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Die Milchkuh - ein Leben für die Milch

Die Milchkuh ist zum Milchgeben da - das sagt schon der Name. Mehr als vier Millionen Milchkühe sorgten 2009 in Deutschland für die Deckung des täglichen Milchbedarfs. Die gut 60 Liter, die ein Bundesbürger im Durchschnitt pro Jahr trinkt, müssen ja irgendwoher kommen. Die Produktion fährt auf Hochtouren. Und wenn es nach der Milchwirtschaft geht, sind 60 Liter nicht genug.

Unsere Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
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Hochleistungskühe (5'07'')
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Gestiegene Leistung

Die Milchproduktion hat sich in den vergangenen 50 Jahren vervielfacht - und das, obwohl es heute viel weniger Milchkühe gibt als früher. Die Milchkühe erbringen immer höhere Leistungen: Gab eine Milchkuh in den 50er Jahren etwa 640 Liter im Jahr, so kann sie heute 5000 bis 10.000 Liter pro Jahr geben. Das liegt zum einen am Hochleistungsfutter - neben Gras, Mais und anderen Futterkonzentraten bekommt die Milchkuh eine besondere Portion Eiweiß -, zum anderen liegt es an der Züchtung.

Kopf einer Kuh in Großaufnahme (Rechte: WDR)

Glückliche Kühe für bessere Milch?

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Negative Folgen des Leistungsdrucks

Die Züchtung der Milchkühe zu "Hochleistungstieren" hat auch ihre Schattenseite: Es häufen sich Krankheiten wie Euterentzündungen, die Fruchtbarkeit nimmt ab, die Kühe sterben früher. Statistisch gesehen werden Kühe heute meist um die fünf Jahre alt. Kritiker warnen auch vor Medikamentenrückständen in der Milch. Denn wenn "Berufskrankheiten" wie Euterentzündungen behandelt werden, können auch Antibiotika zum Einsatz kommen.

Mittlerweile denken viele Züchter um. Wohlbefinden und Gesundheit der Kuh scheinen gegenüber einer ständigen Steigerung der Milchproduktion wieder wichtiger zu werden. Nach dem Motto: Gesunde und zufriedene Kühe leben länger und geben damit auch länger (und auf Dauer mehr) Milch. Experten-Vorschläge zur Verbesserung der Kuhhaltung sind zum Beispiel bequeme Liegeflächen, frische Luft, Vermeidung von Stress und Fütterung von Grün- statt Kraftfutter.

Blick in einen Kuhstall: Der Reihe nach strecken Kühe den Kopf aus ihren Boxen. (Rechte: dpa)

Leistungsstärker als früher

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Wie das Kalb zur Milchkuh wird

Nach neun Monaten Kuh-Schwangerschaft stellt sich die spannende Frage: Junge oder Mädchen, Bulle oder Kuh? Ohne Kuh gibt es schließlich keine Milch, denn nur das weibliche Rind bekommt Nachwuchs und produziert deswegen Milch - der Milchbauer hofft also auf eine Kuh. In der Hälfte der Fälle werden allerdings Bullen geboren. Da sie keine Milch produzieren, müssen sie nach ein paar Wochen in der Mast zum Schlachthof.

Die mütterliche Bindung zwischen der Kuh und ihrem Neugeborenen wird nach wenigen Tagen schon durchtrennt und das Kalb auf billigere Ersatzmilch umgestellt. Mit zwei Jahren ist das Kalb geschlechtsreif und der Alltag einer Milchkuh beginnt: Neun Monate ist sie trächtig, nur in den zwei Monaten vor der nächsten Geburt, in denen sie ''trockensteht'', produziert sie keine Milch. Das bedeutet: Die Milchkuh befindet sich in einer Dauerschwangerschaft, jedes Jahr einmal, und wird gemolken, während sie trächtig ist.

Vier bis fünf Kälber bekommt sie in der Regel, das erste, wenn sie knapp zwei Jahre alt ist. Die Milchproduktion steigert sie von Jahr zu Jahr - nach dem ersten Kalb gibt die Kuh etwa 15 Liter pro Tag, "Hochleistungskühe" geben zum Schluss, also in der vierten oder fünften "Laktations-Phase" (Phase der Milchabgabe), bis zu 50 Liter am Tag.

Natalie Muntermann/Christoph Teves, Stand vom 28.07.2011
Sendung: Milch - So gesund wie ihr Ruf?, 12.08.2010

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