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Hunde

Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen und sein treuester Weggefährte - ob als Beschützer, Spielgefährte oder Arbeitshelfer. Nach Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf lebte 2009 in Deutschland in rund jedem achten Haushalt ein Hund - insgesamt sind das 5,4 Millionen. Noch beliebter sind lediglich Katzen, von denen 8,2 Millionen in Deutschland leben. Dafür ist die Freundschaft zwischen Mensch und Hund deutlich älter - auch wenn sich die Wissenschaftler nicht darüber einig sind, wie lange sie schon währt.

Ein kleines Mädchen schmiegt sich an einen großen Bobtail. (Rechte: WDR/MEV/Eckart Seidl)

Schon lange eng verbunden: Mensch und Hund

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Hund = Haushund

Der Haushund gehört zur großen Familie der Hunde (auch Caniden genannt) mit mehr als 30 Arten, zu denen auch Wölfe, Kojoten, Schakale und Füchse zählen. Für den Haushund hat sich aber im allgemeinen Sprachgebrauch die schlichte Bezeichnung Hund eingebürgert. Er hat mit seinen Verwandten aus der Familie der Caniden einiges gemeinsam: Sie haben alle einen hoch entwickelten Geruchssinn sowie ein hervorragendes Gehör und verteidigen ihre Territorien. Früher ging man davon aus, dass Hunde nur schwarz-weiß sehen können. Mittlerweile ist erwiesen, dass sie auch eingeschränkt Farben wahrnehmen können, etwa vergleichbar mit einer Rot-Grün-Sehschwäche beim Menschen.

Nahaufnahme eines Wolfes. (Rechte: ddp/Michael Urban)

Aus dem wilden Wolf wurde der zahme Hund

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Vom Wolf zum Haushund

Noch immer ist nicht endgültig geklärt, wann der heutige Haushund entstand. Unumstritten ist dagegen, dass er vom Wolf abstammt. Sein wissenschaftlicher Name lautet deswegen auch Canis lupus familiaris, was übersetzt "der gezähmte Wolf" bedeutet. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich Wolf und Mensch vor ungefähr 15.000 bis 20.000 Jahren anfreundeten und sich so der Hund entwickelte. Eine Studie, die 1997 im "Science"-Magazin veröffentlicht wurde und die die DNA von Wölfen und Hunden verglich, datiert die Domestizierung des Wolfes sogar mehr als 100.000 Jahre zurück. Zum Vergleich: Katzen schlossen sich den Menschen erst vor circa 3000 bis 4000 Jahren im alten Ägypten an. Der Hund ist somit das älteste Haustier des Menschen.

Doch wer kam als Erstes auf wen zu - der Wolf auf den Menschen oder der Mensch auf den Wolf? Es spricht vieles dafür, dass der Wolf die Nähe des Menschen gesucht hat, um etwas von dessen Beute abzubekommen. Aber auch die Menschen begriffen schnell, dass man dem wilden Tier etwas beibringen konnte und dass es so auch beim Jagen helfen konnte. Irgendwann wurden wahrscheinlich auch die ersten Wolfswelpen mit der Hand aufgezogen. So gewöhnten sich die ehemals wilden Tiere mehr und mehr an den Menschen und wurden im Laufe der Zeit zahm. Wo die ersten Wölfe domestiziert wurden und sich zu Haushunden entwickelten, ist nicht endgültig geklärt. Neueste Studien gehen davon aus, dass der Ursprung in Ostasien lag, von wo aus sich der Hund nach Europa und dann weiter nach Amerika verbreitete.

Die ägyptische Wandmalerei zeigt den Gott Anubis, der einen Hundekopf hat, wie er einen Toten bandagiert. (Rechte: Interfoto)

Der altägyptische Gott Anubis hat einen Hundekopf

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Andere Länder, andere Hunde

Der Hund wurde und wird nicht in allen Ländern gleich behandelt. Im alten Ägypten war er - genau wie die Katze - heilig. Ihm wurden gottähnliche Eigenschaften zugeschrieben. Deswegen hatte er auch eigene Diener, trug teuren Schmuck und bekam das beste Essen. Nur der Pharao durfte reinrassige Hunde besitzen. Nach seinem Tod wurde sein Lieblingshund sogar oft mit ihm zusammen beerdigt, um ihn vor Leid im Jenseits zu beschützen.

