Wissensfragen

Ein Mann auf dem Rosenmontagszug hält eine Strauß Rosen in der Hand

Rosen

Wissensfragen

Von Sabine Kaufmann

Was hat der Rosenmontag mit Rosen zu tun?

Der Rosenmontag erfreut sich im Rheinland sowie im alemannischen Süden größter Beliebtheit und markiert den Höhepunkt des Straßenkarnevals.

Begrifflich leitet sich Rosenmontag wahrscheinlich vom Westmitteldeutschen "rosen" sprich "toben" beziehungsweise "rasen" ab. So bedeutete Rosenmontag ursprünglich "wilder" oder "toller" Montag, was mit Rosen zunächst nichts zu tun zu haben scheint.

Erstmals belegt ist der Rosenmontag in Köln kurz nach 1830. Das Organisationskomitee der Kölner Karnevalsumzüge, das seit 1823 existiert, hielt seine Generalversammlung jeweils am Montag nach dem Kirchenfeiertag Laetare ab und begründete so die Tradition des Rosenmontagsumzuges.

Dieser Termin wiederum legt den Schluss nahe, dass der Rosenmontag sich bezüglich seines Wortinhalts doch auf Rosen beziehen könnte. Denn: Lätare bezeichnet in katholischen Gebieten den vierten Fastensonntag und wird dort auch "Rosensonntag" genannt. Nach alter Tradition weihte der Papst bis 1967 an diesem Sonntag die "goldene Rose".

Was ist eine goldene Rose?

Die goldene Rose ist eine päpstliche Auszeichnung. Sie war natürlich nie eine echte Rose, sondern aus vergoldetem Silber getrieben. Die Blüten waren mit Edelsteinen besetzt und mit Moschus und Balsam gefüllt. Jedes Jahr wurde eine neue gefertigt.

Bereits im frühen Mittelalter ab 1049 überreichte der Papst die goldene Rose am Fastensonntag Laetare an Mitglieder der Kurie sowie an Frauen und Männer, die sich um den Glauben verdient gemacht haben.

Den Brauch gibt es noch immer: Auch heute noch überreichen Päpste eine goldene Rose, allerdings nur noch an Wallfahrtsorte. So vergab zum Beispiel Papst Johannes Paul II. 2004 die Rose an Lourdes, Papst Benedikt XVI. 2008 an Pompeji oder Papst Franziskus 2017 an Fatima.

Die goldene Rose steht für Jesus Christus in doppeltem Sinn: Das Gold der Rose symbolisiert die Auferstehung, die Dornen und die Passion. Die Rose sollte die Trauer über das Leiden Christi schmälern und den Blick auf die Auferstehung lenken.

Von den mittelalterlichen goldenen Rosen sind drei erhalten geblieben. Eine befindet sich im Pariser Musée Cluny, eine in Andechs und eine in Siena.

SWR | Stand: 18.02.2020, 11:45

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