Kurioses rund um den Liebesapfel

Vier Flaschentomaten.

Tomaten

Kurioses rund um den Liebesapfel

Tomaten sind lecker und gesund – das weiß inzwischen jeder. Aber wer auf der nächsten Cocktail-Party mit besonderen Anekdoten rund um den Inhalt seiner Bloody Mary glänzen will, sollte sich folgende Geschichten und Zahlen merken.

Der Klassiker: "Woher kommt eigentlich die Redewendung...?"

Wer seine Freunde versetzt oder enttäuscht, der muss sich manchmal schon als "treulose Tomate" beschimpfen lassen. Wer seinen Schlüsselbund nicht findet, obwohl er offensichtlich auf der Kommode im Flur liegt, wird gar beschuldigt, "Tomaten auf den Augen" zu haben. Die erste Redewendung ist wahrscheinlich während des Ersten Weltkriegs entstanden.

Italien (das Land, das damals schon für seinen Tomatenkonsum bekannt war) war zunächst ein Verbündeter Deutschlands - entschied sich jedoch 1915 für die Gegenseite. Aus deutscher Sicht ein Verrat - daher werden noch heute wortbrüchige oder unzuverlässige Zeitgenossen als "treulose Tomate" bezeichnet.

Bei der Herkunft der "Tomaten auf den Augen" ist man sich nicht ganz so sicher. Man vermutet jedoch, dass diese Wendung auf die geröteten Augen eines übermüdeten (Gerücht: nach durchzechten Nächten) - und daher unaufmerksamen, unkonzentrierten Menschen anspielt.

Immer wieder verblüffend: Die Tomate ist eine Beere!

Ein Zierkürbis in Orange.

Verwandt mit der Tomate: Der Kürbis

Was für Botaniker selbstverständlich ist, ist für den Laien oft nicht ganz so leicht nachvollziehbar. So auch die Einteilung der Früchte in verschiedene Kategorien - die nach unterschiedlichen Kriterien erfolgen kann. So gehört die Tomate zunächst mal zu den Schließfrüchten, da ihre Samen im reifen Zustand noch vom Fruchtgehäuse eingeschlossen sind. Innerhalb der Schließfrüchte wird die Tomate den Beeren zugeordnet, da ihr Fruchtgehäuse fleischig ist. Das trifft ebenso auf Kürbis, Gurke und Banane und zum Glück auch auf Johannis- und Stachelbeere zu. Himbeere und Brombeere sind übrigens Sammelsteinfrüchte, die Erdbeere zählt zu den Sammelnüssen.

Beeindruckende Zahlen aus der Welt der Tomaten

Laut einer Statistik der Vereinten Nationen wurden 2009 weltweit etwa 150 Millionen Tonnen Tomaten angebaut. Führende Nation im Tomatenanbau war China mit 45 Millionen Tonnen, gefolgt von der USA mit 14 Millionen Tonnen und der Türkei mit zehn Millionen Tonnen. Erst an sechster Stelle - und damit führend in der Europäischen Union - steht die Tomatennation Italien mit knapp 9 Millionen Tonnen.

Laut Angaben des Bundesamts für Landwirtschaft und Ernährung verzehrten die Deutschen im Wirtschaftsjahr 2012/2013 20,6 Kilogramm Tomaten - mehr als von jedem anderen Gemüse. Weitere Rekorde: 3,5 Kilogramm soll die bisher schwerste Tomate gewogen haben, 19,8 Meter maß die höchste und 32.000 Früchte trug die größte Tomatenpflanze.

Ketchup: Wer hat's erfunden?

Cheeseburger mit Ketchup.

Ohne Ketchup geht's nicht!

Da ist man sich (natürlich) nicht so ganz einig. Oft ist jedoch zu lesen, dass der Vorläufer des heute bekannten Tomatenketchups eine gesüßte Sojasoße namens "Ketsjap" war, die im 17. Jahrhundert aus China in den Westen "schwappte". Dort wurde sie, je nach nationalem Geschmack und Zutatenverfügbarkeit, "verfeinert". So soll in England die Worcestersoße (enthält unter anderem Sardellen und Tamarinden-Extrakt) und in Amerika der heute bekannte Tomatenketchup entstanden sein. Das enthält übrigens neben Tomaten, Essig, Salz, Gewürzen, Zimt, Zwiebeln und Sellerie satte 20 Prozent Zucker!

Autorn: Amanda Mock

Stand: 14.04.2016, 15:00

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