Mäuse

Hausmaus (Mus muscuclus) zwischen trockenen Broten.

Haustiere

Mäuse

Von Harald Brenner

Mäuse gibt es auf der ganzen Welt. Sie sind im Wald zu Hause, in der Savanne und in unseren Städten. Nur in der Antarktis ist es ihnen zu kalt.

Steckbrief

Vertreter der Mäusegattung "Mus" erreichen eine Körperlänge von 5 bis 12 Zentimetern. Dazu kommt der drei bis elf Zentimeter lange Schwanz. Die Tiere bringen zwischen 5 und 35 Gramm auf die Waage, eine gut genährte Labor- oder Farbmaus kann aber auch schon mal bis zu 60 Gramm wiegen.

Die Afrikanische Zwergmaus (Mus minutoides) ist das Leichtgewicht der Gattung "Mus". Sie wiegt bei einer Körpergröße von 5 Zentimetern 5 Gramm. Das ist zwar doppelt so schwer wie die noch winzigere "Etruskerspitzmaus". Diese wiegt gerade mal 2,5 Gramm, ist aber keine "Echte- oder Altweltmaus" sondern zählt als systematisches Familienmitglied der Spitzmäuse zur Ordnung der Insektenfresser (wie auch der Maulwurf). Ebenfalls ziemlich klein ist die einzige Vertreterin einer eigenen Zwergmausgattung innerhalb der Unterfamilie der "Echten Mäuse". Die Eurasische Zwergmaus (Micromys minutus) wird 5 bis 7 Zentimeter groß. Die Schwanzlänge beträgt ca. 7 Zentimeter. Dieser Winzling wiegt ungefähr 7 Gramm.

Insbesondere durch Züchtung gibt es eine ganze Palette von Fellfarben. In der freien Natur ist das Fell an der Oberseite meist grau oder braun, die Unterseite ist heller, kann grau, braun oder weiß sein. Auch wenn der Schwanz auf den ersten Blick unbehaart aussieht, so ist er doch mit feinen Härchen bedeckt und er hat gut sichtbare Schuppenringe.

Lebensraum

Ursprünglich kommen Mäuse aus Afrika, Südeuropa und Teilen Süd- und Südostasiens. Die heute als Hausmaus (Mus musculus) bekannte Art stammt ursprünglich aus Indien und kam erst später nach Mitteleuropa. Ausgrabungen belegen, dass Hausmäuse schon in der Jungsteinzeit in der Nähe von Menschen lebten und sich dort häuslich niedergelassen haben.

Die menschliche Nähe verschaffte den kleinen Nagern so manche "Mitfahrgelegenheit", sodass sie sich über den ganzen Globus ausbreiten konnten. Mit Schiffen erreichten sie auch Amerika und Australien.

Traditionelle Lebensräume sind Wälder und Savannen. Aber auch in der alpinen Bergwelt kann man ihnen begegnen. Die Hausmaus und die Afrikanische Zwergmaus haben sich in der Nähe menschlicher Siedlungen eingerichtet – gerne auch in der Wohnung.

Mäuse haben lieber festen Boden unter den Füßen, können aber schwimmen. Schon Mitte des 17. Jahrhunderts hat man mit Mäusen Versuche gemacht. Heute sind Labormäuse ein beliebtes Objekt für die Verhaltensforschung und zur Untersuchung von Krankheiten wie Krebs.

Lebensweise

Echte- oder Altweltmäuse (Murinae) halten keinen Winterschlaf, können aber ihre Körperfunktionen so weit herunterfahren, dass sie in eine Art Erstarrungszustand fallen, um Energie zu sparen. Das ist immer dann angesagt, wenn das Nahrungsangebot knapp wird. Die wild lebenden Arten, wie zum Beispiel die bei uns heimische Waldmaus (Apodemus sylvaticus), sind in der Regel nachtaktiv, während die Arten in Menschennähe sowohl am Tage wie auch in der Nacht unterwegs sind.

Waldmaus (Apodemus sylvaticus) auf moosigem Waldboden.

