Staumauern Deutschlands. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg in der gleichen Nacht wie die Möhnetalsperre bei einem Angriff britischer Bomber zerstört und noch im gleichen Jahr von Zwangsarbeitern wieder aufgebaut.    

Bis 2006 war das Wasserkraftwerk Itaipú am Fluss Paraná das größte der Welt – hinsichtlich der Leistung. Dann wurde in China die Drei-Schluchten-Talsperre in Betrieb genommen und verwies die 1991 fertiggestellte Talsperre an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien auf den zweiten Platz. Jeden Freitag und Samstag findet abends eine Lichtshow mit Musik statt, bei der die 7760 Meter lange Staumauer von 519 Scheinwerfern angeleuchtet wird. Für den Bau der Talsperre mussten etwa 40.000 Menschen umgesiedelt und subtropischer Regenwald abgeholzt oder überflutet werden.

Im Fränkischen Seenland liegt der vier Kilometer lange und knapp zwei Kilometer breite Altmühlsee. Er wird von der längsten Stauanlage Deutschlands als Teil eines Wasserregulierungssystems aufgestaut: Den Kern des 12,5 Kilometer langen Bauwerks bildet eine mehrere Meter hohe, bis zu den wasserundurchlässigen Bodenschichten in den Erdboden eingerüttelte Dichtwand aus sechs bis acht Zentimeter starken Stahlbohlen. Der Altmühlsee wird touristisch vor allem zum Segeln, Surfen und Baden genutzt.

Mehr als sechs Kubikmeter Beton wurden beim Bau der Grande Dixence verbaut, der Staumauer am Lac des Dix im Schweizer Kanton Wallis. Sie hat ein Gewicht von etwa 15 Millionen Tonnen und ist mit 285 Metern Höhe die höchste Gewichtsstaumauer der Welt. An der Basis ist die Mauer 200 Meter dick, insgesamt 30 Kilometer Stollen wurden im Inneren gezogen, um das Bauwerk warten und kontrollieren zu können.  

Die höchste Staumauer Deutschlands ist bis zu 106 Meter hoch und staut die Rappbode sowie deren Zufluss Hassel im Harz auf. Sie wurde in den 1950er-Jahren errichtet und bildet mit Wasserwerk, Wasserkraftwerk und Stausee die Rappbode-Talsperre. Diese zählt mit der Großen Dhünntalsperre zu den beiden größten Trinkwassertalsperren Deutschlands. Das Wasser ist von ausgesprochen guter Qualität und neigt nicht zur Verkalkung.   

Stand: 02.06.2020, 10:48 Uhr

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