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Woher kommt der Ausdruck, dass Adelige "blaues Blut" haben?

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Während heutzutage die Massen ins Solarium strömen, um auch im tiefsten Winter auszusehen wie nach zwei Wochen Urlaub am Äquator, war die gesunde Bräune im Mittelalter unter Adeligen verpönt. Wer einen von der Sonne gebräunten Teint hatte, musste sein tägliches Brot mit harter Arbeit im Freien verdienen wie zum Beispiel Bauern oder Straßenarbeiter. Um also auf keinen Fall bäuerlich zu wirken, schützten sich die edlen Damen und Herren bei jedem Gang nach draußen mit Schirmen und Hüten vor den unbarmherzigen Sonnenstrahlen oder blieben lieber gleich ganz in ihren Palästen.

Gemälde: Adelige Kinder spielen im Park. Eine dunkelhäutige Bedienstete hält einen Sonnenschirm über sie. (Rechte: AKG)

Zu viel Sonne schickt sich nicht

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In den Mittelmeerländern hatte es der Adel witterungsbedingt besonders schwer, sich die vornehme Blässe zu erhalten. Der Begriff "blaues Blut", zu spanisch "sangre azul", stammt aus dem Kastilien des Mittelalters. Die kastilischen Aristokraten hatten aufgrund ihrer Abstammung von den Westgoten bereits von Natur aus einen hellen Teint. Verstärkt wurde diese Tendenz zur Blässe noch durch Hochzeiten mit nordischen Adelshäusern. Diese genetischen Voraussetzungen und die stetige Flucht vor der Sonne bewirkten, dass die Adern der gekrönten Häupter bläulich durch die blasse Haut schimmerten. So lag die Vermutung der braungebrannten Bauern nahe, dass durch diese Adern auch blaues Blut fließen müsse. Tatsächlich kommt diese Färbung bei blassen Menschen aber dadurch zustande, dass der kurzwellige blaue Farbanteil des Tageslichts durch die Haut dringt und von den Adern reflektiert wird. Der langwellige rote Anteil wird dagegen von der Haut und vom Blut absorbiert.

Johannes Eberhorn, Stand vom 18.04.2012

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