Mobilität von morgen

Mobilität von morgen

Von Ingo Neumayer und Robin Schäfer

Was kommt nach dem Auto?

Elektroauto "Tesla Roadster" mit geöffneter Motorhaube.

Das Öl wird knapp, dem Elektroauto gehört die Zukunft. So sagen es viele Experten voraus. Bis dahin allerdings müssen die Kosten für die Neuanschaffung noch sinken und die Reichweiten sowie die Ladekapazitäten der Batterien steigen. Anfang 2020 fuhren rund 137.000 Elektroautos auf den deutschen Straßen.

Das Öl wird knapp, dem Elektroauto gehört die Zukunft. So sagen es viele Experten voraus. Bis dahin allerdings müssen die Kosten für die Neuanschaffung noch sinken und die Reichweiten sowie die Ladekapazitäten der Batterien steigen. Anfang 2020 fuhren rund 137.000 Elektroautos auf den deutschen Straßen.

Hybridautos werden schon seit Ende der 1990er Jahre in Serie produziert und kombinieren einen Verbrennungs- mit einem Elektromotor. Elektromotoren sind aber nicht automatisch umweltfreundlich. Zwar stoßen sie kein Kohlendioxid aus. Aber wenn der Strom dafür aus Kohlekraftwerken stammt, hat sich die Umweltbilanz nicht verbessert.

Auch Motorräder fahren inzwischen elektrisch – nicht nur kleine Flitzer, sondern auch schwere Maschinen wie diese Harley Davidson, die 2020 präsentiert wurde.

Bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnell ist der Segway, der 2001 vorgestellt wurde. Experten sahen in dem Elektroroller damals das Fortbewegungsmittel der Zukunft und prophezeiten Milliardenumsätze. Doch 2020 wurde die Produktion eingestellt – unter anderem wegen der wachsenden Beliebtheit von leichteren und günstigeren E-Rollern.

Solche E-Roller werden auch E-Scooter genannt und sind seit 2019 in Deutschland offiziell zugelassen. In vielen deutschen Städten gibt es inzwischen Verleihfirmen für die kleinen Flitzer – und in der deutschen Unfallstatistik des Statistischen Bundesamts eine eigene Sparte für Unfälle mit E-Rollern. 

Wie wäre es damit, den Individualverkehr in die Luft zu verlegen? Schließlich hat man dort eher selten mit Staus zu kämpfen. Das geht zum Beispiel mit dem Flyke, einem Liegefahrrad mit Motor und Gleitschirm. Allerdings ist das Ultraleichtflugzeug mit 11.000 Euro nicht gerade billig. Und man braucht eine Sportpilotenlizenz, um es fliegen zu dürfen.

Ähnlich ist das Problem bei Gyrokoptern – Hubschraubern, deren Rotor sich nur durch den Fahrtwind dreht. Sie sind zwar sehr leicht, störungsarm und leicht zu bedienen. Doch auch hier schrecken die benötigte Fluglizenz und die relativ hohen Kosten viele Verkehrsteilnehmer ab. Obwohl der Gyrokopter bereits 1923 entwickelt wurde, hat er sich bislang nicht durchsetzen können.

Die Zukunft, glauben Verkehrsforscher, gehört den öffentlichen Verkehrsmitteln. Zumindest in den Städten. Schon jetzt wird dort weniger Auto gefahren. Heute verfügen in Berlin mehr als die Hälfte der Haushalte über kein Auto. Und in den großen Metropolen, etwa in Tokio und New York, geht der Trend bei vielen jungen Menschen zur Demotorisierung.

Statt des eigenen Autos nutzen viele Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel. Umso besser natürlich, wenn diese emissionsfrei betrieben werden – wie dieser Bus, der mittels einer Brennstoffzelle Wasserstoff zum Antrieb nutzt.

Natürlich gibt es dennoch Situationen, in denen man ein Auto braucht. Aber muss es dann das eigene sein? Carsharing ist beliebt, Anfang 2020 waren fast 2,3 Millionen Deutsche bei einem dieser Dienste registriert. Gebucht wird per Smartphone oder Computer. Und die Umwelt freut sich: Ein Carsharing-Auto ersetzt in der Stadt acht bis zehn Privatwagen.

Auch bei Fahrrädern geht der Trend zum Leihen. Gerade für Urlauber und Besucher kann das Leihfahrrad eine sinnvolle Alternative zum Taxi oder der Bahn sein. Vorausgesetzt, die Abhol- und Rückgabestationen sind großflächig über die Stadt verteilt.

Ohnehin scheint aus einem der ältesten Fortbewegungsmittel gerade das modernste zu werden. Angesichts verstopfter Städte schwingen sich viele Menschen auf das Fahrrad und treten in die Pedale. Eine überaus praktische, gesunde und günstige Art der Fortbewegung, die Umwelt wird dabei auch geschont. Ein Aspekt, der in Zukunft wichtiger denn je sein wird.

Stand: 18.09.2020, 11:00 Uhr

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