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Londons Parkanlagen

London gilt als grüne Metropole, an vielen Stellen gibt es Oasen der Ruhe wie Parks, Gärten oder auch begrünte Höfe. Etwa 1700 öffentliche Grünflächen, die über 4000 Quadratmeter groß sind, befinden sich insgesamt im Großraum London. Auch in der Innenstadt gibt es zahlreiche Parks und Gärten. Beginnend an der Themse kann man hier über Stunden am Stück durchs Grün spazieren. Viele Londoner treffen sich zum Freizeitspaß im Grünen oder ruhen sich hier einfach aus, verbringen ihre Mittagspause im Park oder machen ein Sonntagspicknick. Die "grünen Lungen" Londons lassen die Großstadthektik schnell vergessen und laden ein zum entspannten Verweilen in der Natur - und das mitten in der Sieben-Millionen-Metropole.

Ein Frühlingspark: Im Hintergrund sieht man Spaziergänger sowie blühende und grüne Büsche, links führt ein Gehweg entlang, daneben ordentlich angeordnet ein gepflegter Rasenstreifen, daneben wiederum symmetrisch ein Beet mit bunten Frühlingsblumen. (Rechte: Mauritius)

St. James's Park: direkt zwischen Themse und Buckingham Palast

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Die königlichen Gärten

Die größten Londoner Parks sind bis heute königliche Parks und tragen deshalb den Namenszusatz "royal". Zu ihnen gehören etwa der berühmte Hyde Park mit den angrenzenden Kensington Gardens, Green Park, St. James's Park und der große Regent's Park etwas weiter nördlich. Die königlichen Parks dienten den Monarchen einst als Erholungsgebiete, die Herrscher konnten in den Ländereien lustwandeln oder ihrer Jagdleidenschaft nachgehen. Im Rahmen der fortschreitenden Verstädterung wurden die königlichen Parks zunehmend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Finanziert werden sie bis heute aus öffentlichen Geldern oder auch durch Veranstaltungen wie die berühmten sommerlichen Konzerte im Hyde Park.

Eine schöne Allee aus blühenden Kirschbäumen, die Schatten auf den mittigen Weg werfen. Rechts und links davon sind Rasenflächen. (Rechte: Mauritius)

Kirschblüte im Battersea Park

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Parks zum Wohle der Arbeiter

Mitte des 19. Jahrhunderts, auf dem Höhepunkt der Industrialisierung, wurden in London zahlreiche weitere Parks angelegt, die dem geschundenen Volk nicht nur zum reinen Freizeitvergnügen dienten. Vor allem sollten sie auch zur körperlichen und seelischen Erholung beitragen. In einer Zeit, als vielerorts auch Schrebergärten und andere Grünflächen zur privaten Nutzung gefördert wurden, gönnte die viktorianische Regierung den Londonern zahlreiche innerstädtische Grünflächen. In diesem Zuge entstanden etwa der Battersea Park am südlichen Themseufer oder der Victoria Park am östlichen Ende der Innenstadt. Auch Hamstead Heath, die große Parklandschaft in Londons Norden, wurde damals dem arbeitenden Volk zum Freizeit- und Badevergnügen zur Verfügung gestellt. Zusätzlich durften auch die bisher ausschließlich königlich genutzten Gärten wie zum Beispiel Kew Gardens nun von allen Bürgern in Anspruch genommen werden.

Mittig im Hintergrund befindet sich eine neunstöckige Pagode, davor sieht man die Parklandschaft mit großen Bäumen und Rasenfläche. (Rechte: AKG)

1762 errichtete Pagode in Kew Gardens

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Kew Gardens – Unesco-Weltkulturerbe

Ein wenig abseits, im Südwesten Londons, liegen die wunderschönen "Royal Botanic Gardens", kürzer Kew Gardens genannt. Das Forschungszentrum des botanischen Gartens ist weltweit einzigartig in seiner Größe und Reputation. Es geht zurück auf Sir Joseph Banks, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts hier forschte. Auf 120 Hektar Fläche sind unter anderem das botanische Forschungszentrum, Gewächshäuser mit exotischen Pflanzen und insgesamt etwa 40.000 verschiedene Pflanzenarten vereint. In den Kew Gardens, die im Jahr 2003 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurden, tummeln sich nicht nur uralte Exemplare seltener Bäume, hier gibt es auch verwilderte Parklandschaften und extrem hübsch angelegte Ziergärtchen.

