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Verdauen

Was in das obere Schlauchende, also den Mund, gestopft wird, kommt in der Regel nach sieben bis acht Metern und drei Tagen gut verdaut am unteren Schlauchende, dem After, wieder heraus. Der Schlauch ist komplett mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Die chemischen und mechanischen Prozesse in diesem Verdauungsapparat bewirken, dass die Nahrung in Energie für unseren Körper umgewandelt wird.

Illustration des menschlichen Verdauungssystems (Rechte: Mauritius)

Hier muss alles durch

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Das obere Schlauchende: der Mund

Mit den Zähnen beginnt die mechanische Zerkleinerung. Je mehr man kaut, um so besser wird die Speise zerkleinert. Zudem mischt sich jetzt der Speichel dazu, Chemie kommt ins Spiel. Der Speichel, der das Enzym Amylase enthält, knackt schon mal die ersten chemischen Verbindungen. Kohlenhydrate wie Mehl und Zucker werden damit grob aufgespaltet. Täglich produzieren wir etwa eineinhalb Liter dieses "Mundwassers".

Ein Frauenmund beisst in eine Erdbeere hinein. (Rechte: MEV/WDR)

Anfang der Verdauung

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Die Zunge hilft bei der mechanischen Vorverdauung, indem sie den Brei immer wieder zwischen die Zähne transportiert. Die Erhebungen auf der Zunge, die Papillen, sorgen dafür, dass es optimal klappt. Portionsweise befördert die Zunge dann den Brei in Richtung Speiseröhre.

Damit die Speise nicht in den "falschen" Hals gerät, gibt es zwei Wächter. Der eine ist das Gaumensegel. Es verhindert, dass beim Schlucken etwas in den Nasen-Rachen-Raum gerät. Der andere Aufpasser ist der Kehlkopfdeckel. Er verschließt automatisch beim Schlucken, wie eine Ventilkappe, den Eingang zur Luftröhre. Wer versucht, diesen Automatismus zu überlisten und ein Getränk ohne Schlucken hinunter kippt, geht das Risiko ein, daran zu ersticken. Den "falschen" Hals zu treffen, kann lebensgefährlich sein.

Grafische Darstellung eines Magens mit Speiseröhre. die Speiseröhre ist rot gefärbt, als Zeichen für Sodbrennen. (Rechte: Mauritius)

Saures Aufstoßen kann recht unangenehm brennen

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Gib ihm Saures: der Magen

In wellenförmigen Kontraktionen wird der Brei in der Speiseröhre nach unten befördert. Da hilft kein Wollen. Es geschieht als Reflex. Unten angelangt, öffnet sich der Zugang zum Magen. Ist die Speise drin, wird der Zugang wieder verschlossen. Das ist wichtig, denn die Säuren im Magen würden sonst die empfindlichen Schleimhäute der Speiseröhre angreifen. Saures Aufstoßen hat wohl jeder schon einmal erlebt.

Rutscht die Speise in den Magen, verteilt sie sich nicht als gleichmäßige Schicht oben auf, sondern versinkt wie in einer Schale zur Mitte hin. Der letzte Bissen liegt also immer etwas vertieft in der Mitte. Solange der Magen leer ist, liegen die Muskelwände dicht aufeinander. Füllt sich der Magen, dann passt er sich je nach Menge an. Der salzsäure- und enzymhaltige Magensaft macht sich jetzt an die Eiweißverdauung. Rund zwei Liter Magensaft produziert der Körper täglich. Da fragt man sich, warum die Salzsäure im Magensaft die Schleimhaut des Magens nicht zersetzt. Irrtum, sie tut es. Daher wird die Schleimhaut im Magen auch andauernd erneuert.

Ist der Brei im Magen gut mit den Säften vermischt, beginnt der Magen sich ringförmig einzuschnüren. Auch er bewegt sich ganz automatisch wellenförmig, sogar wenn er leer ist. Der Speisebrei verweilt dort nun zwischen einer und sechs Stunden. Die Dauer hängt davon ab, wie fett die Speise ist. Liegt Fettes im Magen, kann er die wellenförmigen Bewegungen nur langsam vollziehen. Fettes liegt eben "schwer" im Magen.

Die Illustration zeigt den Aufbau des Dünndarms mit den Dünndarmzotten und ihre Versorgung durch Blutgefäße. (Rechte: picture-alliance/dpa)

Der Aufbau des Dünndarms mit den Darmzotten

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Teamarbeit

So wie der Eingang des Magens immer wieder verschlossen wird, hat das Organ auch einen Ausgang, der immer wieder dicht gemacht wird. Der Pförtner lässt immer nur so viel Brei durch, wie der etwa vier Meter lange Dünndarm verarbeiten kann. Zehn bis 40 sogenannte Darmzotten drängen sich auf einem Quadratmillimeter Darmwand. Der samtige Zottenteppich der Darm-Innenwand ist durchzogen von einem feinen Netzwerk von Gefäßen. Über die Darmzotten werden die Nährstoffe nun in die Blutbahn gegeben.

