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Mythos Grand Canyon

Der nordamerikanische Grand Canyon ist eines der größten und schönsten Naturwunder der Erde. Fünf Millionen Besucher zieht der spektakuläre Abgrund im Nordwesten von Arizona jährlich in seinen Bann. Es gibt auf der Erde tiefere und engere Täler, aber so berühmt wie der Grand Canyon ist kein anderes. Über eine enorme Fläche erstrecken sich hier die Superlative: einzigartige Felsformationen, grandiose Lichtstimmungen und die gewaltige Ursprünglichkeit der Natur.

Panorama des Grand Canyons, South Rim (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Tolle Kulisse: der Grand Canyon

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Entstehung

Gewaltig sind die Täler, die der Colorado River in das Gestein gegraben hat. Ein Fluss braucht Angriffsfläche, um solch tiefe Canyons entstehen lassen zu können. Diese Angriffsfläche liefert ihm das Colorado-Plateau.
Vor vierzig bis fünfzig Millionen Jahren wurde das Land durch tektonischen Druck, durch den Zusammenstoß zweier Erdplatten angehoben. Erstaunlicherweise blieben bei der Erhebung die Gesteinsschichten des Plateaus nahezu unberührt und weiterhin waagrecht gelagert. Bis vor etwa fünf bis sechs Millionen Jahre war das Colorado-Plateau eine flache Wüste aus Sandstein. Doch dann trieben Schmelzwasserströme die ersten Rinnen in das Land.

Panorama des Grand Canyons mit Colorado River, South Rim (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Geformt durch die Kraft des fließenden Wassers

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Der Colorado River

Jeder Wassertropfen will zurück zum Meer. Aus Kerben und Rinnsalen entstehen imposante Täler und große Wasserläufe. In dreitausend Metern Höhe entspringt der Colorado River. Er wird durch das Gefälle förmlich gezwungen, sich einen Weg durch das Gestein zu bahnen. Immer mehr Wasser versammelt sich im Lauf des Colorado River und durch die hohe Fließgeschwindigkeit reißt der Colorado viele der Erosionswaffen mit sich – Sand, Geröll und Steinsbrocken. Der Fluss entwickelt eine ungezügelte Wildheit, die sich ihren Weg durch das Urgestein sucht. Schicht um Schicht schneidet sich der Colorado River im Laufe der Zeit bis ins Grundgestein ein.

Einzelne Felswand im Grand Canyon, South Rim (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Die berühmten treppenartigen Hänge des Canyons

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Der Canyon

Die waagrecht lagernden Gesteinsschichten konnten der Kraft des Wassers unterschiedlich großen Widerstand entgegensetzen. Die weichern Schichten gaben schneller nach und unterhöhlten die darüber liegenden, harten Gesteinsschichten. Sie blieben stehen, bilden nahezu senkrechte Wände und Überhänge. Es entstanden die berühmten getreppten Hänge, die das Tal des Grand Canyon kennzeichnen.

Panorama des Grand Canyons, South Rim (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Der Colorado River grub gewaltige Täler in das Gestein

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North Rim und South Rim

Die beiden den Canyon begrenzenden Talränder North Rim und South Rim, liegen je nach Standpunkt unterschiedlich weit auseinander. Eine Strecke von ca. 30 Kilometern hat das Wasser an der breitesten Stelle aus dem einstigen Plateau gebrochen. Die meisten Touristen fahren zu einem der Aussichtspunkte des South Rim. Doch nur wenige Touristen bekommen den Fluss, den eigentlichen Urheber dieses gewaltigen Naturschauspiels, überhaupt zu Gesicht.
Denn der Colorado River verläuft ca. 1500 Meter unter dem South Rim und ist nur von sehr wenigen Aussichtspunkten zu erblicken. Wanderungen zum Fluss führen durch extreme Hitze und raues Gelände. Nur wenige tauchen ein in das Tal des Colorado. Der einst wilde "Gefärbte" hat mittlerweile jedoch nicht nur an Wildheit, sonder auch an Farbe verloren. Der ziegelrote Staub aus den Bergen und die Kraft des Wassers schwinden an den Staudämmen des Colorado.

Wunderschönes Panorama des Grand Canyons bei tiefstehender Sonne, South Rim (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Seit 1919 steht die bizarre Schönheit des Grand Canyons unter besonderem Schutz

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Einzigartiges Naturereignis

Längst steht diese bizarre Schönheit des einzigartigen Ökosystems unter besonderem Schutz. 1919 wurde der Grand Canyon von den Vereinigten Staaten zum Nationalpark gekürt. 1979 nahmen auch die Vereinten Nationen den Grand Canyon ins UNESCO Welterbe auf. Jährlich bestaunen etwa 5 Millionen Besucher den Canyon, der in der untergehenden Abendsonne seine schönsten Farben entwickelt. Der etwa 450 Kilometer lange Grand Canyon reicht stellenweise bis zu 1800 Metern tief in die Erde. Das Gestein auf dem Grund des Grabens, unterschiedliche kristalline Schieferarten und rosafarbenes präkambrisches Granit, ist unvorstellbare 2 Milliarden Jahre alt.

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Flüsse, Schluchten, Wasserfälle - Die Kraft des Wassers, 03.06.2008

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