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Knochenbau

Hart wie Stahl, aber leicht wie Aluminium ist unser Skelett. Einerseits müssen die Knochen stabil genug sein, um unser Gewicht zu tragen. Auf der anderen Seite dürfen sie nicht zu schwer sein, damit wir uns noch bewegen können. Voraussetzungen, die bei einem gesunden Menschen in der Regel erfüllt sind. Doch bei vielen älteren Menschen werden die Knochen immer poröser: Osteoporose heißt diese typische Alterserscheinung.

Blick auf das Innere eines halbierten Oberschenkelknochen eines Menschen. (Rechte: SWR)

Das Gewebe im Inneren eines Knochens ähnelt einem Schwamm

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Der Stoff, aus dem die Knochen sind

Ein blanker Knochen sieht trocken und starr aus, in Wirklichkeit sind gesunde lebende Knochen aber feucht und alles andere als "tote" Materie. Zusammen mit Sehnen, Bändern und Muskeln bilden sie unseren Bewegungsapparat, dienen als Schutz für Organe und besitzen weitere wichtige Funktionen: Sie sind Speicher für den lebensnotwendigen Mineralstoff Kalzium, aus dem sie zu einem Großteil bestehen. Zugleich befindet sich im Inneren der Knochen rotes Knochenmark, in dem rote und einige weiße Blutkörperchen produziert werden.

Der Knochen ist - mit Ausnahme der Gelenke - von einer Knochenhaut umhüllt. Die Knochenhaut ist eine dünne Schicht aus Bindegewebe, das Nährstoffe liefert und in dem Nerven Schmerz signalisieren. Die innere Knochensubstanz setzt sich aus zarten Knochenbälkchen zusammen. Dieses Gewebe ähnelt einem Schwamm und ist so ausgerichtet, dass es Belastungen optimal entgegenwirkt.

Längenwachstum

Knochen wachsen bis zum frühen Erwachsenenalter. Nahe den Enden der langen Röhrenknochen befindet sich eine Wachstumszone, die sogenannte Epiphysenfuge. Aus dieser Fuge entwickeln sich Knorpelzellen, die anschließend verknöchern. Bei diesem Vorgang werden Mineralsalze abgelagert und der Knorpel in Knochen umgewandelt. Während des Knochenwachstums ist der Mineralstoff Kalzium besonders wichtig, der mit der Nahrung aufgenommen wird. Am Transport von Kalzium in den Knochen ist das Vitamin D beteiligt und daher auch für das Knochenwachstum von großer Bedeutung.

Eine alte Frau trainiert an einem Übungsgerät ihre Arme (Rechte: MDR)

Gegen den Knochenabbau im Alter hilft vorsichtiges Training

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Auf- und Abbau

Auch nach abgeschlossenem Längenwachstum befinden sich Knochen in einem ständigen Auf- und Abbau. Dafür sorgen zwei Zelltypen: Während die Abbauzellen, die Osteoklasten, ständig Knochenmaterial auflösen, ersetzen Aufbauzellen, die Osteoblasten, die gleiche Menge durch neuen Knochen.

Man kann sich das so vorstellen: Die eine Maurer-Brigade reißt die Knochenwand ein, während die andere eine neue, bessere Knochenwand hochzieht. So passt sich die neue Knochenwand ständig den äußeren Anforderungen an den Knochen an: die neue Knochenwand ist dann beispielsweise dicker als die vorherige, weil der Knochen mehr belastet wird.

Das weibliche Hormon Östrogen reguliert dabei die Aktivität der Osteoblasten, so dass der Knochenabbau im Normalfall ausreichend gebremst wird. Das ganze Leben hindurch findet dieses Wechselspiel statt. Mit zunehmendem Alter lässt die Aktivität der Knochenanbauzellen ein wenig nach. So verliert der Mensch etwa ab dem 45. Lebensjahr ungefähr 1 Prozent an Knochenmasse pro Jahr.

Zwei Kinder spielen auf einer Wiese Fangen (Rechte: WDR)

Das beste Rezept für starke Knochen: viel Bewegung von Kindesbeinen an

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Mehr Bewegung

Aber unsere Knochen bauen auch dann ab, wenn wir ihnen keinen "Druck machen". Das Skelett braucht ständige Belastung durch Bewegung, damit die Knochen einen Anreiz zur "Arbeit" bekommen. Ist der Körper durch längere Krankheit ans Bett gefesselt oder ein einzelner Körperteil durch Gipsverband ruhig gestellt, entkalkt der unbelastete Knochen innerhalb von zwei bis drei Monaten um etwa 10 bis 20 Prozent. Dadurch verliert er einen Teil seiner Festigkeit. Nach einer solchen "Ruhepause" kann sich der Knochen aber selbst regenerieren: Bei normaler Belastung geschieht das innerhalb weniger Wochen.

Claudia Heidenfelder, Stand vom 12.10.2011
Sendung: Forscher fragen - Knochen antworten!, 12.10.2011

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Knochen: Tote Materie - trockenes Thema? Skelettforscher sind da ganz anderer Ansicht. Sie bringen die sterblichen Überreste sogar zum Sprechen: Knochen verraten nicht nur vieles über die Biografie eines einzelnen Menschen. Aus ihnen kann man die Kulturgeschichte ganzer Völker herauslesen oder etwa auch ein Verbrechen rekonstruieren.

http://www.planet-wissen.de

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