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Stimmt es, dass der Name Nylon sich aus der Kombination von New York und London ableitet?

Nylon wurde 1935 in den Vereinigten Staaten von der Firma "DuPont" entwickelt. Der Harvard-Absolvent Dr. Wallace Hume Carothers arbeitete sieben Jahre daran. Doch die neue Kunstfaser zu entwickeln war eine Sache - dem Produkt einen werbewirksamen Namen zu geben eine andere. Carothers nannte seine Entwicklung "Faser 66". "DuPont" war das zuwenig sexy. Ein einberufenes Namenskomitee machte mehr als 400 Vorschläge, darunter "Duparooh" (Du Pont pulls a rabbit out of the hat = DuPont zaubert ein Kaninchen aus dem Hut). Doch "Duparooh" erhielt keine Mehrheit. Die meisten waren sich jedoch einig, dass in dem Namen "nu" für "new" enthalten sein sollte.

Schwarz-Weiß-Aufnahme eines übergroßen bestrumpften Frauenbeinmodells, das auf einem Podest mit der Aufschrift 'Nylons' steht. Zahlreiche Menschen haben sich um das Modell versammelt. (Rechte: DuPont Pressefoto)

1940 werden in den USA erstmals Nylonstrümpfe verkauft

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Angeblich hätten zwei Chemiker der Firma dann die Idee zu "Nylon" auf einem Flug von New York nach London bekommen - "Nylon" als zusammengezogenes Wort aus den beiden Städtenamen (New York und London). Andere glauben, dass "DuPont" mit der Bezeichnung Nylon die japanische Industrie ärgern wollte, der nun Absatzeinbrüche am Seidenmarkt durch die neue Kunstfaser drohte.

Die Deutungen bewegen sich zwischen "Now You've Lost, Old Nippon" (Nun hast Du verloren, altes Japan) bis hin zu "Now You Lousy Old Nipponese?" (Und was jetzt, ihr beschissenen Japsen?). Richtig ist vielmehr, dass Dr. Ernest K. Gladding, der künftige Leiter der Nylon-Abteilung bei "DuPont", "Norun" vorschlug. Das klang im Amerikanischen nicht schlecht und bedeutete zudem "keine Laufmaschen" (no run). Doch drohte ein Imageschaden, da Tests zeigten, dass bei der "Faser 66" sehr wohl Laufmaschen auftraten. Gladding machte aus "Norun" "Nuron", entdeckte aber Verwechslungsmöglichkeiten mit einem Nerventonikum ("Neuron") oder dem amerikanischen Wort für Trottel ("Moron"). Gladding ersetzte das "r" durch ein "l" - "Nulon". In einer Sitzung des Namenskomitees wurden noch mehrere Möglichkeiten durchgespielt, bis man sich schließlich auf "Nylon" einigte.

Wallace Hume Carothers konnte den Erfolg seines Nylons nicht mehr erleben. Der an schweren chronischen Depressionen leidende Erfinder hatte sich 1937 durch die Einnahme von Zyanid selbst umgebracht.

Thomas Kamp, Stand vom 23.11.2011
Sendung: Leben mit Kunststoff - Von Nylonstrümpfen, Plastikstühlen und Müllbergen , 24.11.2011

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Bildcollage zum Thema Werkstoffe. (Rechte: WDR)

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