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Kurioses rund um den Liebesapfel

Tomaten sind lecker und gesund - das weiß inzwischen jeder. Aber wer auf der nächsten Cocktail-Party mit besonderen Anekdoten rund um den Inhalt seiner Bloody Mary glänzen will, sollte sich folgende Geschichten und Zahlen merken.

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Der Klassiker: "Woher kommt eigentlich die Redewendung...?"

Wer seine Freunde versetzt oder enttäuscht, der muss sich manchmal schon als "treulose Tomate" beschimpfen lassen. Wer seinen Schlüsselbund nicht findet, obwohl er offensichtlich auf der Kommode im Flur liegt, wird gar beschuldigt, "Tomaten auf den Augen" zu haben. Die erste Redewendung ist wahrscheinlich während des Ersten Weltkriegs entstanden: Italien (das Land, das damals schon für seinen Tomatenkonsum bekannt war) war zunächst ein Verbündeter Deutschlands - entschied sich jedoch 1915 für die Gegenseite. Aus deutscher Sicht ein Verrat - daher werden noch heute wortbrüchige oder unzuverlässige Zeitgenossen als "treulose Tomate" bezeichnet. Bei der Herkunft der “Tomaten auf den Augen“ ist man sich nicht ganz so sicher. Man vermutet jedoch, dass diese Wendung auf die geröteten Augen eines übermüdeten (Gerücht: nach durchzechten Nächten) - und daher unaufmerksamen, unkonzentrierten Menschen anspielt.

Ein Zierkürbis in Orange (Rechte: MEV)

Verwandt mit der Tomate: Der Kürbis

Vergrößern

Immer wieder verblüffend: Die Tomate ist eine Beere!

Was für Botaniker selbstverständlich ist, ist für den Laien oft nicht ganz so leicht nachvollziehbar. So auch die Einteilung der Früchte in verschiedene Kategorien - die nach unterschiedlichen Kriterien erfolgen kann. So gehört die Tomate zunächst mal zu den sogenannten Schließfrüchten, da ihre Samen im reifen Zustand noch vom Fruchtgehäuse eingeschlossen sind. Innerhalb der Schließfrüchte wird die Tomate dann tatsächlich den Beeren zugeordnet, da ihr Fruchtgehäuse fleischig ist. Das trifft ebenso auf Kürbis, Gurke und Banane – aber zum Glück auch auf Johannis- und Stachelbeere zu. Himbeere und Brombeere sind übrigens Sammelsteinfrüchte, die Erdbeere zählt zu den Sammelnüssen...

Beeindruckende Zahlen aus der Welt der Tomaten

Weltweit werden um die 100 Millionen Tonnen Tomaten angebaut. Zum Vergleich: Das ist mehr als das 300-fache der Steinmasse, die im Kölner Dom verbaut ist! Führende Nation im Tomatenanbau ist übrigens China (2006: 32 Millionen Tonnen), gefolgt von der USA (elf Millionen Tonnen) und der Türkei (zehn Millionen Tonnen). Erst an sechster Stelle (und damit führend in der Europäischen Union) steht die Tomatennation Italien. Der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch ist nicht ganz so gut dokumentiert, aber innerhalb Europas haben wohl die Spanier die Nase vorn. In deutschen Mägen verschwinden jährlich 19,5 Kilogramm - mehr als von jedem anderen Gemüse. Weitere Rekorde: 3,5 Kilogramm soll die bisher schwerste Tomate gewogen haben, 19,8 Meter maß die höchste und 32.000 Früchte trug die größte Tomatenpflanze.

Cheeseburger mit Ketchup (Rechte: Image Source)

Ohne Ketchup geht's nicht!

Vergrößern

Ketchup: Wer hat’s erfunden?

Da ist man sich (natürlich) nicht so ganz einig. Oft ist jedoch zu lesen, dass der Vorläufer des heute bekannten Tomatenketchups eine gesüßte Sojasoße namens "Ketsjap" war, die im 17. Jahrhundert aus China in den Westen "schwappte". Dort wurde sie, je nach nationalem Geschmack und Zutatenverfügbarkeit, "verfeinert". So soll in England die Worcestersoße (enthält unter anderem Sardellen und Tamarinden-Extrakt) und in Amerika das heute bekannte Tomatenketchup entstanden sein. Das enthält übrigens neben Tomaten, Essig, Salz, Gewürzen, Zimt, Zwiebeln und Sellerie satte 20 Prozent Zucker!

Amanda Mock, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Tomaten - sammeln, züchten, essen!, 12.09.2008

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Bildcollage zum Thema Lebensmittel (Rechte: WDR)

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