Bienen

Insekten und Spinnentiere

Bienen

Es scheint, als steuere sie ein einziges Hirn. Mehr als 60.000 Arbeiterinnen erledigen in einem Bienenstaat gleichzeitig ihre Aufgaben. Perfekt aufeinander abgestimmt lösen sie sich ab, füttern die Larven, erzeugen Honig, putzen, bauen, ernten, tanzen und schieben Wache.

Die Königin ergreift die Macht

Bild mehrerer Bienen, die größte ist farbig gekennzeichnet.

Die Königin ist hier farbig markig

Jedes Jahr werden im Bienenstaat mehrere Königinnen geboren. Aber nur eine darf bleiben. Wenn im Frühjahr die erste junge Königin schlüpft, verlässt die Altkönigin mit einem Teil des Volks das Nest. Sie gründet einen neuen Staat. Zwischen den frisch geschlüpften Jungköniginnen entbrennt ein Rivalinnenkampf, den nur eine überlebt. Wer diesen gewinnt, wird Königin.

Die Königin ist die einzige Biene im Volk, die Nachkommen zeugt. Im Frühjahr legt sie bis zu 2000 Eier pro Tag in den Brutzellen des Bienenstocks ab. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen die weiblichen Bienen, die Arbeiterinnen und Königinnen, aus den unbefruchteten Eiern die Männchen, die Drohnen.

Zu Arbeiterinnen wachsen die Larven heran, die Pollen, Honig oder Nektar naschen. Zu einer Königin entwickeln sich nur jene Larven, die mit reiner Bienenmilch aus der Kopfdrüse einer Arbeiterin gefüttert werden, dem Gelee Royal.

Eine Königin paart sich nur einmal im Leben auf dem Hochzeitsflug, dann allerdings mit 15 bis 20 verschiedenen Drohnen. Der Spermienvorrat, den die Königin dabei ansammelt, reicht für ihr ganzes Leben, also für etwa vier Jahre.

Mädchen für alles: die Arbeiterinnen

Biene an Bluete.

Eifrige Sammlerin

Schon am Tag, an dem sie schlüpft, beginnt für die Arbeiterin die erste Schicht. Während der ersten fünf Lebenstage bereitet sie die Wabenzellen für die Eiablage vor, indem sie diese putzt. Sie wird zur Ammenbiene, füttert und betreut die Brut und verstaut den Nektar.

Später beginnt die Biene mithilfe der Drüsen am Hinterleib Wachs zu produzieren, mit dem sie die Waben baut. Sie ist nun eine Baubiene. Sie übernimmt Wachdienste, um Feinde abzuwehren. Auch das Erzeugen von Honig, zählt zu den Aufgaben einer Arbeiterin.

Die Biene schwirrt aus, um Nektar und Pollen zu suchen. Die Tiere weisen sich gegenseitig durch Tänze den Weg zur Nahrung. Der Rundtanz weist auf eine Nahrungsquelle hin, die in der Nähe liegt: Die Biene läuft im Kreis und ändert nach einer Runde die Richtung.

Liegen die Futterquellen weiter entfernt vom Stock, signalisieren die Insekten das durch den Schwänzellauf. Die Biene läuft zunächst einige Zentimeter geradeaus und vibriert dabei mit dem Hinterteil. Anschließend geht sie im Bogen zu dem Punkt zurück, an dem sie gestartet ist.

Nach etwa sechs Wochen geht das Leben einer Sommerbiene zu Ende. Die Arbeiterinnen, die im Herbst geschlüpft sind, werden bis zu neun Monate alt. Sie bringen die Königin durch den Winter, indem sie diese füttern, und ziehen die erste Brut im Frühjahr auf.

Das Motto der Drohnen: Carpe diem

Eine einzelne Drohne.

Die Drohnen entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern

Im Frühjahr und Sommer legt die Königin Hunderte unbefruchtete Eier, aus denen Drohnen schlüpfen. Die Arbeiterinnen kümmern sich um diese und geben ihnen zu fressen. Die Drohnen selbst gehen nicht auf Nahrungssuche und auch ein Stachel fehlt ihnen.

Der Sinn und Zweck ihres kurzen Daseins ist es, auf dem Hochzeitsflug die Königin zu befruchten. Will sich der Drohn nach der Begattung von der Königin lösen, reißt sein Hinterleib ab. Er stirbt einige Stunden später im Alter von 20 bis 50 Tagen.

Für spätgeborene Drohnen besteht im August kaum noch eine Chance, auf eine paarungswillige Königin zu treffen. Sie werden von den Arbeiterinnen aus dem Stock geschmissen oder tot gestochen, um die Honigvorräte für den Winter zu schonen.

Autorinnen: Pia Prasch/Inka Reichert

Weiterführende Infos

Stand: 31.08.2016, 13:58

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