Wissensfrage
Schweine sind bekannte Trüffelsucher. Aber es gibt auch noch andere Tiere - wissen Sie welche noch eingesetzt werden?
Traditionell sind Schweine die Trüffelsucher schlechthin. Das liegt an dem Hormon Androstenon, das in ähnlicher Form auch von den Trüffeln abgesondert wird. Für ein weibliches Schwein ist der Duft dieses Hormons die unbedingte Aufforderung zum Sex. Denn dieses Hormon ist eine Hauptkomponente des Eberpheromons und löst bei der Sau die sogenannte Duldungsstarre (auch Stehreflex genannt) aus. Das bedeutet, dass sie beim Geruch dieses Stoffes still verharrt und der Eber so ein leichtes Spiel mit seiner Sexualpartnerin hat ...
Der Trüffelpilz, der sich nur weiter verbreiten kann, wenn seine Sporen vorher einen Schweinemagen passiert haben, nutzt dieses natürliche Lockmittel. Er produziert einen ähnlichen Duftstoff, so dass geschlechtsreife Säue den Pilz unter der Erde finden können und ihn fressen. Leider ist letzteres aber auch der Grund dafür, dass die weiblichen Schweine von professionellen Trüffelsuchern immer öfter an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden. Sie wollen die Trüffel ja viel lieber selber essen oder verkaufen, und wenn die seltene Trüffel dann vom "Spürschwein" verzehrt ist, hat der Trüffelsucher nichts gewonnen. So klemmt der menschliche Trüffelsucher dem schweinischen Trüffelsucher blitzschnell einen Maiskolben ins Maul um dann in aller Ruhe die Trüffel mit seinem Spaten auszugraben.
Trüffelhund Max ist Spezialist für die Trüffel im Ahrtal
Die Alternative fürs Trüffelschwein ist immer häufiger der Hund. Auch er hat eine sehr gute Nase und ist gut im Graben. Allerdings hat er kein so großes Interesse am Verzehr der wertvollen Trüffel. Das macht ihn zum idealen Partner bei der Trüffelsuche. Aber - nicht jeder Hund ist zum Trüffelhund geeignet. Meist sind nur Mischlinge nach langer Ausbildung dazu in der Lage, die Trüffel zu finden.
Aber es gibt eine besondere Rasse, die ebenfalls sehr geeignete Trüffelhunde hervorbringt. Der Lagotto Romagnolo, äußerst selten und äußerst wertvoll. Am besten mit weißer Farbe, damit der Tartufoi, so nennt man in Italien den professionellen Trüffelsucher, ihn in der Dämmerung noch gut erkennt. Denn dies ist die beste Zeit zum Trüffelsuchen. Nicht weil da der Trüffel besonders riecht oder außergewöhnlich wohlschmeckend ist, sondern einzig und allein deshalb, weil im Dämmerlicht die Konkurrenz am ehesten auf Distanz zu halten ist. Schließlich werden die besten Trüffelgründe wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Und leider ist die Trüffelsuche oft so profitabel, dass immer wieder auch kriminelle Methoden angewandt werden. So geschieht es leider immer wieder, dass gute Trüffelhunde von der Konkurrenz vergiftet werden.
Damit hat eine andere auf Trüffel spezialisierte Tierart erheblich weniger Probleme. Sie ist so klein, dass sie kaum zu sehen ist. Dies allerdings macht die Arbeit mit ihr nicht eben einfacher. Gemeint ist die Suilla-Fliege. Diese rötliche Trüffelfliege legt ihre Eier genau über im Boden verborgenen Trüffeln ab. Leider ist genau das aber auch ihr großer Nachteil, denn die geschlüpften Maden haben nichts besseres zu tun als schnurstracks in die wertvolle Trüffel einzudringen und sich dort breit zumachen und davon zu ernähren.
Schließlich und endlich finden auf Sardinien auch Ziegen die kostbaren Trüffel.
Rolf Stephan, Stand vom 01.06.2009