Der Dünndarm arbeitet mit der Bauchspeicheldrüse und der Leber in Teamarbeit. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) besprüht den Speisebrei mit Enzymen und alkalischen Säften. Zwei Liter werden davon täglich produziert. Und dann gibt es noch die gelbe Galle, die von der Leber in den Dünndarm geschickt wird. Sie hilft besonders bei fetten Speisen und unterstützt dadurch den Verdauungsprozess. Die Arbeit der Enzyme kommt besser voran. Wenn die Zusammenarbeit mit Bauchspeicheldrüse und Leber nicht mehr so richtig klappt, ist meistens eine Diät erforderlich. Die Nahrungsmittel, die nicht richtig verarbeitet werden können, müssen dann meistens weggelassen werden.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von der Schleimhaut des Dickdarms. (Rechte: picture-alliance/dpa)

Blick mit dem Elektronenmikroskop in unseren Dickdarm

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Dünn- und Dickdarm

Der mit Magensäften vermischte Brei ist im Dünndarm noch immer recht aggressiv. Er würde den Dünndarm ebenso angreifen wie den Magen, wenn dieser nicht genügend geschützt ist. So besitzt der Dünndarm tief sitzende, sogenannte Becherzellen, aus denen unaufhörlich Schleim herausquillt. Der Schleim schützt die Darmwand und sorgt zugleich dafür, dass der Brei besser flutscht. Wenn mal versehentlich eine kleine Gräte oder ein Knochensplitter im Gemenge ist, kann dennoch alles ungehindert weiterrutschen. Etwa 90 Prozent von dem, was verdaulich ist, haben die Darmwände aufgenommen. Übrig bleibt eine unverdauliche, noch immer halbflüssige Angelegenheit aus Zellulose, Wasser und jeder Menge Bakterien. Diese haben sich zwischenzeitlich gewaltig vermehrt.

Im Dickdarm zersetzen nun die Darmbakterien den unverdaulichen Rest. In einer Landschaft aus schlauchähnlichen Gebilden verbleibt der Rest noch weitere zwölf Stunden, um auch noch die allerletzten verwertbaren Nährstoffe herauszuholen. Wasser wird entzogen und die Konsistenz des Breis wird fester. Noch mal wird Schleim zugesetzt, damit ein weicher Abtransport sicher ist. In langsamen Wellenbewegungen wird der Darminhalt ständig bewegt und eingedickt. Fertig ist die Wurst. Jetzt muss sie nur noch raus. Da setzt eine reflexartige Kontraktion des Muskels am Darmende ein und gleichzeitig erschlafft der Schließmuskel, der sonst alles gut unter Verschluss hält. Unterstützt wird dieses Zusammenspiel schließlich noch durch Pressen im Bauch.

Das Bild zeigt ein gläsernes Laborgefäß. Über dieses Foto ist eine Tabelle gelegt, die die Inhaltsstoffe des Kotes anzeigt. (Rechte: WDR Freeze)

Inhaltsstoffe einer Kotprobe

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Was kommt am Ende raus ?

Form, Farbe und Konsistenz dessen, was hinten rauskommt, ist unterschiedlich. Es hängt von der gesundheitlichen Verfassung und der Art der Ernährung ab. Die Ausscheidungen von Fleischessern sind zum Beispiel wesentlich schwerer als die von Vegetariern. Das liegt daran, dass das stark proteinhaltige Fleisch zur Verdauung länger im Darm bleibt. Je länger die Nahrung im Darm bleibt, um so mehr Wasser wird ihr entzogen und um so härter und schwerer ist das Ergebnis. Vegetarier produzieren dagegen viel größere Mengen. Weil sie aber viel mehr unverdauliche Ballaststoffe zu sich nehmen, passieren diese den Darm auch schneller. Ganz gleich ob Fleischesser oder Vegetarier, die Nahrungsrückstände machen nur einen kleinen Teil der Masse aus. Über die Hälfte ist Wasser, rund 20 Prozent sind Bakterien, die sich im Darm ordentlich vermehrt haben und etwa 25 Prozent ist der unverdauliche Nahrungsrest.

Was hinten rauskommt (0'57'')

Fäkalgeruch

Die Exkremente von Fleischessern stinken weitaus mehr als die von Vegetariern. Das hängt unter anderem mit dem tierischen Eiweiß zusammen. Beim Abbau dieses sogenannten Proteins entstehen unter anderem die Duftstoffe Indol und Skatol. Diese "Düfte" sind schon in kleinen Mengen äußerst intensiv und bestimmen den Fäkalgeruch. Mit dem Begriff Duft assoziieren wir eher einen angenehm blumigen und keinen Fäkalgeruch. Um so erstaunlicher ist, dass es in diesem Bereich doch enge Beziehungen gibt. Denn die beiden Substanzen Indol und Skatol kommen nicht nur in tierischem Eiweiß vor, sondern auch in Blütenpflanzen und Gemüsesorten. Den Duftstoff Indol tragen zum Beispiel der Jasmin, das Maiglöckchen, die Hyazinthe, der Flieder, die Narzissen und die Orchideen. Der Duftstoff Skatol kommt dagegen eher in Nahrungsmitteln vor, wie zum Beispiel in Kohlrabi, Blumenkohl, Kaffee, Kakao, Tee und Bier.

Bärbel Heidenreich, Stand vom 21.01.2013
Sendung: Frau Schmidt nimmt ab - Der Weg zum Wunschgewicht, 21.01.2013

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Manche bezeichnen ihn als unser zweites Gehirn. Nicht nur, weil er oft ein Eigenleben entwickelt, sondern weil wir auch viele Entscheidungen scheinbar spontan - aus dem Bauch heraus - treffen.

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