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Stimmt es, dass manche Menschen besonders schwere Knochen haben?

Unbestechlich und genau zeigt eine Waage unser wahres Gewicht. Aber woraus all diese Kilo bestehen, sagt sie uns nicht. Das lässt Raum für Spekulationen und Hoffnungen. Manche Menschen behaupten von sich, sie hätten besonders schwere Knochen. Tatsächlich weist das Gewicht des menschlichen Knochenbaus aber nur geringe individuelle Unterschiede auf. Unser Skelett hat einen Anteil von 12 Prozent am Gesamtgewicht, bei einem 75 Kilogramm schweren Menschen wiegen die Knochen also bloß neun Kilogramm. Selbst wenn jemand ein stabileres Skelett mit dickeren und dichteren Knochen hat, bringen sie bei dieser Größe maximal zwei Kilogramm mehr an Gewicht. Wer damit überschüssige Pfunde entschuldigen will, hat also schlechte Karten. Schade!

Milch wird aus einer Milchkanne in eine andere umgefüllt (Rechte: MDR)

Milch schmeckt dem Knochen viel besser als Cola

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Stimmt es, dass Cola-Getränke schädlich für Knochen sind?

Cola-Getränke enthalten Phosphate. Und Phosphate stehen noch immer ganz oben auf der Liste der "Knochenräuber". Allerdings meinen Wissenschaftler, dass der Körper mit Hilfe von Hormonen den Phosphat-Pegel ganz gut selbst regulieren kann. Voraussetzung dafür ist, dass ihm ausreichend Kalzium zur Verfügung steht. Ein erwachsener Mensch benötigt pro Tag etwa ein Gramm Kalzium. Das "Knochenfutter" ist besonders in Milchprodukten enthalten, aber auch in frischem Salat und in Nüssen. Ein Liter Milch deckt bereits den Tagesbedarf. Deshalb schmeckt dem Knochen Milch viel besser als Cola.

Stimmt es, dass Knochen nie zweimal an der selben Stelle brechen?

Das ist ein Gerücht. Nur die Wahrscheinlichkeit spricht dagegen, dass das Malheur zweimal an genau der selben Stelle passiert. Allerdings ist der Knochen das einzige menschliche Gewebe, das heilt, ohne Narben zu hinterlassen. Daher ist die Bruchstelle wenige Wochen nach der Heilung genauso belastungsfähig wie zuvor.

Astronauten der Raumfähre Endeavour in der Schwerelosigkeit. (Rechte: ESA)

Astronauten - sehr fit und doch gefährdet

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Welche Berufsgruppe ist bei Ausübung ihrer Arbeit extrem osteoporosegefährdet, obwohl die Personen körperlich sehr fit sind?

Es sind die Astronauten! Und das, obwohl sie mit ihren rund 25 bis 40 Jahren im besten "Knochen-Alter" sind. Gleich nach den ersten bemannten Weltraumflügen wurde klar, dass das zunächst befreiende Gefühl der Schwerelosigkeit nicht nur die allgemeine Arbeit an Bord erschwert, sondern auch eine große Gefahr für den Menschen birgt. Durch die fehlende Gravitation wird die Muskulatur nicht gebraucht. Die Folge: Schon nach kurzer Zeit im All baut der Körper Muskel- aber auch Knochenmasse ab, Knochenbrüche drohen. Das Skelett verliert ohne Gravitation seine Stabilität. Die Atrophie des Skeletts ist nach einem langen Raumflug ein großes Problem. Denn hat ein Astronaut nach seiner Rückkehr zur Erde wieder festen Boden unter den Füßen, kann er in der Regel weder gehen noch stehen. Die vollständige Rehabilitation dauert manchmal mehrere Jahre. Das ist auch der Grund dafür, dass weite, mehrjährige Reisen, wie zum Beispiel zum Mars, heute noch schier unmöglich erscheinen. Obwohl Wissenschaftler seit Jahrzehnten versuchen, mit neuen Technologien der fehlenden Gravitationsbelastung an Bord eines Raumschiffes entgegenzuwirken, sind bisher noch keine befriedigenden Lösungen in Sicht. Spezielle Sportgeräte und Bewegungsprogramme können die fortschreitende Atrophie des Skeletts nur verlangsamen, nicht aber stoppen.

Forscher am Russischen Zentrum für Weltraummedizin in Moskau haben so genannte Gravitationsschuhe entwickelt. Die Schuhe stimulieren die tonische Muskulatur, die wiederum das Skelett stützt. Die tonische Muskulatur wird normalerweise von speziellen Hautrezeptoren angeregt. Sie registrieren die Druckbelastung bei Bewegungen und leiten entsprechende Reaktionen der tonischen Muskeln ein. Die Muskeln üben Zug und Druck auf den Knochen aus und stimulieren ihn so zum Wachsen. Die Gravitationsschuhe erzeugen über ein Luftkissen unter der Fußsohle künstlich Druck. Wechselnde rhythmische Druckbelastungen sollen Spaziergänge simulieren und die Hautrezeptoren anregen, über das zentrale Nervensystem den Abbau des Skeletts zu verhindern.

Claudia Heidenfelder, Stand vom 12.10.2011

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