Park mit runden Beeten voller blühender Blumen. Dahinter ein skurriles Gebäude, durch das man vage Palmen erahnen kann. (Rechte: AKG)

Das Palmenhaus in Kew Gardens

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Historische Bauten im erholsamen Grün

Außer frischer Luft und grüner Umgebung findet man in den Kew Gardens auch genügend Anlass zu spannenden Entdeckungsreisen. Neben saisonalen Gartenattraktionen wie den wunderschönen Rosenanlagen oder den blühenden Kirschbäumen im Frühjahr lohnt der Besuch im Evolution House: Hier kann man die historische Entwicklung der Pflanzenwelt nachverfolgen. Im Bambusgarten steht seit 2001 das Minka-Haus, ein traditionelles japanisches Holzgebäude, welches von Japan per Schiff eingeführt wurde. Und 1848 entstand das auffällige Palmenhaus, ein Vorzeigeexemplar viktorianischer Baukunst. Aber neben zahlreichen Gewächshäusern bietet der königliche Park vor allem jede Menge Platz und Ruhe zur Erholung. Hier kann die Seele baumeln, hier finden sich einsame Waldwege. Und es gibt genügend sonnige Grünflächen für ein Ballspiel oder Picknick.

Ein Mann in heller Hose und blauem Hemd mit Buch in der Hand spricht und steht etwas erhöht im Park. Um ihn herum stehen viele Männer, teilweise noch jung, mit Mütze oder Kette, Trainingsjacke oder Baseball-Kappe, links von ihm ein älterer Mann mit Mütze und langem weißen Bart. (Rechte: dpa)

Speaker's Corner im Hyde Park

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Hyde Park - Londons beliebtestes Erholungsgebiet

Der zentral in der Nähe des Buckingham Palastes gelegene Hyde Park ist die größte der königlichen Gartenanlagen. Westlich geht er direkt über in die Kensington Gardens; auf der dazwischen liegenden Serpentine, dem künstlichen See, wird gerudert. Tagsüber sind die Cafés im Park überfüllt. Denn der große Stadtpark zieht viele Besucher an und gilt als beliebtestes Naherholungsgebiet Londons. An sommerlichen Wochenenden scheinen Tausende von Liegestühlen belegt. Doch irgendwo auf den Rasenflächen findet sich immer noch ein Platz für ein ruhiges Nickerchen. Im Hyde Park lässt es sich gut aushalten, hier flaniert man zur Abendstunde, man spielt Fußball oder geht joggen.

Berühmtheit erlangte vor allem auch "Speaker's Corner" an der nordöstlichen Ecke des Parks. Sonntags kann hier jeder, der das Bedürfnis dazu verspürt, öffentlich Reden schwingen. Dieses Privileg der Redefreiheit wurde 1872 von Arbeitern und Handwerkern hart erkämpft, und lange galt Speaker's Corner als beste kostenlose Sonntagsunterhaltung Londons. Doch heute gleicht die Vorführung eher einem Spektakel exzentrischer Redner. Und in den Ohren der meisten Zuhörer sind die wilden Theorien der Profilierungssüchtigen zu fanatisch oder zu abgedreht, um ihnen folgen zu wollen. Zumindest im Vorbeigehen sollte man es sich jedoch nicht entgehen lassen, ein Auge beziehungsweise ein Ohr auf die Redner an dieser geschichtsträchtigen Redestelle werfen.

Eine Gruppe von acht Reitern reitet beieinander auf verschiedenen Pferden im Park, es herrscht abendliche Stimmung mit viel Schatten. (Rechte: Mauritius)

Reiten im Hyde Park- noch heute ein Vergnügen

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Duelle und Pferderennen im Park

Ursprünglich gehörte der Hyde Park zu den Liegenschaften der Westminster Abbey. Heinrich VIII. erklärte ihn 1536 zum königlichen Jagdgebiet, bevor er dann im 17. Jahrhundert der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und schnell zur beliebtesten Grünfläche der Stadt wurde. Damals wanderte das einfache Volk an Sonntagen über die Rasenflächen, während die betuchte Gesellschaft auf dem Pferd oder in der Kutsche herbeikam und sich auf der "Rotten Row" präsentierte. Dieser Weg verläuft bis heute quer als Verbindungsachse zum Kensington Palace durch den Park. Die Bezeichnung entstand aus der "Route de Roi" (französisch: Straße des Königs), denn auf ihr konnte der Monarch zügig und schnell den Palast erreichen. Der Hyde Park war damals für seine Duelle und für Pferderennen bekannt, im Laufe der Zeit war und blieb er außerdem Schauplatz von politischen Demonstrationen, von Paraden und von Konzerten.

Andrea Schultens, Stand vom 01.06.2009
Sendung: London - Neues von der Themse, 15.09.2008

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Bildcollage zum Thema Großbritannien (Rechte: dpa)

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