In Europa, dem Mittleren Osten und Nordamerika lassen Malereien auf Wänden, Gräbern und Schriftrollen darauf schließen, dass Hunde während der Bronzezeit zusammen mit Menschen auf die Jagd gingen. Es wurden auch Hundestatuen gefunden, die den Eingang von Gräbern bewachten. Diese Funde zeigen, dass Hunde schon früh eine wichtige Bedeutung für den Menschen bekamen. Heute werden sie vor allem in Europa und in den USA als Haustier verwöhnt, während sie in den Entwicklungsländern und auch in vielen Teilen Asiens eher verwahrlost auf der Straße leben, als Wächter und Arbeitstiere genutzt oder sogar gegessen werden.

Der Mensch züchtet Spezialisten

Schon bald begann der Mensch, Hunde mit bestimmten Eigenschaften gezielt zu kreuzen und damit zu züchten. Deswegen gibt es heute etwa 400 verschiedene Rassen. Dackel oder Terrier etwa sind besonders gut darin, Füchse oder Dachse in ihren Höhlen aufzuspüren. Apportierhunde wie der Golden Retriever oder der Labrador haben ihre Stärke darin, dem Jäger das erlegte Wild zu bringen. Als die Menschen sesshaft wurden und Ackerbau sowie Viehhaltung wichtiger wurden als die Jagd, kamen auch Hirten- und Wachhunde hinzu. Kleine Rassen wie der Pekinese oder der Chihuahua, die kleinste Rasse der Welt, wurden vor allem als Schoßhündchen gezüchtet. Bis heute haben die verschiedenen Rassen ihre Eigenschaften behalten, die für ihre ursprünglich zugedachte Aufgabe wichtig waren. Deswegen sollten sich zukünftige Hundebesitzer heute gut überlegen, welche Rasse am besten zu ihnen passt. Ein sportlicher Hund zum Beispiel braucht viel Bewegung und ein Wachhund wird unter Umständen um jeden Preis sein Revier verteidigen.

Ein Dobermann bellt und fletscht die Zähne. (Rechte: Mauritius)

Dieser Dobermann zeigt seine Aggressionen

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Wie kommunizieren Hunde?

Hunde sind soziale Tiere und leben lieber mit Menschen oder anderen Hunden zusammen statt allein. Deswegen sind sie auch besonders darauf angewiesen, mit anderen zu kommunizieren. Hunden steht dafür ein faszinierendes Repertoire an Gebell, Knurren und Heulen zur Verfügung. Jeder Laut hat eine bestimmte Bedeutung. Will der Hund warnen, zum Spielen auffordern, hat er Angst oder ist er verletzt? Menschen müssen die Sprache der Hunde oft erst lernen, damit sie sie richtig verstehen.

Hunde drücken sich aber nicht nur durch Laute aus, sondern auch durch Körpersprache. Legen sie sich auf den Rücken und bieten dem anderen die Kehle dar, bedeutet das zum Beispiel Unterwürfigkeit. Wenn sie Angst haben, klemmen Hunde die Rute ein, legen die Ohren an und ducken sich. Freuen sie sich, wackeln sie mit dem Schwanz.

Ihre soziale Ader macht Hunde - anders als Einzelgänger wie Katzen - nicht nur zu anhänglichen Weggefährten, sondern auch zu idealen Helfern: Als Blindenhunde führen sie ihre Herrchen, als Polizeihunde erschnüffeln sie unter anderem Drogen oder spüren Sprengstoff auf, und als Therapiehunde können sie den Zustand von Patienten erheblich verbessern.

Mareike Potjans, Stand vom 12.05.2010
Sendung: Die Tricks der Tiertrainer - Wie Vierbeiner zu Filmstars werden, 14.05.2010

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