Meist nachtaktiv: unsere heimische Waldmaus

Mäuse sind überwiegend Vegetarier. Es gibt aber auch Arten, die Insekten und andere Kleintiere nicht verschmähen. Am einfachsten haben es die Hausmäuse, die alles fressen, was der Mensch übrig unvorsichtig herumstehen lässt.

Mäuse kommen ursprünglich aus der Dunkelheit, lebten in Ritzen und Felsspalten. Deshalb ist ihr Geruchssinn sehr gut ausgeprägt und der Körpergeruch ein wichtiges Kommunikationsmittel. Aber auch für den Menschen nicht hörbare Ultraschalltöne gehören zum Repertoire.

Nahrung

Im Prinzip fressen Mäuse alles. Pflanzliche Nahrung wird zwar bevorzugt, aber auch Insekten stehen auf dem Speiseplan. Waldmäuse vergreifen sich sogar an kleinen Vögeln und an Würmern. Auch die Rinde junger Bäume wird im Notfall nicht verschmäht.

Eine Gelbhalsmaus oder Große Waldmaus (Apodemus flavicollis) hat eine Eichel vor sich liegen.

Pflanzliche Nahrung wird bevorzugt

Gibt es Nahrung im Überfluss, legen Mäuse einen Vorrat für schlechtere Zeiten an, zum Beispiel für die Wintermonate. Auf Käse jedoch stehen Mäuse entgegen landläufigen Darstellungen nicht besonders. Man muss sie schon mit aromatischen Süßigkeiten oder mit Speck in die Falle locken. Als Haustiere gehaltene Mäuse erhalten in der Regel Trockenfutter.

Vermehrung

Soweit es keine Nahrungsengpässe gibt, sind Mäuse sehr fruchtbar. Sechs bis acht Mal im Jahr können Mäuseweibchen werfen. Wenn zum Beispiel ein Mäusepärchen im Februar/März mit der Fortpflanzung beginnt, können es bis zum Jahresende 1200 Tiere werden, die aus den Nachkommen und deren Nachkommen hervorgehen.

Neugeborene Hausmäuse liegen nackt und mit geschlossenen Augen auf Holzspänen.

Sechs bis acht Mal Nachwuchs - in einem Jahr

Interessant ist, dass die Jungmäuse bereits im Alter von zehn bis zwölf Wochen geschlechtsreif sind. Etwa drei Wochen sind die Mäuseweibchen trächtig und der Wurf kann bis zu acht Junge groß sein. Bei einer Lebenserwartung von ein bis zwei Jahren ist es notwendig, durch große Nachkommenschaft die Art zu erhalten.

Bei der Geburt sind die Jungen nackt, blind und taub und wiegen weniger als ein Gramm. Anderthalb Wochen später bildet sich ein feiner Härchenflaum. Erst nach rund 15 Tagen öffnen sie die Augen und nach drei Wochen brauchen sie die Muttermilch nicht mehr. Ihr Gewicht haben sie bis dahin schon auf sechs Gramm gesteigert.

Feinde

Mäuse haben viele Feinde. In der Nähe des Menschen sind es Katzen, aber auch Ratten und Steinmarder. Schleiereulen jagen nicht nur in der freien Natur, sondern auch in Gebäuden. Sie lauern gerne in Scheunen auf einen Mäusehappen.

Ein Waldkauz (Stryx aluco) mit erbeuteter Waldmaus im Schnabel.

Mäuse stehen bei vielen Greifvögeln auf dem Speiseplan

In freier Wildbahn sind viele andere Greifvögel hinter den Mäusen her. Die können aus der Luft mithilfe von ultravioletten Strahlen sogar verräterische Urinspuren erkennen, die Mäuse auf ihren Pfaden hinterlassen haben und damit unfreiwillig ihren Aufenthaltsort anzeigen. Auch Füchse, Wiesel, Marder und Igel sind den kleinen Nagern auf den Fersen.

SWR | Stand: 01.06.2020, 23:00

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