Bewegung

Anatomie des Menschen

Bewegung

Der Mensch ist ein Bewegungstier. Unser Körper ist für ein Leben mit Bewegung programmiert. Ohne Bewegung können sich unser Skelett, die Muskulatur und die inneren Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Langsam, aber sicher, degeneriert dann unser Körper.

Zum Laufen geboren

Ein Problem unserer heutigen Zeit ist, dass wir zuviel sitzen und uns zu wenig bewegen. Wir werden anfälliger für Krankheiten, erholen uns schlechter von Belastungen. Heute bewegen wir uns um zwei Drittel weniger als vor 100 Jahren.

Ein männlicher Körper ohne Haut lässt seinen Bizeps spielen.

Muskelpaket Mensch

Dabei zeichnet sich der Mensch durch das Prädikat "Born to run – zum Laufen geboren" aus. Für unsere Vorfahren war es (über-)lebenswichtig, gut zu Fuß zu sein, und das in doppelter Hinsicht: Sie mussten sich vor Feinden und angreifenden Tieren in Sicherheit bringen. Auch die Jagd war nur dann erfolgreich, wenn die Jäger schnell und beweglich waren. Überleben war also eine Frage der "Sportlichkeit".

Dass der moderne Mensch dieses evolutionäre Erbe verspielt, liegt daran, dass die natürlichen Feinde weggefallen sind, und die Jagd sich auf den Gang in den Supermarkt beschränkt. Zumindest in der westlichen Welt muss der überwiegende Teil der Bevölkerung heute auch nicht mehr körperlich schwer arbeiten, sondern übt seinen Job im Sitzen aus. Wer dann keinen Ausgleich im Sport sucht oder sich wenigstens regelmäßig bewegt, etwa spazieren geht, hat ein Problem. Das liegt daran, dass der menschliche Körper bewegt werden muss, sonst baut er ab.

Mobilmacher Muskeln

Knochen stabilisieren den Körper und geben ihm eine Statur. Unser Skelett hält enorme Belastungen aus. Flexibel ist es, weil die Knochen durch Gelenke und Bänder verbunden sind, bewegt wird das Knochengerüst durch die Muskeln. Sie sind die Motoren, die uns antreiben.

Ein Muskel besteht aus vielen Fasern

Viele Fasern, ein Muskel

Ein Muskel setzt sich aus vielen Muskelfaserbündeln zusammen. Die einzelnen Muskelfasern wiederum sind in Muskelzellen unterteilt. In ihnen steckt das eigentliche Kraftwerk. Biochemisch gesteuert, verkürzen sich Muskelzellen und entspannen sich wieder. Aus der Verkürzung vieler Zellen bezieht der Muskel seine Kraft. So läuft das in allen Muskelzellen und in jeder Muskelfaser ab. Gemeinsam sind wir stark – das gilt auch hier, denn durch das Zusammenwirken Zehntausender Einzelzellen entfaltet der Muskel seine volle Power.

Unglücklicherweise wird nur ein Viertel der den Muskeln zugeführten Energie in mechanische Arbeit umgesetzt. Die restlichen 75 Prozent gehen als Wärme verloren. Betrachtet man den Muskel als Maschine, so ist sein Wirkungsgrad ziemlich bescheiden. Umso erstaunlicher sind die Leistungen, die man unter diesen Voraussetzungen erzielen kann.

Enorme Leistungsfähigkeit

Durch regelmäßiges Training legen Knochen und Muskeln enorm an Substanz zu. Damit bringt es der Mensch zu erstaunlichen Leistungen. Spitzensportler zeigen uns, welche Kraft- und Bewegungsmaschine der Mensch von Natur aus immer noch ist. Die Spitzengeschwindigkeit eines männlichen 100-Meter-Sprinters beträgt rund 40 Kilometer pro Stunde.

Aufnahme einer Läuferin, die ihre Bauchmuskeln zeigt

Wir sind für Be­we­gung ge­schaf­fen

Bei einem Spitzen-Marathon-Läufer liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei rund 20 Kilometer pro Stunde. Triathleten beim alljährlichen Ironman auf Hawaii messen sich mehr als acht Stunden lang am Stück: 3,6 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42 Kilometer Laufen. Ultra-Triathleten dehnen ihre sportliche Leistung gar auf mehrere Tage aus.

Wie viel Sport braucht der Mensch?

Dass Sport gesund ist, steht außer Frage, nur übertreiben darf man es auch nicht. Nicht jeder ist eben ein Spitzensportler, und Leistungssport ist ja eigentlich auch schon nicht mehr gesund. "No sports" hat Winston Churchill gesagt, als er nach dem Geheimnis seiner guten körperlichen Konstitution gefragt wurde.

Unterwasseraufnahme einer Leistungsschwimmerin in schwarzem Badeanzug beim Kraulen

Stetes Training macht mobil

Sportwissenschaftler wissen es besser. Ihre Devise lautet: Durch stetes Training mobil bleiben bis ins hohe Alter. Je stärker ein Organ gefordert wird, desto mehr kann es leisten. Regelmäßiges Training, auch wenn erst in höherem Alter damit begonnen wird, steigert die Leistungsfähigkeit enorm. 20 Jahre lang 40 bleiben, das biologische Alter niedrig halten, das ist das Ziel. Das lässt sich schon mit zwei bis drei Stunden pro Woche erreichen, egal ob durch Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Wer seine körperliche Grenzen kennt und akzeptiert, mäßig aber regelmäßig Sport treibt, hat den größten Gewinn für das eigene Wohlbefinden.

Autor: Harald Brenner

Stand: 29.04.2014, 13:00

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