Die "Bilderberg-Konferenzen"
Was steckt dahinter?
Die erste Bilderberg-Konferenz fand Ende Mai 1954 im Hotel "de Bilderberg" in Oosterbeek bei Arnheim statt. Eingeladen hatte Prinz Bernhard der Niederlande. Das niederländische Hotel gab der Konferenz schließlich ihren Namen. Motiviert waren die ersten Treffen von dem Wunsch, die transatlantischen Beziehungen zu stärken. So waren zunächst auch nur Eliten aus den Nato-Staaten eingeladen. Das änderte sich erst nach 1989. Heute stehen überwiegend weltpolitische Themen auf der Agenda. Die Konferenz dauert in der Regel drei Tage und wird von circa 130 Personen aus Industrie, Politik, Finanzwesen, Militär und Medien besucht. Mit dabei waren bereits Mitglieder der europäischen Königshäuser oder die Bankiers Rothschild, Hilmar Kopper und Josef Ackermann. Auch Industrielle wie die Rockefellers, Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, hochrangige Vertreter der europäischen Politik, Regierungschefs und Minister waren zu Gast. Ziel der Konferenz ist es, den freien Meinungsaustausch zu ermöglichen, ohne dass etwas an die Öffentlichkeit dringt. Verschwiegenheit ist darum die absolute Bedingung, um an der Konferenz teilnehmen zu können.
Stoff für Verschwörungstheorien
Wegen ihrer Geheimniskrämerei und ihrer exklusiven Zusammensetzung war die Bilderberg-Konferenz der Ausgangspunkt zahlreicher Verschwörungstheorien. Amerikanische und deutsche Verschwörungstheoretiker vermuten, dass die "Bilderberger" eine Weltdiktatur mit kapitalistischer Prägung anstreben. Die Liste der ihnen nachgesagten Manipulationen ist lang: Die Einführung des Euro und die deutsche Wiedervereinigung seien demnach bei der Bilderberg-Konferenz beschlossen worden. Die Bilderberger sollen bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen die Strippen im Hintergrund ziehen. Außerdem sei die Ölkrise von 1973 von den Bilderberg-Verschwörern initiiert worden, um die Währung der USA zu stabilisieren. Und sie sollen den Irak-Krieg gegen Saddam Hussein angezettelt haben. Auch wenn die Bilderberg-Konferenz die Fantasie beflügelt und sich viele Verschwörungen um sie ranken, ist alles nur reine Spekulation. Für den Hamburger Historiker Bernd Greiner ist die politische und wirtschaftliche Elite nicht in der Lage, globale Zusammenhänge zu koordinieren: "Es gibt dieses eine, steuernde Zentrum weder in der Ökonomie noch in der Politik. Die Ratlosigkeit der Politik angesichts einer Krise wie Griechenland oder die verminderten Interventionspotenziale spiegeln genau das Problem."
Sabine Kaufmann, Stand vom 29.08.2011






