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Schafe

Schafe gelten als die ältesten Nutztiere des Menschen. Sie wurden wahrscheinlich bereits um 9000 vor Christus aus verschiedenen Unterarten des Wildschafes domestiziert. Als Stammform des europäischen Hausschafes gilt der Mufflon. Seit Jahrtausenden werden die Tiere selektiert, gekreuzt und nach bestimmten Kriterien gezüchtet. Heute gibt es zahlreiche Rassen, die sich je nachdem besonders als Fleischlieferant, Milch- oder Landschaf auszeichnen.

Lamm (Rechte: dpa)

Seit Jahrtausenden an der Seite des Menschen

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Echt Schaf

Schafe sind Paarhufer und zählen zur Familie der Hornträger. Die blökenden Pflanzenfresser haben ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, sie sind Herdentiere. Zu einer Herde gehören rund 300 flauschige Wolltiere. Sie leben entweder im Pferch, also auf der Koppel, oder sie ziehen als Wanderschafherde vom Schäfer behütet von Weideplatz zu Weideplatz. Bei "Familie Schaf" heißt das Männchen Widder, Bock oder Stär, das Weibchen Mutter-Schaf oder Zibbe und das Jungtier Lamm. Einen zur Mästung kastrierten Widder nennt man Hammel, Kappe oder Schöps. Die Böcke haben kräftige, nach hinten gerundete Hörner. Mit ihnen liefern sie sich heftige Kämpfe um die weiblichen Tiere. Im Herbst paaren sich die Schafe, und im Frühling bringen die Mutter-Schafe ein oder zwei Lämmer zur Welt.

Grasende Schafe auf einem Deich. (Rechte: dpa)

Schafe spielen eine wichtige Rolle in der Landschaftspflege

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Multitalent Schaf

Schafe sind äußerst vielseitige Nutztiere: Neben Fleisch und Milch liefern sie Wolle, Felle, Fett und Leder. Aus den Därmen werden Saiten hergestellt. Eine wichtige Rolle spielen die blökenden "Rasenmäher" heute außerdem in der Landschafts- und Deichpflege.
Schon im Mittelalter begann man mit der systematischen Schafzucht, um die Woll-, Fleisch- und Milchproduktion bei den Nachkommen zu steigern. Heute gibt es weltweit über 200 verschiedene Rassen, in Deutschland werden rund 15 Rassen gehalten. Das Ostfriesische Milchschaf etwa wird wegen seiner Leistungsfähigkeit geschätzt, es liefert jährlich mindestens 600 Liter Milch, aber auch der Fleischanteil sowie Menge und Qualität der Wolle sind beachtlich. Fast ein Urtier ist die Graue Gehörnte Heidschnucke, sie wird seit Jahrhunderten ohne Einkreuzung gehalten. Ursprünglich ist die anspruchslose Rasse in der Lüneburger Heide zu Hause und wegen ihres schmackhaften Fleisches äußerst beliebt. Zu den heute gefährdeten Rassen zählt das Rauwollige Pommersche Landschaf, es ist äußerst widerstandsfähig und eignet sich daher hervorragend für die Landschaftspflege.

Ein Schäfer bewacht mit zwei Hunden seine Herde. (Rechte: dpa)

Ein romantisch anmutender Anblick

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Schäferstündchen oder Full-Time-Job?

Herr über alle Schafe ist der Schäfer, der meist mit einem Hütehund die Herde bewacht und begleitet. Grundsätzlich wird zwischen Koppel- und Hütehaltung unterschieden. Während die Koppel eine eingezäunte Weidefläche ist, erfolgt die Hütehaltung auf den verschiedensten Futterflächen. Bei ständigem Weiterziehen der Herde spricht man von Wanderschäferei.Der romantisch anmutende Anblick des Hirten mit Hütestab und Hund ist heute jedoch selten geworden: Die für die Hütehaltung und Wanderschäferei zur Verfügung stehenden Flächen werden immer weniger, außerdem erschweren Straßen die Wanderung. Zwar wird die Schäferei hierzulande nicht ganz verschwinden, denn nach wie vor benötigt man vor allem das Fleisch, aber die hauptberufliche Wanderschäferei wird es vielleicht irgendwann nicht mehr geben.
Für ein Schäferstündchen bleibt dem Hirten nur selten Zeit: Bei Wind und Wetter ist der "Tierwirt mit dem Schwerpunkt Schafzucht" - so die offizielle Bezeichnung des Berufes mit dreijähriger Ausbildung - das ganze Jahr über meist sieben Tage in der Woche mit seiner Herde in der freien Natur. Er versorgt und füttert die Schafe, er zieht Jungtiere auf und pflegt kranke Tiere, er wartet die Stallungen und schert die Wolle. In Deutschland rentiert sich der Wollverkauf allerdings nicht mehr. Künstliche Fasern und Baumwolle haben die Schafwolle vom Markt verdrängt, mit dem Wollpreiserlös kann nicht einmal mehr das Schafscheren bezahlt werden. Zu den größten Wollproduzenten der Erde zählen heute Australien und Neuseeland. Aufgrund der für die Schafe idealen klimatischen Bedingungen wird dort bessere und feinere Wolle produziert.

Susanne Wagner, Stand vom 11.08.2009
Sendung: Von der Vielfalt alter Haustierrassen, 11.08.2009

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